Als Hausmann einfach nur kapituliert

TS, 11. September 2007, 10:00
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Thorsten Stelzner und Andreas Bermig treten beim Lyrischen Abend in der KuBa-Kulturhalle auf

WOLFENBÜTTEL. Ein werdender Vater spricht zu seinem ungeborenen Kind, begrüßt es im Leben und beteuert seiner kleinen Tochter, dass er immer für sie da ist. Einige Jahre später zollt er der Kindergärtnerin seinen Respekt für ihre Arbeit.

 Thorsten Stelzner, Lyriker aus Braunschweig lässt sich tief ins Seelenleben blicken. Was der gebürtige Wolfenbüttler in seinen 43 Lebensjahren so alles erlebt und in seinem Umfeld beobachtet hat, schlägt sich nieder in seinen Versen.

Die konnte er jetzt erstmals auf Einladung der SPD in der KuBa-Halle vortragen. ” Mach was draus – Lyrik trifft Lied” betitelten Stelzner und sein Partner, der Liedermacher Andreas Bermig, ihr Permierenprogramm.

Es begann mit einem nachträglichen Geburtstagslied für den Landratskandidaten Jörg Röhmann. Die wahlkampfredenfreie Veranstaltung war jedoch nicht unpolitisch. Der Lyriker outete sich nicht nur als Ehemann und Vater von vier Kindern, sondern auch als kritischer Zeitgenosse, der mit dem erhobenen Zeigefinger in alle Windrichtungen deutet.

“Ich kann weder Gitarre spielen, noch singen,” bekannte Stelzner eingangs des lyrischen Abends. Als ideale Ergänzung nahm Andreas Bermig aus Börßum diesen Part wahr. Er vertonte überwiegend die Texte seines Partners und traf dabei die unterschiedlichsten Stimmungen. Thorsten Stelzner fasste sie in groben Blöcken zusammen. Sehr viel differenzierter beschrieb er die Ursachen für Weltschmerz, Verlustängste und Versagen. Nachdenkliches und Hintergründiges, aber auch Spott, Ironie und Satire gewann er seinem lyrisch aufbereiteten Lebensalltag und dem anderer Menschen ab. Amüsiert betrachtete er, was er sich selbst als junger Erwachsener vom Leben erträumte, kapitulierte als Hausmann und ungeschultes Multitalent. Das Publikum nahm er mit in die “Folterkammer Büro”, wo raue Sitten herrschen, setzte es vor den Fernseher, die Probleme der Welt kosumierend, und feixte über die politische Kostellation seit der Bundestagswahl. Mit leichten Phasen an der Gitarre bereicherte Bermig den Premierenabend, der keine Show-Elemente enthielt, sondern Ehrlichkeit, echte Gefühle und den Mut zum Querdenken vermittelte. Die Besucher zeigten sich begeistert. 

Ein Kommentar

  1. Redman schrieb:

    wow!
    da ist man mal ein paar tage nicht im netz unterwegens und da tut sich hier richtig was.
    thumbs up für den bs-blog und viele grüße von http://www.helmke.org

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