Andere Welt !

Du willst `ne Welt ,

ganz klar und simpel strukturiert,

mit einem Führer, der dir sagt

in welche Richtung man marschiert.

Du brauchst ein Feindbild,

am besten eines,

das viel schwächer ist als du,

damit du weisst,

wenn es  mal ernst wird, der Sieger, der bist du.

Du willst ein Leben

im schlichten Braun

und schön uniformiert,

damit man nicht bei all den Farben

den Überblick verliert.

Du willst Respekt und Achtung,

für den kleinsten Grund der Welt

und du willst stolz sein,

weil du dich für auserkoren hälst.

Du bist hier geboren, zufällig

und kannst selbst gar nichts dafür

und nun stehst du auf der Strasse

und brüllst: ” Dieses Land nur mir!”

Ich will ´ne Welt

ganz frei von Hass und Ignoranz

mit einem großen Nenner

absolute Toleranz.

Ich brauche Freunde,

am besten einen

aus jeder einzelnen Nation

und dabei juckt mich

überhaupt nicht, des anderen Religion.

Ich will ein Leben

in allen Farben

und ohne Uniform,

denn Freiheit ist am größten

ohne jede Norm.

Ich will Achtung und Respekt

für jeden Menschen

und darum steh´ ich hier

und sag´ es laut und deutlich:

” Dieses Land, nie wieder dir!”

Texte zum Antikriegstag

TS, 13. September 2007, 10:37
2007
Sep 13

Krieg hör zu !!

Krieg, hör zu! Mich kriegst Du nicht !
Krieg dich wieder ein!
Krieger bin und war ich nicht
und werd´ ich niemals sein.

Nie im Leben Uniform,
niemals ein Soldat,
niemand spannt mich jemals ein,
in diesen Apparat.

Nie im Leben stumm gehorchen
oder funktionieren,
keines Falles blind vertrauen
und stramm mitmarschieren.

Niemals einen Menschen töten,
auch nicht auf Befehl,
niemals folge ich Regenten,
auch nicht wenn ich sie wähl´.

Krieg hör zu! Dich gäb´ es nicht,
wenn es sie nicht gäbe,
keiner würde sterben wollen,
nur damit ich lebe.

Niemand hier verteidigt uns
nur aus Nächstenliebe,
alle diese kämpfen auch
für das Machtgeschiebe.

Frieden ist zu kriegen,
nur ohne jeden Krieg,
Krieger sind zufrieden,
wenn sie kriegen ihren Sieg.

Sieg am Ende eines Krieges
heißt, wir haben was verloren,
Menschen sind gestorben,
die nicht dafür geboren.

Also Krieger kriegt die Kurve,
Krieg kriegt keine Macht,
wenn kein Krieger dieser Erde
Kriege möglich macht.

Das war vor 20 Jahren

TS, 12. September 2007, 18:24
2007
Sep 12

1987

 1987 – Unruhen überall

Bürgerkrieg in  Deutschland

bundesweit  Krawall

Hamburg – Hafenstrasse

Frankfurt – Startbahnwest

Kreuzberg – die Randale

Wackersdorf – das Fest

Autonome  – Bullenschweine

Gummiknüppel – Pflastersteine

beide Seiten schießen schärfer

Stahlgeschosse – Wasserwerfer

im Schutz der Masse die Gewalt

Todesschuss aus Hinterhalt

1987 Affären überall

Filz zieht durch die Länder

es kommt zum großen Knall

es bröckelt die Verfassung

es observiert der Schutz

Gesetze werden geändert

es entsteht viel Schmutz

Agenten Spitzel und Spione

Wanzen Kameras Mikrophone

belauscht beschattet und betrogen

kräftig durch den Dreck gezogen

bis am Ende nichts mehr stimmt

und einer in der Wanne schwimmt

1987 –  Zweifel überall

und es macht sich deutlich

was folgt ist der Verfall

Demokratie führt in das Chaos

und das dann leider nur

als letzter Schritt nach hinten

in die braune Diktatur

Als Hausmann einfach nur kapituliert

TS, 11. September 2007, 10:00
2007
Sep 11

Thorsten Stelzner und Andreas Bermig treten beim Lyrischen Abend in der KuBa-Kulturhalle auf

WOLFENBÜTTEL. Ein werdender Vater spricht zu seinem ungeborenen Kind, begrüßt es im Leben und beteuert seiner kleinen Tochter, dass er immer für sie da ist. Einige Jahre später zollt er der Kindergärtnerin seinen Respekt für ihre Arbeit.

 Thorsten Stelzner, Lyriker aus Braunschweig lässt sich tief ins Seelenleben blicken. Was der gebürtige Wolfenbüttler in seinen 43 Lebensjahren so alles erlebt und in seinem Umfeld beobachtet hat, schlägt sich nieder in seinen Versen.

Die konnte er jetzt erstmals auf Einladung der SPD in der KuBa-Halle vortragen. ” Mach was draus – Lyrik trifft Lied” betitelten Stelzner und sein Partner, der Liedermacher Andreas Bermig, ihr Permierenprogramm.

Es begann mit einem nachträglichen Geburtstagslied für den Landratskandidaten Jörg Röhmann. Die wahlkampfredenfreie Veranstaltung war jedoch nicht unpolitisch. Der Lyriker outete sich nicht nur als Ehemann und Vater von vier Kindern, sondern auch als kritischer Zeitgenosse, der mit dem erhobenen Zeigefinger in alle Windrichtungen deutet.

“Ich kann weder Gitarre spielen, noch singen,” bekannte Stelzner eingangs des lyrischen Abends. Als ideale Ergänzung nahm Andreas Bermig aus Börßum diesen Part wahr. Er vertonte überwiegend die Texte seines Partners und traf dabei die unterschiedlichsten Stimmungen. Thorsten Stelzner fasste sie in groben Blöcken zusammen. Sehr viel differenzierter beschrieb er die Ursachen für Weltschmerz, Verlustängste und Versagen. Nachdenkliches und Hintergründiges, aber auch Spott, Ironie und Satire gewann er seinem lyrisch aufbereiteten Lebensalltag und dem anderer Menschen ab. Amüsiert betrachtete er, was er sich selbst als junger Erwachsener vom Leben erträumte, kapitulierte als Hausmann und ungeschultes Multitalent. Das Publikum nahm er mit in die “Folterkammer Büro”, wo raue Sitten herrschen, setzte es vor den Fernseher, die Probleme der Welt kosumierend, und feixte über die politische Kostellation seit der Bundestagswahl. Mit leichten Phasen an der Gitarre bereicherte Bermig den Premierenabend, der keine Show-Elemente enthielt, sondern Ehrlichkeit, echte Gefühle und den Mut zum Querdenken vermittelte. Die Besucher zeigten sich begeistert. 

“Man könnte meinen, Programmstart 17.30 Uhr, das ist schon zum Scheitern verurteilt”, begann der Kabarettist Thorsten Stelzner ganz im Sinne seines Stücks “Im Zweifel für die Nörgler oder Der zivilisierte Mensch ist ein Idiot” im Rahmen des Satirefests in der Brunsviga. Doch von wegen! Nach einigen Aufwärmtexten kam der ehemalige Obsthändler so richtig in Fahrt. Schmissig feuerte er bissige Wortsalven in die Zuschauerreihen, stellte im ersten Teil den sogenannten zivilisierten Mensch, kurz ZM, bloß, um nach der Pause den Nörglern das kabarettistische Zepter zu übergeben. Aber Schritt für Schritt. Der ZM, “ein Idiot der sich gewaschen hat”, schmiert sich täglich Mittelchen aufs Haupt, noch dazu allszu nah am “trendbewussten Resthirn” und fragt gar nicht, was da in seinen Bregen sickert. Weiter mokiert sich Stelzner über ZMs Kultur im Stuhl, Männermoden, über den ZM im Urlaub, als Raucher, beim Arzt oder auf Diät. Das was der Kulturmensch da so täglich verbockt, ist, glaubt man Stelzners Funkenflügen ab Wortgewandtheiten, wahrlich keines Lobes wert.

In atemberaubenden Tempo, gewissermaßen der Ferrari unter den kaberettistischen Wortjongleuren, verpasste Stelzner dem Homo-Konsumenti und Normalo-Sapiens eine Ohrfeige nach der anderen, bevor es dann liederlich lyrisch wurde.

Für seine bösartigen, niederträchtigen satanisch-satirischen Verse ist Stelzner mittlerweile bekannt. Das Thema in Folge: Idioten. Ja richtig. Es hagelte wunderschöne Lebensweisheiten aus der Sicht dessen, der aus der Schieflage der Welt vollkommene Klarsicht auf dieselbe hat und sie in gepfefferte Reime packt. “Totensonntag”, “Mietvertrag” oder “Allah und der liebe Gott” lauteten die Titel, hinter denen sich Sturmgewitter höchster Empörung verbargen. Lebensweisheiten knatterten hernieder: “Nicht jeder der die Schnauze voll hat, wird auch satt” oder ” Noch frisst der Wähler alles, doch irgendwann kotzt er sich auch aus.”

Da hat einer so richtig Wut. Am Ende hielt Stelzner ein Plädoyer für Nörgler, für Herrn Grantel, Herrn Motz, Herrn Gnatz: “Sie sind nur natürlich, nicht glattgeschmirgelt, und deshalb wird bitteschön weiter genörgelt.

2007
Sep 5

Thorsten Stelzner nörgeltThorsten Stelzners Nörgelkolumne

Schade, schade, da ist mal ein Politiker in seinem Denken richtungsweisend und konsequent, da rudert der, oder sollte man besser sagen, da rollt er nach drei Tagen öffentlichem Rumgeseier der Memmen und Weicheier sofort wieder zurück und keinem ist die komplette Bandbreite seines Rückzuges aus dem Waffenverbotsgesetz wirklich bewusst geworden, außer mir natürlich und darum sage ich : ” `Tschuldigung Wolfgang, aber die Welt ist einfach noch nicht reif und weise genug dich zu verstehen – keine Zeit für Schock `n´ Roll… Only one Wumme, mehr will man doch gar nicht im patriotischen Bundesdeutschem Haushalt.”  Mehr »