2. u. 3. Türchen Clicclac März

TS, 16. Februar 2010, 12:20
2010
Feb 16

Es wird gegessen was auf den Tisch kommt (von wem?)
Oder Kinder machen Eltern dick !!

Ich habe in den letzten 15 Jahren, in denen ich verheiratet bin, drei Kinder gezeugt und 15 Kilo zugenommen. Das sind fünf Kilo pro Kind! Und ich bin mir sicher, dass ich ohne Kinder nicht so fett geworden wäre. Denn ….. dazu später. Erforschen wir zuerst die Ursache dafür, dass ich tatsächlich alles esse, was auf den Tisch kommt:
Als ich klein war – ist verdammt lange her, aber ich kann mich immer noch daran erinnern, was beweist, dass das einen ungeheuren Eindruck auf mich gemacht hat – hieß es immer:  „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt und zwar alles und komplett. Und solange du deine Füße …“ Ach nee, das war eine andere Geschichte. Das kam später. – Jedenfalls: Aufessen war Pflicht, weil sich ja die Kinder in der dritten Welt, in Afrika und so, über meine Reste freuen würden … Auch, wenn das ganze drei Wochen unterwegs ist? … Na ja – ich weiß ja nicht, aber egal.
Aber sie hatten  ja auch nicht nur moralische Kniffe auf Lager. Nee, es gab auch diesen fiesen, miesen und hinterlistigen Tellertrick . Kennt den jemand von euch aus seiner Kindheit? Bitte, bitte, gebt mir nicht das Gefühl, ich sei das einzige Opfer der Motivteller geworden:
Rotkäppchen war´s, bei mir. Ein schöner, natürlich viel zu tiefer, Teller, auf dessen Grund ein Bild von Rotkäppchen, Großmutters Datsche und dem bösen Wolf gepinselt war. Und immer, wenn ich nicht mehr wollte, nicht mehr konnte, dann kamen sie mit ihrer Mitleidsnummer: „Och guck mal, das kleine Rotkäppchen, das is’ ja noch gar nicht zu sehen. Och menno, iss doch wenigstens bis das Rotkäppchen guckt!“ – Ich war auch damals schon ein richtiger Junge, und Rotkäppchen war mir ziemlich egal. Welcher Bengel steht schon auf so´ne Streberpüppi mit Kopftuch, Faltenrock und Kniestrümpfen. Aber ich aß trotzdem weiter und malte mir aus, irgendwann, wenn ich aufgegessen habe – erwische ich grade noch den Wolf, wie er das Rotkäppchen verschlingt und knurrt: „Aufgegessen!“
Aber nix! Und so aß ich brav alles auf, war ein lieber Junge und geschädigt fürs Leben, in zweierlei Hinsicht: Zum einen aufs Aufessen geprägt, zum anderen war mir aber auch damals schon klar : Ich mach das mal ganz ganz anders – mit meinen Kindern!“ Keine gruselige Dritteweltsschlechtegewissensnummer und keine Motivteller. Und wer satt ist, hört auf zu essen, außer mir natürlich. Und da schließt sich jetzt der Kreis.
Denn wenn wir heute essen,

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