Clicclac-Kolumne Juni

TS, 22. Mai 2011, 12:55
2011
Mai 22

Bild und meine Meinung !!

Oder BILDung macht Deutschland besser !

Es fällt mir wirklich nicht leicht, aber ich muss gestehen: Dieser Text ist erstens auf den Inhalt einer Flasche Pastis und zweitens auf die Lektüre von 12 Bild-Zeitungen zurückzuführen. Tja, tut mir leid. Ich weiß, dass ich einige jetzt zutiefst enttäusche, aber: Ja, es ist wahr. Ich habe tatsächlich 12 Tage lang jeden Tag Pastis getrunken. Wie der Text mit Absinth geworden wäre, werden wir nun nie erfahren.

Aber der Alkohol war in diesem Falle wirklich von therapeutischer Bedeutung. Denn ohne den Pastis hätte ich wohl kaum jeden Tag dieses Schwachsinns-Blatt ertragen. Es gibt nämlich Sachen, die darf man seinem Verstand, seinem Limbischen System einfach nicht im nüchternen, klaren Zustand zumuten. Aber: Wenn man wissenschaftlich arbeiten will, dann muss man eben auch Opfer bringen.

Mein Opfer bestand nun zunächst darin, dass ich am ersten Morgen meines Feldversuchs meiner hoch geschätzten und mir und mit mir sehr vertrauten Bäckereifachverkäuferin in die entsetzten, verzweifelten Augen blicken musste, als ich meiner Brötchenbestellung folgenden Halbsatz folgen ließ: „ … unne Bild !“ Es fiel mir nicht leicht. Ich nuschelte es auch mehr verstohlen über den Tresen. Und sie sah mich an; ihr Blick sagte alles oder besser: Er fragte mehr als tausend Worte: „Geht´s ihnen noch gut? Brauchen sie Hilfe? Soll ich irgendwen anrufen, hatten sie einen Schlaganfall, Hirntumor? Was ist passiert?!“ – Eine Bild ??? – „Tja, Recherche für eine neue Kolumne!“ „Ach so, na dann!“ Ich bat sie noch, mir für die Bild eine extra Brötchentüte zu überlassen, stopfte das Vollhirnblättchen, das „Hetzeteigteilchen“ verschämt in die Tüte und verließ das Haupt verschämt gesenkt die Bäckerei.

Diese Prozedur wiederholte sich nun die nächsten elf Tage, wobei die Bildzeitung am dritten Tag bereits in einer Brötchentüte verstaut und getarnt unter dem Tresen lag, und meine Bäckerbildkomplizin die Tüte nach abgeschlossenem Brötchenkauf aus Rücksicht auf mein pseudo-intellektuelles Dorfimage nur noch so beiläufig dazu schob und sie wort- und kommentarlos mit abzog. Wenn andere Kunden mit im Raum waren, zwinkerte sie mir noch verschwörerisch zu. Und ich wusste: Niemals würde unser kleines Geheimnis die Mauern der alten Backbutze an der Timmerlaherstraße verlassen.

Nun ist es so: Das zweite Opfer bestand darin, dass ich vor mir und meinem Gewissen zu verantworten habe,

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Auf 104,6 Radio Okerwelle

TS, 22. Mai 2011, 11:22
2011
Mai 22

Heute ab 12.00 Uhr – Auszüge aus der  “tagesthemen” Live CD