Clicclac-Kolumne Mai

Eigentlich müsste ich diese Kolumne singen.
Naja, das kann ich ja beim nächsten Auftritt tatsächlich mal versuchen.
Den Lindenberg kriege ich ja mittlerweile ganz gut genuschelt.
Den Niedecken eher nicht richtig gekölscht.
Nur, den Westerhagen, den will ich aber auch so gar nicht! …

Die erste Liebe: “Verdammt lang her, dass ich fast alles ernst nahm.
Verdammt lang her, dass ich an was geglaubt!“ (Niedecken)

“Ja wir waren noch Kinder, wir spielten einen Traum.
Es kam der erste Bart ein zarter Flaum.
Ja wir waren noch Kinder von Angst noch keine Spur,
wir dachten damals wirklich, es gäb uns nur.“ (Westernhagen).

Eigentlich ist das schon eine Schande, dass ich diese Kolumne mit Niedecken und Westernhagen eröffne, aber dafür wird der Udddo schon noch entschädigt…. und zwar jetzt:
„Ich weiß noch, als du da `rein kamst, in unseren Rock `n`Roll Club (MK-Fetenkeller), da ist mir auf der Stelle die Sicherung durchgebrannt!
Ich hatte mich immer für´n coolen Jungen gehalten, doch die Kinnlade klappte mir weg, und das Bier(Cola)glas flog mir aus der Hand.
Und ich spürte sofort, dass du irgendwie wie Rauschgift warst und ich sagte:“ Okay Göttin, ich gestehe, dass ich süchtig bin!“

Ja, die „Kollegen“ haben die Abläufe damals, zumindest in meinem Kopf, ganz maßgeblich begleitet und sogar beeinflusst.

“Dann ging das los, wir waren wie besessen, wir konnten nicht mehr schlafen, wir konnten nicht mehr essen. Wir waren nur noch in totaler Aufruhr. Wir hingen zusammen, rund um die Uhr.
Dass das immer so bleibt, mit Ewigkeitsgarantie, das war unsere feste Meinung. Und warst du auch nur `ne halbe Stunde weg, kriegte ich sofort `ne Entzugserscheinung.
Dann die ersten Pettingaktionen …..“

Wenn ich mir das heute so vergegenwärtige und dabei berücksichtige, dass mein großes Idol, also der Udddo L. als er das schrieb runde 30 Jahre alt war, und ich grade frische 13.
Naja, das war dann doch schon auch ein Stück Klientelliedgut. Er wusste, die Bengels mit dem aufkeimenden Testosteronüberschuss, geprägt durch Westernhelden und einem Resteinfluss von Bogart und Dean, die konnten nicht “Bravo” lesen und auch nicht unbedingt mit ihren Müttern über „sowas“ reden. Die brauchten einen der ihre Sprache sprach und ihre Themen aufgriff.

Und das tat er.
Ich weiß noch wie er bei dem Konzert in der Stadthalle oben auf dem Lautsprechern hockte, im Scheinwerferlicht und sang:
“Es schmerzt ein bisschen, ich seh dein Gesicht ist vom Spießertran gezeichnet und als Droge bist du leider überhaupt nicht mehr geeichnet (er sang wirklich geeichnet)! Und deinetwegen hätt´ ich mich damals beinahe umgebracht!
Mit den Tabletten in der Hand bin ich rumgerannt,
die ganze Nacht, doch mein Mut, und das war sehr gut,
hat dann doch nicht mitgemacht!“

Das war´s, er erklärte eben nicht nur, wie wir coolen Jungs den Aufriss starten sollten: „ Eyh Baby, lass uns nach Las Vegas die Sonne putzen!“ Mehr »

TS, 23. Mai 2014, 13:16
2014
Mai 23

Ich & Du Eröffnungsrede live

TS, 20. Mai 2014, 13:53
2014
Mai 20

Rede zur Ausstellungseröffnung –
ICH und DU – von Anna Laibach und Ingo Lehnhof –
zu sehen bei Buch & Kunst –
Kasernenstr.12 – 38102 Braunschweig
Öffnungszeiten Di – Fr 10:00 – 13.00 Uhr, 15:00 – 18:00 Uhr
Sa 11:00 – 13:00 Uhr

Ich & Du
Manchmal wird man aber auch in Rollen gepresst! Wenn man, nach zwei Flaschen Rotwein, von seinen Freunden gefragt wird, ob man …die einleitenden Worte für ihre Ausstellungseröffnung sprechen würde, dann kann man nicht anders, als zu zu sagen: “Ja, klar mach´ ich, wenn Du, wenn Ihr das gerne möchtet! Dann erfährt man den Ausstellungstitel – ICH&DU – und denkt: ICH und DU, nun ja, das sind Wir, so oder so! Nur, wer ist jetzt das ICH und wer das DU? Da wären wir Künstler uns im Übrigen weitestgehend einig: Das ICH sind immer WIR ! Darum steht das ICH in diesem Falle auch vorne – das tut man ja eigentlich nicht, es sei denn, man ist aufrichtig genug, den anderen zu vermitteln: So isses, ICH, immer erst mal ICH, warum auch nicht ?
Nun ist das hier heute etwas komplizierter, denn der Titel Ich und Du steht für eine Gemeinschaftsausstellung: Also, zwei Künstler, eine Ausstellung und der Titel Ich und Du. Zwei Künstler! Müsste doch demnach dem Naturell des Künstlers entsprechend Ich und Ich heißen, denn wer will schon das Du sein, wer ordnet sich schon gerne unter oder nach, wem ist das Ich des anderen schon wichtiger als die Rolle des eigenen DUs? Aber ICH und ICH? Das gab´s schon, und das waren auch Künstler – sagt man! Das geht also nicht, aber: DU und DU?? Dudu! Verdammt, warum dann nicht einfach: WIR? Oder: Deins und Meins, oder Unseres ? Oder Ingo und Anna, Anna und Ingo! Das ist jetzt allerdings eine interessante Frage, kriegt man das fertig? Namentlich sein Ich voran zu stellen, in einer Beziehung? Will man, kann man das so festlegen? Also, zwei Künstler, und einer immer, immer die Nr. eins? Dann ginge doch auch Ich oder Du, oder ? Verdammt, ist das kompliziert! Ich soll hier was sagen; hast Du Dir, habt Ihr Euch überhaupt mal die Mühe gemacht, darüber nachzudenken, ob ich das kann?? (Ich kann das nicht! – Du machst das schon!) Vielleicht steckt in dem Titel auch eine Spur von Schizophrenie.
ICH und Ich und Ich und ICH und Du und DU – wer bin ICH eigentlich für Dich? Wie viel von meinem Ich steckt in deinem Du? Wie viele Dus braucht das Ich, um sich definieren zu können? Wie viele Dus bin ich für Dich? Wie wäre dieses Ich, umgeben von ganz anderen Dus zu einer ganz anderen Zeit? Wer ist sich Ich genug, um sich als solches festlegen zu können? Ich bin ich und so bin ich nun mal!! Sieh Du doch zu, wie Du damit klarkommst. So könnte man es auch verstehen, das Selbstverständnis der Kunst. Ich und Du – sind das zwei Künstler in einer Ausstellung, oder sind das die Künstler und der Betrachter? Sind wir das DU und die beiden die ICHs? Das geht! Beide stehen gemeinsam voran, jeder mit seinem Ego und wir folgen. So sollte es sein!
Wenn die Ausstellung eröffnet ist, folgen wir den beiden zu ihren Werken, stehen allein, jeder für sich mit unseren Gedanken davor und denken: Was willst DU mir damit sagen? Mehr »

HILDESHEIM:

Thorsten Stelzner hat Material für mindestens fünf Stunden Lesung dabei. Der Braunschweiger sitzt wie ein Bürokrat an seinem Tisch, vor ihm das Mikro, ein Wasserglas und ein dicker Aktenordner voller Texte. Etwa 50 Gedichte schreibt er pro Jahr, inklusive einem komplett neuen Satireprogramm. Gerade ist er mit “EGO-KUR – F…rontal und kontrovers” unterwegs – am Mittwochabend machte er Halt in der Bischofsmühle.
Bei dem 51-Jährigen, der sonst auch gerne auf Kundgebungen oder Demos liest, geht es primär um Politikerkarrieren, den gläsernen Menschen, um Markenfetischismus, das grundlose Einkommen als Bedingung und warum der Primat seinen Führerschein bekommen hat. Das ganze poppig und rasant verpackt, in einem unglaublichen Tempo vorgetragen – jongliert und gegrantelt.
Die Lesung die vom DGB-Kreisverband Hildesheim organisiert wird, ist gut besucht. Ein Publikum, das über den nörgelnden Stelzner mit der kernigen, rauchigen Bühnenstimme, dem die Udo-Lindenberg-Imitation perfekt gelingt, lachen kann. Ein Abend für SPD-Wähler, die dem “Polit-Poeten”. wie er sich selbst nennt, oft nickend zustimmen, denn ja: Die Welt ist schlecht, aber wir können es besser machen. Unseren Kindern erklären, dass wir sie niemals auf Seite Eins der Tageszeitung sehen wollen, denn da findet man nur die “echten Sünder”- Machtmissbraucher, Kriegstreiber oder Kinderschänder. Sie dürfen also ruhig mal im Stehen auf der Damentoilette pinkeln oder über eine rote Ampel gehen. Es geht um die ernsteren Themen: Stelzner setzt diesen Text ganz an den Anfang. Eines von den Gedichten, die er in seinen Büchern veröffentlicht, sieben sind bereits erschienen, sein Satireprogramm spricht er lieber auf CD.
Der Braunschweiger ist schon viele Jahre unterwegs, er stand mit Konstantin Wecker auf der Bühne und hat sich oft gefragt, warum er so spät geboren wurde — Mehr »

2014
Mai 8

Erzähl mir nix, es gibt immer was zu feiern!
Oder Nutella, das Wort zum Sonntag und Graf Zahl !

Also, für alle, die ohne Grund nicht feiern, nicht trinken und nicht lustig, fröhlich, glücklich sein können.
Wir haben einen, wir haben einen echten Grund: Das Clicclac-Jubiläum – die Clicclac wird 10!! 10 Jahre – Donnerwetter !! Chapeau!
10 Jahre, n…aja, nun gut, ich war nicht von Anfang an dabei, also kann ich auch nicht richtig mitfeiern, aber das ist eigentlich auch komplett egal, denn wer zählen kann, der kann auch jubilieren. Ich z.B. feiere exakt heute, dass ich zum 25. Mal den Redaktionsschluss verpennt habe.
Das ist doch auch was, oder?
Wir sind nicht zufällig mit zehn Fingern ausgestattet, das dient ganz nebenbei auch dazu, dass wir uns ordentlich im Dezimalsystem bewegen können.
Und nun zählen wir einfach alles und immer erst mal bis zehn, in jedem von uns steckt ein kleiner „Graf Zahl“.
Das gesamte menschliche, irdische Dasein hätte überhaupt keine Bedeutung, wenn es nichts zu zählen gäbe.
Nun, nicht alles was man zählen kann gibt auch Anlass zu feiern. Aber, wenn man einen Anlass sucht um mal wieder ordentlich die Sau raus zu lassen, dann habe ich hier einen „geheimen Tipp“,
es gibt extra für Leute auf Alibisuche einen Katalog, herausgegeben vom DRA (Deutsches Rundfunkarchiv), da stehen sie fast alle drin, die Jahrestage 2014. Das gesamte Werk umfasst 167 DINA4 Seiten.(Habe ich mir extra runtergeladen, da mit mir auch kein Grund entgeht)
Und nur so, für den Wonne-ClicclacJubiläums-Monat-Mai sind das mal eben 137 Einträge. 137 , das sind rund 4,5 Gründe pro Tag um sich mal wieder, freundlich formuliert, gehen zu lassen. Es muss ja nicht immer enden wie beim Karneval, oder Osterfeuer. Mehr »