Präsentation der ostfälischen Anthologie

TS, 28. Oktober 2009, 06:35
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Mittwoch 28. Oktober     Stadtbücherei SZ Lebenstedt   19.00 Uhr….

Nachruf ….

TS, 19. Oktober 2009, 12:08
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Sag mir wo die Ommas sind!
Normalerweise hat jedes Kind zwei dieser Exemplare in seiner Ahnentafel: Mutter vom Vadder und Mutter von Mudda. Und in den meisten Fällen, das hab ich eigensinnig in meinem weltumspannenden Bekanntenkreis recherchiert, das heißt, ich hab meine beiden besten Freunde gefragt, sind diese beiden Urmütter auch immer so verschieden wie Menschen nur sein können. Das ist gut so, weil der junge Enkelmensch auf diesem Wege schon knallhart der Illusion beraubt wird, dass die Menschen wirklich alle gleich sind. Das war bei mir auch so: Omma und Großmutter waren so was von weit auseinander! Wie Hund und Katze. Das wurde schon in denen von uns gewählten Bezeichnungen für die beiden deutlich: Wir hatten nämlich eine schwarze und eine weiße Oma. Das allerdings hatte weder etwas mit der Herkunft noch mit der Hautfarbe zu tun. Es bezog sich lediglich auf die Haarfarbe, ob nun echt oder getönt. Die eine sagt so, die andere sagt so. Also, wir hatten eine mit echt grauweißem Haarschopf und eine mit „natürlich“ völlig naturbelassenem, je nach Jahreszeit und Stimmungslage variierendem Chamäleonfell. Das sagt aber auch schon ziemlich viel über die beiden aus: Die eine war echt, die andere nicht so ganz. Wir hätten sie also auch die Echte und die Unechte nennen können. Nun gut, verpasst.
Die Echte, die Weiße, das war die Omma, die klassische. Die Unechte, die Schwarze das war die Großmutter, oder, wie sie selbst immer festzustellen pflegte, die Stammmutter. Und weil ich ein Gerechtigkeitsfanatiker bin, kriegen beide jetzt exakt den selben Anteil dieser Kolumne gewidmet.
Also die Unechte, die schwarze, rauchte mit Spitze Zigaretten, die es in Braunschweig leider nicht gab, die man sich aus Berlin mitbringen lassen musste, – was ein Elend. Sie fuhr Auto, trug dabei Lederhandschuhe und schlenderte durch die Stadt, aß nur Schokolade von Lindt, kaufte bei Most, hatte Putzfrau und Fensterputzer, genoss es, wenn man sie als Frau Stelzner mit etwas übertriebener Hochachtung begrüßte und empfing, merkte es nicht, oder wollte es nicht merken, wenn man sie mit noch mehr Erleichterung wieder verabschiedete. Sie hatte immer was zu meckern, zu fordern und hohe Ansprüche an alle, die Welt, an uns – weniger an sich. Wenn man bei ihr, was freiwillig eher selten passierte, vor den Tür stand, wurde man immer mit einem strafenden Blick und den weniger verbindlichen Worten: „Na, lässt du dich auch mal wieder blicken, “ empfangen. Das führte unweigerlich dazu, dass man sich bei ihr nicht wirklich wohl fühlte, meistens gipfelt ihre Gastfreundschaftlichkeit uns gegenüber in einem: “ Ich hab nur Zartbitterschokolade da, aber die mögt ihr ja sowieso nicht!“ Den Höhepunkt ihrer Freundlichkeit mir gegenüber leistete sie sich während meiner Hochzeit, als sie eine meiner anwesenden Exfreundinnen freundlich an die Seite nahm und ihr ins Ohr giftete : „ Sei man froh, dass du es nicht bist:“
Übrigens meine Frau ist immer noch froh, dass sie es ist, und ich bin sehr froh, dass meine Frau nicht ist wie sie war. – Aber weiter: So war sie halt, und wenn das doch sehr kritisch klingt: Sie war halt nicht zum kuscheln; sie war mehr ein Typ, an dem man sich reiben konnte. Und das tat ich auch.
Und die Echte, die weiße, rauchte Lux, selten und immer als Ritual zu einer Tasse Kaffee in ihrer Stube. Dann fuhr sie alles auf, was sie da hatte, und sie hatte immer alles da, weil man ja nie wissen kann, wer vorbeikommt. Denn wer bei ihr klingelte, wurde immer lieb lächelnd und herzlich mit einem „Das ist aber schön, dass du vorbeikommst“ begrüßt. Man fühlte sich bei ihr immer willkommen und zu Hause. Sie strahlte eine Ruhe, Bescheidenheit und Zufriedenheit aus. Immer war sie lieb, immer waren wir in ihren Augen gute Jungens und liebe Mädels, egal, auch wenn unsere Eltern gerade ganz anderer Meinung waren. Alle diese Jungen und Mädels haben Ferien bei ihr verbracht, Erdbeeren, Himbeeren und Kirschen geerntet, ihre Marmelade geliebt und ihre Kühltruhe geplündert, in der immer Speise-Eiszeit war. Sie hatte immer Zeit für uns, wir haben bei ihr die Harmonie genossen und gespielt, denn sie spielte leidenschaftlich alles und mit uns: Srabble, Patiencen, Romee und „Mensch ärgere dich nicht“. Und sie konnte verlieren, manchmal auch absichtlich. In ihrem Garten gab es eine Boggiabahn, eine Dartscheibe und natürlich eine Schaukel. Man hatte den Eindruck, Omma, ihren Garten und ihre Kühltruhe gab es nur für uns, und als wäre ihr Ziel immer schon gewesen, eine liebe Oma zu sein. Das hat sie geschafft, sie war die Oma zum drücken. Man musste sie einfach lieben. Und das tat ich auch. – Das taten wir alle.
Nun sind sie beide nicht mehr da. Aber sie haben Spuren hinterlassen – in jedem von uns. –  Und das ist es, was jede Omma, jede Großmutter, so wichtig macht.


 

Lesung in Salzgitter am 28.10.09

TS, 15. Oktober 2009, 18:20
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heute in der Braunschweiger Salzgitter http://www.newsclick.de/ind…

Jetzt machen wir Theater …

TS, 9. Oktober 2009, 05:23
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UNTERSTÜTZUNGSAUFRUF:

Wir rufen auf, die streikenden Beschäftigten des Staatstheaters in ihrem Streik für ein Tarifergebnis und gegen die Kürzungen, zu untertsützen!! 

 Freitag, 09.Oktober 09   13.45 Uhr Brunnen vor dem Staatstheater  – 15.00 Uhr Kohlmarkt  …. Stelzner liest !!