Respekt, einfach nur Respekt!

TS, 30. November 2013, 20:20
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Clicclac-Kolumne Dezember

Respekt, einfach nur Respekt!
Ich habe ungeheuren Respekt vor dieser Kolumne.
Respekt, da kann man nicht einfach ein paar lustige, provokante Zeilen schreiben, jedenfalls kann ich das nicht.
Respektiert es bitte, dass das hier keine typisch koddrige „Stelzner-Kolumne“ wird.
Denn wenn mir etwas wirklich wichtig ist, dann ist eben dieser Respekt.
In vielen meiner Gedichte, bei fast jedem Auftritt fordere ich Respekt, – nicht für mich, obwohl natürlich jeder, der auf eine Bühne geht, selbstverständlich auch etwas Respekt für sich und seine Arbeit erwartet, ein respektloses Publikum ist für jeden Künstler eine Qual.
Nein, ich fordere Respekt für jeden Menschen, für jedes Lebewesen und auch einen respektvollen Umgang mit der Natur.
Ich wünsche mir eine respektvolle Gesellschaft. In der der eine für den anderen aufsteht, Platz schafft für den, der keinen hat, in der der eine sich stark mach für den der keine Kraft mehr hat.
In der die Gruppe, den einzelnen nicht erdrückt sondern schützt.
Respekt! Wie sagte Omma immer? „Was du nicht willst, was man dir tu, das füg´ auch keinem anderen zu!“ – So einfach kann das sein.
Wenn ich an der Ampel stehe und beim Anfahren die Karre abwürge, dann brauche ich niemanden der aggressiv hupend, mich darauf aufmerksam macht, dass er ganz offensichtlich der einzige ist, dem das noch nie passiert ist.
Renan Demirkan, vor der ich übrigens großen Respekt habe, hat in ihrem Buch mit dem Titel: “Respekt“ geschrieben: „Jeder hat seine zwölf Geschworenen in sich, jeder kennt aus eigener Erfahrung das Für und Wider seines Verhaltens, aber nicht jeder hat ein humanistisches Training erlebt.“
Das ist unser Problem, das humanistische Training ist uns in vielen Bereichen abhanden gekommen.
Egoismus, Profitgier, Missachtung und Not, lassen Menschen in einer Art und Weise handeln, dass mir oft schlecht wird. In Anbetracht der Taten die ich für absolut unmenschlich halte, die aber dennoch von Menschen begangen werden, fühle ich mich oft hilflos, aggressiv und ohnmächtig.
Meine Tochter hat mir vor kurzem ein Video gezeigt, indem Geflügel „geerntet“ wird wie Zuckerrüben, eine Maschine fährt quer durch die Hühner und mäht sie regelrecht nieder, saugt sie auf und rotzt sie dann auf die Schlachtbank.
Und die Frage die sich mir stellt ist:“ Wer ist der Mensch, der das zu verantworten hat, wie fühlt sich der Mensch der diese Maschine bedient? Wie groß muss die Not oder die Angst vor dem Jobverlust sein“
Was fühlt der Nestlévorstand, wenn er täglich 800.000 Liter Wasser aus dem südafrikanischen Boden pumpen lässt, aber dem Arbeiter, der keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser hat, gerade mal einen halben Liter gönnt, für sich und seine Familie.
Wie sind Menschen gestrickt, die hemmungslos jede Nische ausnutzen, die nicht nach besten Wissen und Gewissen handeln, sondern nur nach Gesetzeslage.
Wo kein Kläger ist ist auch kein Richter, kann das wirklich so einfach sein.

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TS, 30. November 2013, 19:57
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