Cicclac-Kolumne -November 2013

Wer hat Angst vorm schwarzen Schaf,
oder adoptiert mich, ich will an die Brust !

Es ist doch so, spätestens in der Pubertät denkt jedes normal entwickelte Trotzkind – und das nicht nur einmal: „Verdammt, ich gehöre hier nicht her, das kann doch unmöglich meine Familie sein, nichts von dem was die sind, will ich sein und nichts von dem was ich will, begreifen die. Die müssen mich im Kreißsaal vertauscht, oder mich warum auch immer adoptiert haben.“

Wenn man dann noch ein sogenanntes Sandwichkind ist, umgeben von Geschwistern, die so gaaanz anders sind, kommt man schon mal längerfristig ins Grübeln.
Das hört auch nie auf. Immer wieder stoßen einem dann so grundsätzliche Unterschiede auf.

Warum sind die so spießig, so ordentlich, so – drücken wir es mal positiv aus – normal?
Warum bin ich so chaotisch, so bekloppt, so – drücken wir es mal positiv aus – kreativ?

Da muss doch was faul sein.

Ich für meinen Teil haben den Adotionsgedanken ziemlich schnell verworfen, denn hätten mich meine Eltern tatsächlich adoptiert, hätten sie mich spätestens im Alter von 15 Jahren, auf dem Höhepunkt meiner Schulverweigerungstrotzexperimtiergrundsätzlichenwiderspruchsphase, meinen leiblichen Eltern per Einschreiben, mit Rückschein und dem Zusatz: „Wir haben unser Bestes gegeben, er hat es nicht verdient!“ zurück geschickt. So habe ich mir das damals erklärt, damit habe ich ständig gerechnet.

Aber, sie haben es nicht getan, was dreierlei bedeuten kann.

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