2011
Mrz 14

Ich habe ein Handy. Für die Generation, die in ihrer Kindheit noch Blechdosen mit einem Bindfaden verknotet hat, um sich dann über eine Entfernung von 20 Metern über die Hecke des elterlichen Gartens hinweg anzubrüllen, ist das schon eine irre Sache. Und ich kann damit tatsächlich soweit umgehen, dass ich es eigentlich mehr meine Taschenuhr mit Telefon nenne. Ich kann die Uhr lesen, ab und zu sogar telefonieren, und wenn mein SMS-Partner (Wie lange ich gebraucht habe, um zu verstehen wofür das zweite S steht.) genug Phantasie hat, auch sm-essen oder simsen. Das sieht dann zuweilen so aus: „Gallone Silvester Gag Liebe DGB Buch, nein Schauspieler.“ Probieren sie es mal aus. Soll heißen: „Hallo Silvia, ich liebe dich auch, mein Schatz.“

Aber das ist, das war alles kein Problem. Auch Menschen in unserem Alter und auch meine intelligente Gattin sind durchaus in der Lage, immer noch etwas dazu zu lernen. Mit etwas Phantasie hat sie das schließlich doch noch dechiffrieren können. Und irgendwann konnte ich tatsächlich auf neuestem, höchstem Stand der Technik kommunizieren, träumte ich. Wie naiv!

Ich war glücklich mit meiner bescheidenen Leistung, da waren die zwei Jahre aber leider auch schon um. Vertragsverlängerung. Das klingt nicht schlimm. In den meisten Fällen läuft das einfach so von ganz alleine. Ich bin 17 Jahre verheiratet. Was spricht also dagegen, einen Vertrag, bei dem man auch noch freundlich gefragt wird, ob man den denn verlängern möchte, zu verlängern, noch dazu, wenn man dann noch was geschenkt bekommt? Haben sie nach ihrem zweiten Hochzeitstag irgendwas als Bonus oben drauf gekriegt?? Na bitte! Man ist ja schon dankbar, oder?

Also Vertrag verlängern und ein neues Handy aussuchen. Keine Ahnung, was man da nimmt. Es war mir ja
auch total egal,

 

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