2008
Jan10

6.10 Uhr,  ein Kunde !! – sagen wir mal ich, betritt den Vorraum einer Bankfiliale (Braunschweig am Sack), in dem die Automaten stehen, –  Geldautomaten, die Kiste die mir als „ besonderer“ Service angepriesen wird, weil ich da jetz alles selbst machen muss – und der Kontoauszugsdrucker und um den geht es hier jetzt.
Also – ich stecke, nachdem mich der Automat automatisch dazu aufgefordert hat, meine Karte in den Schlitz. Der Automat macht automatisch „ zipp“ und die Karte ist weg, so weit so gut ….. ist normal. Ich stehe also vor dem Auotmaten und warte, dass der seinen Job macht, macht er aber nicht! – Ich warte, warte und –  richtig – warte auf die Karte. Die Karte bleibt im finsteren Innern  des Automaten verschwunden, der Automat sagt nix. Ich denke noch „ Ok, keine Auszüge, keine Karte, aber wo kann eine EC-Karte sicherer sein, als in einem Baknkautomaten.“ Und beginne in meinen Taschen nach Zettel und Stift zu suchen, um den Bankern eine Notiz zu hinterlassen: „ Meine Karte steckt in ihrem Automaten, komme später vorbei und hol die wieder ab.“ In dem Moment fliegt die Tür auf, eine sichtlich gereizte junge Frau stürtzt in den Raum und keucht: „ Sind sie von der Bank?“ – „Ich? Nee, wieso?“Erwidere ich schwer geschockt, nichts in meinem Leben wollte ich mehr verhindern, als den Eindruck zu erwecken, ich könnte bei der Bank arbeiten, – Bankräuber, ok, aber … lassen wir das. – „ Weil, meine Karte ist da drin!“ „Na, guck !“ Sage ich, „dann isse da schon mal nicht mehr alleine, meine auch.“ – „ Die können sie da nich` einfach drin lassen.“ Prustet sie. „ Wieso denn nicht, da isse doch sicher und überhaupt, hab´ ich eine Wahl, ich krieg sie ja sowieso  nicht raus.“ „ Wissen se, der schmeißt die irgendwann einfach wieder raus, und dann liegt die hier. – Müssen sie sperren lassen, über Hotline, steht am Automaten, hab ich auch gemacht.“
Damit verschwand sie wieder und hatte mich der Illusion beraubt, dass ein Bank-Kontoauszugsdrucker ein zuverlässiger Verwalter meines Eigentums ist.
„ Alles klar “ dachte ich „ Zettel schreiben bringt nix, warten bis jemand kommt, könnte noch so 3 Stunden dauern, hoffen dass der Kasten die Karte wieder ausspuckt zu ungewiss. Also sperren lassen, Handy raus, Hotline gewählt, in der Hoffnung, dass ich da jetzt einen dem Nachtschlaf entrissenen Bankangestellten dran habe, der freundlich säuselt: „ Was kann ich für sie tun?“ – Aber nix!! Es meldet sich eine etwas blechern klingende Computerstimme: „ Sie sind verbunden mit der Servicehotline………… nennen sie bitte ihre Kontonummer!“
Darüber entäuscht und leicht verärgert, weill ich ja eigentlich einen Menschen sprechen wollte, dem ich klar machen kann, – Ich will die ga nicht sperren lassen, sondern nur, dass der mir sagt: „ Quatsch, kann nix passieren, Karte ist da drin, belibt da drin, können sie nachher wieder abholen.“ Sage ich zu der Kunststimme: „ Nein, die nenne ich jetztnicht, – dir nicht.“
Die Stimme meldet sich:“ Ich habe die Nummer neun, sieben, sechs, sechs, vier – bitte bestätigen sie!“ „ Nö!“ Sag ich „ mach ich nich.“ „ Ich habe sie nicht verstanden.“ Erwidert
der Service-Zombie. „ Is´mir total egal, ich spreche nicht mit Automaten.“ Was ich natürlich tat, aber das kapiert die Kiste ja sowieso nicht, und wiederholt  auch prompt ihre Ansage: „ Bitte nennen sie ihre Kontonummer.“
„ Ich sach doch, ich sach die nich.“ „Ich habe die Nummer acht, acht, sechs, sieben, acht, vier – bitte bestätigen sie!“ …. Das ging  jetzt in unterschiedlichen Varianten noch so dreimal …. bis der Automat plötzlich sagte: „ Ich hab sie nicht verstanden, ich verbinde sie mit einem Mitarbeiter.“ – Ich war platt, es tutete dreimal in der Leitung und es sprach ein Mensch zu mir. „ Sie sind verbunden mit der Servicehotline,  was kann ich für sie tun?“ –  „ Geht doch“ dachte ich und rief freudig erregt in den Hörer: „ Ein Mensch, ich habe einen Menschen am Telefon, einen echten Menschen, guten Morgen, einen wunderschönen guten Morgen. – Also, ich stehe hier in Braunschweig in einer ihrer Filialen und…“ – „ Das ist keine unserer Filialen“
stoppte er mich in meiner Euphorie – „ wir sind nur die Servicehotline, wir sind nicht von der Bank!“- Er war genervt, sowas war nicht vorgesehen, dass ihn tatsächlich jemand erreicht – das System hatte versagt – er musste mit mir reden, ob er wollte oder nicht – es gab kein Zurück.
Es war mir egal, furchtlos sprach ich ihn an: „ Ok, is´mir egal, wichtig ist nur, dass sie mir jetzt sagen, dass wenn meine Karte von einem Kontoauszugsdrucker geschluckt ist, dass die dann da drin bleibt.“ – „ Kann ich ihnen nicht versprechen, kommt schon mal vor, dass die die wieder rausschmeißen und dann  liegt die da rum, sollten sie besser sperren lassen.“ Klärte er mich auf. „ Ja, und dann?“ Fragte ich. „ Ja, dann müssen sie nachher zur Bank und eine neue beantragen, wird dann aber ´nen bisschen dauern.“ „ Moment, d.h. der Automat frisst meine Karte,  kotzt sie vielleicht irgendeinem anderen Kunden vor die Füsse, und damit der damit keinen Unfug machen kann, muss ich die jetzt tatsächlich sperren lassen und eine neue beantragen und habe dann zum Ausgleich dafür, so ein, zwei Wochen keine Karte?“
„ So, sieht das aus, was anderes kann ich ihnen leider auch nicht anbieten.“ – Ok, was soll ich tun, bringen wir es hinter uns.“ Ich leierte also meine Kontonummer, Bankleitzahl, Name und Adresse runter. Der Servicemensch wiederholte alles. – Und – , als ich grade alles bestätigen wollte, flog erneut die Tür auf, die junge Frau tauchte wieder auf und fragte: „ Und?“ – „ Ich habe einen Menschen am Telefon, einen echten Menschen!“ „ Wie haben sie denn das gemacht?“ „ Lange, ganz lange Geschichte.“ sagte ich, „ aber der hat bestätigt, dass ich tatsächlich sperren lassen muss, habe ich auch grade gemacht.“ In dem Momentknackt es  im Drucker, die Lampe leuchtet kurz grün auf und zwei EC-Karten werden im hohen Bogen in den Vorraum gerotzt.
„ Hab ich doch gesagt“ Sagt sie, und ich rufe ins Telefon: „ Schon gesperrt? Is´wieder da!“
Der Service-Mensch sagt:“ Glück gehabt, ich habe noch nicht Enter gedrückt, sonst wär das jetzt zu spät, alles klar, sie könne ihre Karte weiter benutzen.“ Ich sank auf die Knie:“ Danke, danke und was ist mir der Karte von der jungen Frau hier, können sie doch gleich wieder freischalten!“  „ Nee, das geht nicht, ich kann nicht am Telefon die Identität überprüfen. Gesperrt ist gesperrt, tut mir leid.“ –
Ich habe mir dann noch von ihm bestätigen lassen, dass ich tatsächlich, wenn ich Kontonummer, Bankleitzahl. Adresse und namen eines Menschen habe jederzeit dessen Karte sperren lassenm kann. – Ehrlich, ich habe den ganzen Tag und macnchmal mache ich das heute noch, darüber nachgedacht, mir mal die sogenannten Stammdaten des Finanzministerium zu besorgen. Allein die Vorstellung  Peer am Geldautomaten, mit der gesperrten Karte und er kann zwei Wochen keine Kohle verjubeln, bis die neue kommt.
 

Ein Kommentar

  1. Daniel schrieb:

    Echt haarsträubende Story, aber das Geschäftsmodell der NordLB ist – im Gegensatz zu anderen Landesbanken – wenigstens intakt und produziert Gewinne, wie man etwa auf http://www.online-kredite.com/blog/wirtschaft/die-landesbank-mit-dem-funktionierenden-geschaftsmodell.html nachlesen kann.

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