Die neue Kolumne – Clicclac Mai

Glück gehabt, vom Pech verfolgt …

Jetzt mal ganz ehrlich, wann hat man denn schon mal Glück im Leben?
Also, in meinen Leben ist wirklich alles, alles komplett schiefgelaufen.
Von der ersten Sekunde an, obwohl, hätte es die erste Sekunde nicht
gegeben..?
Na ja, egal, Pech ist Pech und ich hatte Pech, immer. Ich bin der Donald Duck, der dem Gustav Gans immer nur neidvoll hinterher hecheln konnte.
Wirklich, Glück hatten immer nur die anderen, alle anderen.
Im Grunde bin ich der Gegenpol, ohne mich gäbe es gar kein Glück auf dieser Welt.
Ich bin die andere Seite der Medaille, ich bin der Pechmarie, goldig war bei mir nichts. Ich bringe die Waage ins Gleichgewicht.
Acht Milliarden Menschen auf diesem Globus, jetzt und hier! Die, die schon da waren und das Glück hatten nicht als Ich geboren worden zu sein und nach einem erfüllten und glücklichen Leben längst schon wieder gegangen sind, jetzt mal nicht mitgezählt. Aber allen, tatsächlich allen, ist es besser ergangen als mir.
Alle anderen standen an der Kasse immer in der Schlange, an der es schneller ging. Alle waren im Stau immer auf der richtigen Spur, alle haben immer den letzten Parkplatz gefunden – ohne suchen zu müssen. Die gesamte Menschheit kommt nach mir ins Wartezimmer und ist vor mir wieder draußen! Alle haben immer
einen Schirm dabei, meiner liegt immer zu Hause.
In meiner Nähe sind immer alle glücklich, weil sie wissen: Der Stelzner, der absorbiert das Pech, uns kann gar nichts passieren. Mich nimmt man mit, wenn man Rubbellose kauft, ich bin das Negativmaskottchen. Willst du im Lotto
gewinnen, lass mich die anderen 43 Kästchen ankreuzen, dann klappt das schon.
Ja. so sieht das aus, das Leben, mein Leben ist ein echtes Fiasko. Da wäre jetzt mal ein kleines bisschen Mitleid angesagt. 53 Jahre läuft das jetzt schon so, alles was ich anfasse, geht in die Hose, oder auf die Hose, auch egal.
Immer sitze ich am Ende da und suhle mich mit meiner dreckigen Hosen im Elend.
Und jetzt soll ich auch noch eine Kolumne zum Thema Glück schreiben. Super! Was soll ich denn bitte alles einwerfen, um überhaupt zu wissen und zu
empfinden, worüber ich da schreiben soll. Ich hab doch keine Ahnung, wie sich Glück überhaupt anfühlt. In meinem Gehirn ist die Abteilung mit den Botenstoffen, die dir Glücksgefühle durch den Frontallappen pumpen, wegen
mangelnder Pflege und Nutzung an die Abteilung Frust- und
Aggressionsbewältigung untervermietet.
Tja, Pech gehabt (schon wieder) – ich kann nicht über Glück schreiben! Ist ja nicht so, dass man einfach so Glück hat und alles ist gut! Nein, man muss das ja auch empfinden können, das kann ich aber nicht!
Ich habe das gar nicht gelernt. Ja, wie denn auch?
Da wirst du in einem der reichsten Länder der Welt geboren, erlebst 53 Jahre Wohlstand und Frieden, hast immer ein Dach überm Kopf, Heizung, warmes, sauberes Wasser, hast nie hungern müssen, lebst in Freiheit, ohne Unterdrückung und Folter, heiratest eine tolle Frau zeugst vier intelligente und gesunde Kinder, verwirklichst dir im Grunde deinen
Lebenstraum, machst ausschließlich was du willst! Und bildest Dir natürlich ein: „Jeder ist seines Glückes Schmied!“ Und dann sollst du dir vielleicht doch noch eingestehen:„ Ja, Schwein gehabt! Alles reine Glückssache!“ Soweit kommt das noch!
Hab ich etwa im Lotto gewonnen? Eben, hab auch nie gespielt. Das wär´s ja noch gewesen, das hätte mir grade noch gefehlt, Kohle bis zum abwinken! Wer weiß was aus mir geworden wäre? Vielleicht so ein richtig arroganter Großkotz!
Ich sag ja: Glück gehabt und vom Pech verfolgt, aber irgendwie war ich bisher immer ein bisschen schneller!

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