Vom Storch und den Fröschen

TS, 25. Mai 2010, 19:30
2010
Mai 25

Stolz stolziert der starre Storch
durch den feuchten Sumpf hindurch
und schnappt gierig nach den Kröten,
will sie fressen, will sie töten.

Und der spitze Schnabel klappert
und er geifert und er sabbert,
denkt ans schlemmen und ans prassen,
kann sein Glück noch gar nicht fassen.

Wehrlos, denkt er, sind die Unken,
brauch sie nur noch einzutunken,
in den Zeitgeistsumpf der Not
und schon sind sie gar und tot.

Und so keift er über den Weiher:
„Heute gibt’s `ne große Feier,
alle Frösche, Unken, Kröten,
gilt es heute abzutöten.“

Und er sieht sich selbst als Sieger,
als ein echter Überflieger,
roter Schnabel, weiße Weste,
schwarze Seele und das beste -

ist sein Tanz der Arroganz -

Kopf im Nacken, viel Gezeter,
große Klappe, ja so steht er,
wie an einem Rednerpult:
„Kröten sind an allem Schuld.“

Doch die Unken, Frösche, Quappen,
schreiben sich jetzt auf ihr Wappen:
Wenn wir uns zusammen tun,
rupfen wir den Storch als Huhn.

Und am dunklen Teichesgrunde
sitzen sie in großer Runde
und besiegeln ihren Plan:
Stürzen wir den Größenwahn!

Alle Unken, Kröten, Frösche
gehen ihm jetzt an die Wäsche,
springen ihm in das Genick,
packen ihn mit viel Geschick,

reißen ihm die Stelzen weg,
Adebar kracht in den Dreck.
Nass und matschig liegt er da
und weiß nicht wie ihm geschah.

Und die Kröten, Unken quaken:
„Manchmal trifft es auch den starken,
stolzen, sturen, starren Storch –
Adebar, da musst du durch.”

Du sagst ! 1993

TS, 19. Mai 2010, 07:24
2010
Mai 19

 

Du sagst immer: „Es geht weiter.“
Du sagst immer: „Bloß kein´ Stress.“
Du sagst: „Lass uns immer leben,
wie man uns nicht leben lässt.“

Du sagst immer: „Man muss fordern.“
Du sagst immer: „Nie den Rest.“
Du sagst: „Lass uns immer lieben,
wen man uns nicht lieben lässt.“

Du sagst immer: „Es geht anders.“
Du sagst immer: „Etwas mehr !“
Du sagst:„Lass uns immer machen,
was den meisten viel zu schwer.“

Du sagst immer: „Keine Regeln.“
Du sagst immer: „Nur Beschiss.“
Du sagst: „Lass uns immer kämpfen,
wo noch was zu retten ist.“

Du sagst immer und du machst es,
du machst immer und es geht,
du sagst: „Man muss nur wollen
und es ist noch nicht zu spät.“

Gibt es ein Leben nach dem Lernen ?

TS, 5. Mai 2010, 09:20
2010
Mai 5

Mein Dank gilt an dieser Stelle tatsächlich einem Lehrer: Dass ich das jemals schreiben würde, hätte ich mir niemals träumen lassen. Naja, es hat ja auch immerhin 35 Jahre gedauert…
Einen Tusch für Michael Math, Nicht Mathe, nur Math. Michael Math hat mich rehabilitiert; Lehrer in Peine. Das setzt der Sache noch einen drauf. Einem Peiner Lehrer – und es wird noch besser – einem Peiner Deutsch- und Geschichtslehrer danken … Das ist fast so absurd,  wie wenn ich jetzt Westerwelle und Merkel für ihre Steuergerechtigkeit  und Friedenspolitik loben würde.
Aber Math hat es getan. Math hat ausgesprochen, was ich schon seit der 3. Klasse weiß: „Lehrer müssen Schüler begeistern, denn sie rauben ihnen 45 Minuten ihres Lebens.“ Genau! Und ich habe sofort ausgerechnet, was das für mich bedeutet: 10 Klassen, 13 Jahre, ca. 30 Stunden pro Woche …Da kommt aber was zusammen. Ich bin ja bereit, die Grundschulzeit abzuziehen, denn Lesen, Schreiben und Rechnen waren ja noch recht wichtig. Aber dann… Also: Neun Jahre mal rund 1200 Stunden macht 10800 Stunden (Die Zeit für Hausaufgabe habe ich in meinem Fall mal ganz großzügig abgezogen. Dafür lasse ich aber die geschwänzten Zeiten in der Rechnung – gleicht sich vielleicht gerade so aus.) mal gesetzlichem Mindestlohn von 7,50 Euro: Das macht mal eben 81.000 Euro, plus Zins und Zinseszins – kann ich nicht ausrechnen, da hab ich gefehlt.
So, wo kriege ich die jetzt her? Vom Jugendamt,

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