2011
Jun 16

Die Juli-Clicclac-Kolumne !!

Ich mache jetzt etwas öffentlich, das meine Nachbarn längst zu wissen glauben: Ich hasse Gartenarbeit.  Oder etwas sanfter formuliert: Ich lehne Gartenarbeit derart ab, dass sie in meinem Leben, meinem Kopf, in meiner Welt als Begriff eigentlich überhaupt nicht vorhanden sein dürfte. Die Kombination „Garten und Arbeit“ darf es doch tatsächlich gar nicht geben.
Der Garten, das Paradies, die Natur der Rückzugraum, der Fluchtpunkt, in dem man nach getaner Arbeit die Seele baumeln lässt, wo man einfach nix anderes tut, als nix tun und der Natur beim Wachsen zuguckt.

Und dann, kaum liegst du da, blinzelst in die Pfingstsonne und denkst: „Das Leben ist auch an christlichen Feiertagen zu ertragen. Heute, wo man nicht mal mehr auf dem Dorfe aus dem Dorf verbannt wird, wenn man eben nicht in der Kirche niederkniet.“
Da knien sie nieder, vorm Blumenbeet, zupfen, rupfen, schnippeln, beschneiden, jäten, spritzen, vergiften und entscheiden göttergleich und größenwahngetrieben, was wo wie wachsen und leben darf. Sortieren nach Kraut- und Unkraut, nach Nütz- und Schädling und nach eingekauft und eingeschlichen. Dabei ist das meiste, was sie in ihrer Parzelle noch dulden, gar nicht von hier, das würde hier freiwillig nie wachsen. Kiwi, Bambus, Palme, Pampasgras, Feigen und Avocados, die haben es doch zu Hause viel schöner. Egal, sie werden eingeschleppt, eingepflanzt, eingetopft und eingebuddelt.
Und dann wird ihnen eine klassische, korrekte deutsche Rasenkante entgegengesetzt und wehe, die wird ignoriert und der gute englische Rasen wird auch nur gestreift.
Nun mal eine kleine Bitte an unsere Leser mit Migrationshintergrund, nicht an die Pflanzen, an die Menschen, wirklich bitte mailen unter ts@thorsten-stelzner.de : „In welcher Sprache gibt es ein Wort für Rasenkante?“

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