Thorsten Stelzner nörgeltThorsten Stelzners Nörgelkolumne

Es gibt zwei Worte, die ich stets und ständig versuche zu vermeiden, das eine ist „erstmal“ und das andere ist “eigentlich”. Eigentlich und erstmal sind Worte die eigentlich nur eines zum Ausdruck bringen: eigentlich mache ich nicht das, was ich wirklich will, und erstmal bin ich auch damit noch nicht fertig. So geht mir das heute und deshalb muss ich auch erstmal genau so anfangen.

Eigentlich wollte ich was über Hoffmann und El Kurdi schreiben, habe mir aber gedacht, dass ich damit erstmal noch ein bisschen warte. So sollte dann eigentlich eine richtig nette Geschichte über Meinungsfreiheit, Meinungsverschiedenheit und Missverständnisse entstehen. Siehe unten. Die wollte ich dann noch ein bisschen ausschmücken, so mit Zitaten von Hoffmann, wie z.B.: „Ich kaufe nicht in Einkaufszentren, ich bevorzuge den selbständigen Facheinzelhandel.“ – Da nämlich habe ich mir gedacht: „Ist das jetzt pro oder contra, der nach hinten abfallenden Schlossfassadenattrappe?“ Muss pro sein, ist pro, denn im Klartext heißt das, will man ihm beim Shoppen nicht begegnen, muss man ins E€E. Oder, was hat er gesagt zur Wissenschaft, er hat als junger Mensch viel gelesen und so – es aber erst später beim dritten Mal verstanden, das erklärt Einiges. Tja, da hätte man eigentlich ne ganze Menge draus machen können. Auch hatte ich mir überlegt, EL Kurdi und Al Kaida … mein Gott, das klingt doch fast gleich, eine Form von satirischem Terrorismus, die Achse des Ominösen.

Aber ich habe es versaut, zu lange gewartet, bis die Redaktion sich meldete und fragte: „Stelzner, wo bleibt die Kolumne?“ Nu, war aber in der Zwischenzeit auch der G8-Gipfel angebrochen und so ist es erstmal bei dem Text geblieben, den ich schon 4 Wochen fertig habe.

Kleine Geschichte zur Meinungsfreiheit

Psst, psst! Hallo, leise, ich weiß ja nicht, ob das meiner künstlerischen Karriere jetzt nützt oder schadet, mit Kritik an unserm OB is´ das ja so eine Sache für sich, entweder man wird sofort von der gesamten Stadtverwaltung zur Unperson erklärt und findet bei denen nicht mehr statt, das kann mir persönlich scheißegal sein, denn mit denen habe ich sowieso nie zusammen gearbeitet, oder man wird zum Trittbrettfahrer erklärt: „Guck ma’, der Stelzner, der springt jetzt auf den Kurdi-Zug.“ Nun denke ich aber nach 6 Wochen ist der eh abgefahren und politische Kritik darf nicht verstummen, nur weil ihr Motiv nicht ganz eindeutig ist, (vielleicht will ich ja auch einfach nur mal in die Bildzeitung) – Dann nämlich hätte das OB gewonnen. (OB – einführen, alles aufsaugen lassen und am Ende gucken, was so alles in die Hose geht.)
Und darum muss ich das jetzt mal loswerden. Ich habe eine Meinung, eine ganz eigene Meinung und die ist frei! Sie ist wahrscheinlich das Freieste an mir überhaupt, die ist so frei, dass ich manchmal gar nicht so genau weiß, wo die gerade herkommt und kaum isse da, da isse auch schon wieder weg! – Nur, wenn mal einer kommt, der komplett anderer Meinung ist, also, das totale Gegenteil für seine Meinung hält und wenn der sich dann überhaupt nicht davon überzeugen lassen will, dass seine Meinung falsch ist, sondern vielleicht sogar noch meine Meinung einschränken will in ihrer Freiheit, dann, ja dann werde ich sozusagen zum Robin Hood der Meinungsfreiheitskämpfer, dann kann ich nicht anders, als den Bogen zu überspannen und wild und öffentlich um mich zu schießen. In diesem Sinne. wenn also einer in der NPD war, dann sollte der nicht ausgerechnet in Braunschweig OB werden und sollte dann auch nicht an der Meinungsfreiheit rumwurschteln, ist einfach auch nicht schlau!

Die Nation überlegt gerade, ob man Adolf Hitler nicht die deutsche Staatsbürgerschaft aberkennen sollte. Wie ist das eigentlich wenn einer nun nicht in Braunschweig vom Österreicher zum Deutschen gemacht wurde, sondern nur vom Berliner zum Braunschweiger? Geht da nix?

So hab ich mir das gedacht und dann kam G8. Wie spanne ich da jetzt den Bogen? Ich hab´s, das sind doch seine Initialen, G für Gert und 8, das haben wir gelernt steht für H wie … Hoffmann…

Das wäre geschafft, jetzt Themenwechsel. Ganz kurz nur noch – die Kolumne ist ja auch schon wieder viel zu lang. Ich bin G8-Gegner, so oder so.

7- Zwerge, die Welt ist nicht genug mit Angie als Dornröschen hinter dem Stacheldrahtzaun, wie früher in der Zone, da fühlt die sich doch wie zu Hause, Antiimperialistischer Schutzwall, ja wenn das so ist, dann lassen wir die doch einfach da drin.

Ach so, wenn ihr jetzt schon mal, wo das ja jetzt öffentlich ist, dass ich ein G8-Gegner bin, für den nächsten Gipfel eine Hausdurchsuchung bei mir macht, die Geruchsproben liegen im Waschkeller in der alten Tonne, unter den Sportsocken, Literatur findet ihr im Keller –  Baader-Meinhof-Komplex, Bad Kleinen, das RAF-Phantom, alles gelesen. Laptop könnt ihr mitnehmen. Politische Lyrik von mir gibt´s überall zu kaufen. So dann man noch viel Spaß beim Aushöhlen der Demokratur.

4 Kommentare

  1. ulli schrieb:

    geil, gut, genial wie immer….

  2. konstantin schrieb:

    jaaa,gut ne

  3. ulrike probandt schrieb:

    na, bei mir große gefühlsorgie : über lächeln, lachen bis traurigkeit fast alles drin. aber der zorn, den du hast, fehlt mir. liegt vielleicht am alter. eigentlich sollten wir darüber nochmal sprechen, aber erstmal reicht es….

  4. Ewald schrieb:

    Ich sah Thorsten Stelzner schon Live. Und ich muss sagen dass ich schwer begeistert war von ihm. Lg Ewald

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