21. Türchen 2006

TS, 21. Dezember 2011, 09:53
2011
Dez 21

UNSTERBLICH 2006

 

Auch wenn ich mich grau verfärbe,
weiß ich doch, dass ich nicht sterbe,
weil ich doch unsterblich bin,
Sterben hat für mich keinen Sinn.

Kommt dereinst der Sensenmann,
grins´ ich ihn verwegen an:
„Was willst du denn jetzt schon hier,
du vertust deine Zeit mit mir.

Alles was jetzt kommen könnt´,
hab ich mir doch längst gegönnt.“
Ob nun Himmel oder Hölle,
Fegefeuer, Paradies,
nichts von dem war je zu teuer,
nichts, was sich nicht machen lies.

Hab´ die Engel längst beflügelt,
bin mit Teufeln abgestürzt,
hab´ die Höllensuppe selber
mit ´ner Prise Schweiß gewürzt.

Hab´ Madonnen angebetet,
bösen Geistern abgeschworen,
hab´ die Seele längst verschachert
und mein Herz im Spiel verloren.

Bin in Flammen aufgegangen
und in Asche aufgewacht,
war der Gott, den sie besangen,
und verflucht in einer Nacht.

Saß doch schon auf Wolke sieben,
kenne alle Höllenqualen,
hab´ das größte Glück gewonnen,
musste es mit Schmerz bezahlen.

Lag schon totgesagt am Boden,
regungslos und völlig still,
Bin dann wieder aufgestanden,
weil ich noch nicht sterben will.

Auch wenn ich mich grau verfärbe,
weiß ich doch, dass ich nicht sterbe…

20. Türchen 2005

TS, 21. Dezember 2011, 09:50
2011
Dez 21

EGO-KUR

Wenn ich mal wieder einsam bin
und denk´, das Leben hat keinen Sinn,
weil es grad´ keinen Menschen gibt,
der mich von ganzem Herzen liebt,
dann hilft mir meistens nur die Kur
dann gebe ich mir …………….* – pur.

Ich tret´ vor´n Spiegel und ich denk´,
was für ein himmlisches Geschenk,
nein, dieser Wuchs ,die ganze Kraft,
in jeder Zelle Leidenschaft,
die blanke Schönheit, dieser Blick,
und diese Lippen – pures Glück.

Und dann der Gang, die Eleganz,
und dieser erotische Tanz,
in jeder Geste steckt der Trieb,
dann hauch ich noch: „Ich hab mich lieb!”
Und dann, mich selbst ganz festumschlugen,
wird noch Liebeslied gesungen.

Wenn ich mal wieder einsam bin
und denk´, das Leben hat keinen Sinn,
weil es grad´ keinen Menschen gibt,
der meine Schönheit innig liebt,
dann hilft mir meistens nur die Kur,
dann gebe ich mir………….*-pur.

Dann setz´ ich mich an mein Klavier
und texte ´rum und komponier´,
und schreibe mir ein Liebeslied,
wie es sonst keinem Mensch geschieht,
dann sing ich mich vor´m Spiegel an:
„Du bist ein unglaublicher Mann.“

„Du bist so schön so und so adrett,
komm, bitte, geh mit mir ins Bett.”
Und dann, dann sink´ ich voller Lust,
als hätte ich es längst gewußt,
aufs Wasserbett so ganz allein:
„Oh Gott, kann Liebe himmlisch sein.“