2014
Jul 29

Clicclac-Kolumne August/September

Schrittmacher, Trennschleifer und Wegweiser!

Es sind die ersten Schritte, die fallen uns allen schwer,
doch nach den ersten Schritten gibt es kein Halten mehr,
wir latschen immer weiter, die Richtung scheint egal,
doch plötzlich kommt zu Gehen, das Denken und die Qual
nach links oder nach hinten, nach rechts oder nach vorn,
ich hab die Macht zu gehen, doch ohne Ziel bin ich verlor´n ….

Die ersten Schritte! Das erste Signal! „Seht her, ich kann das jetzt alleine. Nee, nee, deine Hand, lass mal ruhig los jetzt hier, mir passiert schon nix!“ Was waren wir stolz, als unser Erster, unser Ältester plötzlich durch den Baumarkt fegte. Und mir fielen sofort die mahnenden Worte einer meiner betagteren Stammkundinnen ein: „Genießen sie es Herr Stelzner, genießen sie es – es geht sooo schnell.“ Krächzte sie verheißungsvoll, wie die Hexe aus Zwergnase, als sie sich über den Kinderwagen beugte und unseren, grade mal drei Wochen alten, Nachwuchs begutachtete/bestaunte!! Und ich dachte nur: “Klar, es geht sooo schnell, nun lass ihn man erst mal laufen!“ Denn in den ersten Wochen ging ja nun mal gar nichts schnell, im Gegenteil, Schlafmangel und das einfädeln der Alltagsroutine, dieses langhangeln an der neu gespannten Leine aus Verantwortung und Abhängigkeit ließen die Zeit fast erstarren, man bewegte sich wie in Trance, das Leben zog sich träge dahin, wie Unterwassergymnastik in kaltem Honig. Und alles was ich wollte, alles was ich mir erhoffte war etwas Beschleunigung. Einen Schrittmacher, der dafür sorgte, dass dieses kleine hilflose, abhängige Menschenkind doch möglichst schnell, möglichst viel alleine, ohne mich und selbstständig zu erledigen in der Lage wäre. Und nun stratzte er also plötzlich durch den Baumarkt…. Mehr »