Die neue Clicclac-Kolumne – März-Heft…

TS, 28. Februar 2012, 16:40
2012
Feb28

WENN ES LÄUFT, DANN TROPFT ES NICHT ODER NACH FEST KOMMT AB!

Wieder mal eine kleine Geschichte zum doch immer noch vorhandenen gar nicht mal so kleinen „kleinen Unterschied“.
Ist ja auch bald wieder Frauentag und Satirefest und aus Tradition, oder weil mir immer dann auch nichts besseres einfällt, eine „Normal, Mann!“ contra „Typisch, Frau!“ Geschichte.
Also, es ist Sonntag ca. 11.00 Uhr. Das ist bei uns die Zeit zum frühstücken, zum quatschen, alles, was eigentlich noch zu erledigen wäre, schiebt man – Frau und Mann – auf die lange, ganz lange Frühstücksbank, selbst der Hund wird etwas vernachlässigt.
Als Frau sich erbarmt, mit ihm (dem Hund) Gassi zu gehen, beginnt Mann den Tisch abzuräumen und „abzuwaschen“, so wie in der Werbung artig die Speisereste vom Geschirr zu spülen, bevor das Ganze in der Geschirrspülmaschine verstaut wird. Und da ist es passiert. Ich drücke so den Schwenkarm von der Mischbatterie nach oben, vielleicht mit etwas zu viel Schmackes, kann sein – zu viel Energie am Sonntagmorgen – und kracks, hab ich das Ding in der Hand.
Erst habe ich noch gedacht. „Egal, kannste heute eh nix dran machen, ist Sonntag, wo sollste auch jetzt einen neuen Hahn her kriegen? Die Maschine läuft und fließendes Wasser wird in der Küche komplett überbewertet.“
Doch da kamen Hund und Frau nach Hause und mit ihnen die Offenbarung.
Mann rechnet ja wirklich mit allem, aber nicht damit, dass Frau für solche Fälle vorsorgt und Frau tatsächlich eine schicke verchromte Mischbatterie auf sicher in der untersten Küchenschublade liegen hat.
„Wie, wo kommt die denn her, verdammt?“ Mann war entsetzt.
„Gab ´s bei ALDI, haben wir da gekauft!“ Konterte Frau locker aus dem Schwenkarm. Und was soll ich sagen, zu meiner Schande muss ich gestehen, sie hatte Recht.

Haben wir da gekauft, weil bei Aldi kauft man nämlich nicht was man braucht, sondern was es gerade gibt und was man eventuell irgendwann mal brauchen könnte oder einfach nur haben will.
In diesem Fall war das noch etwas bekloppter, denn eigentlich hatte ich das Ding in der Erwartung und Hoffnung gekauft, es nie brauchen zu müssen. Schizophren, ich weiß.
Und nun kam Aldis Rache, es wurde gebraucht, wir hatten es da und es versaute mir den kompletten Sonntag (erstmal).
Im Nullkommanix lag ich unter der Spüle und zwar nicht, weil ich per se als Mann nun der Handwerker vor der Herrin bin oder weil meine Frau als selbstverständlich emanzipierte Frau der Meinung war, sie müsse mir dieses Terrain großzügig überlassen, damit ich mich auch noch irgendwo wenigstens als richtiger Mann fühlen könne. Nein, einfach nur, weil ich ein Mann bin und sie eine Frau ist. Das zum Thema Emanzipation.
In einem waren wir beide dieser Problematik gegenüber nämlich absolut gleich aufgestellt: Wir hatten beide noch niemals im Leben so eine Sch…mischbatterie ausgetauscht. Nur, Frau sagt das auch so selbstverständlich: „Hab´ ich noch nie gemacht, wüsste ich auch gar nicht, was ich da so …mhm… !“ Und erledigt. Mann denkt in dem Moment nur: „Ach, und was meinst du, wie oft ich das so mache? 18 Jahre verheiratet. Gib mal einen Tipp ab, warst ja immer dabei! Ach, noch nie, guck an!“ Aber Mann hat keine Chance, er muss trotzdem.
Also lag ich da, wie ein Forscher bei der Erkundung der Baumannhöhle, zwischen Stalaktiten und Stalagmiten, von oben tropfte es, von unten rammte sich immer mal wieder irgendeine Reinigerpulle in den Rücken, die Taschenlampe zwischen den Zähnen, mit Wasserpumpenzange und Schraubenschlüssel bewaffnet. Ein Herzchirurg hat wahrscheinlich bessere Sicht.
Auch sind seine Assistentinnen hoffentlich besser positioniert.
Meine saß in sicherer Entfernung auf dem Stuhl, genoss den häuslichen VIP-Bereich und die hervorragende Sicht auf meine Ein-Mann-Alfred-Tetzlaff-Pöbel-Show.
Wenn mich zwei Sachen zur absoluten Weißglut treiben, dann folgende:
1. Wenn ich etwas tun muss, was ich definitiv nicht kann und auch nicht will und
2. wenn mir dann noch jemand dabei zusieht
Also, alles war perfekt!
Wie es weiterging, lesen Sie in der nächsten Clicclac oder Sie hören es schon am Sonntag, den 11. März 2012 um 17.30 Uhr beim Satirefest in der Brunsviga.
Ich freue mich auf Sie / Euch.

Ein Kommentar

  1. Katrin schrieb:

    Herrlich! – Habe es bildlich vor Augen gehabt, 1 zu 1 mit gefühlt und – gelacht.

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