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Na Männer, Fußball-WM, Grillsaison und Urlaub schaumgekrönt und hopfenfrisch überstanden? Das war aber auch eine Trilogie dieses Jahr, das hat geprickelt, was!? Immer schön ein Alibi zur Hand, und in der anderen? Das haben wir uns verdient! Rudelrülpsende Hopfenhorden zogen ploppend und grölend durch die Lande oder bevölkerten Neubaugebietsterrassen und prosteten ihrem verhassten Nachbar zu: „ Alsklahr? Alsokay?“
Aber jetzt mal ehrlich, so unter uns, es hört ja auch gerade keiner zu: Warum macht ihr das? Warum trinkt ihr das? Kann mir das mal einer erklären? Ich verzweifle an so was. Rituale sind mir suspekt, völlig fremd und machen mir Angst. Da hilft es auch nix, wenn ihr mich als Weichei bezeichnet, wenn ich fröhlich nüchtern, glücklich mit meinem Orangensaft in eurer Mitte stehe und denke : Noch zwei Runden und du brauchst mit denen nicht mehr zu reden – jedenfalls keine Dreiwortsätze mehr. „Issochso, oda? Hasse recht. Sachich ja.“
Aber jetzt mal im Ernst: Alkohol, (Das ist hier ein Familienmagazin, Hörr Stelzner!! ) das ist schon eine feine Sache, in der richtigen Dosis, mit der richtigen Wirkung und mit dem richtigen Geschmack. Mehr sag’ ich jetzt nicht dazu. Aber Bier, da stimmt doch erst mal gar nichts! Der Geschmack, okay das ist Geschmackssache; vielleicht in Kombination mit Ernte23, Marlboro Light oder Reval ? Ich weiß es ja nicht. Aber Wirkung und Dosis, etwas Uneffektiveres als Bier kann es doch gar nicht geben. Da knallt ja Mon Cherie noch besser.

Also warum? Warum macht ihr euch das Leben so schwer? Ein Glas Absinth, und ich liege vorn, dafür müsst ihr locker, ihr seid trainiert, zehn Flaschen Bier auslutschen. Das sind mindestens 3 Liter, zigmal auf’s Klo rennen und werdet dick und schwabbelig. Feine Sache. Und dabei kommt aber die Verlockung im Maßanzug daher. Seid ehrlich, so wollt ihr sein, so seht ihr euch: Till Schweiger, Bruce Willis, Boris Becker  – Gewinnertypen in Siegerpose erheben das Glas auf’s Mittelmaß: „ Prost !“ Jetzt ein König und dann ein Bäuerchen.
Nur, die kriegen das bezahlt, jeden einzelnen Schluck gut bezahlt! Darum ist die Plörre ja so teuer! Und dann gehen sie am nächsten Morgen wieder zum Workout. Das wird nicht gezeigt, auch nicht, wie sie sich beim Werbespottdreh nach jedem Schluck den Schlund ausspülen. Männer, lasst euch doch nicht verarschen! Mit ´ner Bierfahne kriegt man keine Modells in die Wäschekammer. Rettet nicht die Welt. Gewinnt keinen Oskar. Mit so ’ner Bierplautze passt man auch nicht in einen Porsche. Und Frauen, na ja, man stelle sich mal vor, Brad Pitt kommt nach so einem geselligen Grill- und WM-Abend nach Krakauer, verbranntem Fett, Rothändle und Weizenbier müffelnd mit ca. 20 Kilo Übergewicht nach Hause, rollt sich mit seiner Schwabbelwampe, bauchnabelbefusselt zu seiner Angelie ins Himmelbett, walzt so zu ihr rüber und haucht ihr ins Ohr: „Naschatss, nowach!“ Und sie haucht leise zurück: „ Nee komm, lass uns lieber noch eins adoptieren.“ Das wäre die bittere Realität. Und um die auszuklinken, gibt es tatsächlich Besseres, als sich jedes Wochenende mit ´nem dreißiger Kasten abzuschleppen. Ein Hoch auf’s Hochprozentige! 
Übrigens ich war dieses Jahr in Belarus. Auch die meinten, ich sei ein Weichei, haben das nur charmanter verpackt. Nachdem ich wacker drei Tage durchgehalten hatte, also keinen Wodka zum Frühstück, keinen zum Mittag, keinen zum Abend, sondern mich von Tomatensaft und Schokoriegeln ernährt hatte, bekam ich von Wassilli einen schönen roten Herzluftballon mit den Worten überreicht . „Thorchsten, nurr Kinderr trinken bei uns Saft und essen Schokolade.“ Und Ludmilla fragte. „ Waaass, duu hast vierrr Kinderrr und keinen Grrund zum Trrinken ?“ Doch habe ich, immer, wenn ich mir einbilde, eine besonders schöne und fiese Kolumne geschrieben zu haben. Prost! Verdammt wo is´ mein Pastis?
Zwei nette Zitate zum Thema Alkohol habe ich gerade noch gefunden.
1. Charles Bukowski stellt sich morgens vor dem Spiegel die Frage .“ Warum kann ich dieses Gesicht nicht kämmen?
2. Evelyn, die Mutter von Charly Harper in „ Two and a half  men“ : „ Männer die trinken, reden weniger und schlafen abends schneller ein.“ Darum machen eure Frauen das mit.

Ein Kommentar

  1. Sandra schrieb:

    Als Frau kann ich noch ergänzen: Fußball zerrt an den Nerven, schädigt das Gehör, besetzt das Fernsehgerät und man investiert viel Geld in unnötige Getränke!

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