Stelzner "Tagesthemen" 11.03.2011 – 17.30 Uhr
SATIREFEST – Brunsviga – Karlstraße 35 – 38106 Braunschweig
Wieder gern dabei und hoch motiviert, der Satirelehrling hat seine Zwischenprüfung ab- und 2011 seine Satire-CD "Tagesthemen" (Livemitschnitt aus der Brunsviga) vorgelegt, nun wird nachgelegt. Das neue Programm, die Anzahl der Wörter spielt längst keine Rolle mehr, das passt schon, trägt den Titel der CD, geht aber weit über deren Inhalt hinaus. Es ist viel ist passiert in den letzten Monaten und es wird mit Sicherheit auch noch einiges vorfallen, auffallen und abfallen vom Tisch der täglichen Krisen-, Katastrophen- und Kuriositätenverfütterung und so wird auch dieser Abend wieder ein bitterböser, rasanter Mix aus Kolumnen, Alltagsabsurditäten und liederlicher Lyrik. Wie immer befindet sich auch dieses neue Programm im Moment noch mitten im Entstehungsprozess, sodass auch dieser Sonntagabend wieder den Titel „Welturaufführung" verdient hätte, würden nicht die eingeweihten Braunschweiger längst wissen wo und wie sie sich die Vorabdrucke und Insiderinformationen zugänglich machen können….. Also mehr dazu unter: www. thorsten-stelzner.de oder auf facebook
Sie haben die Möglichkeit, Karten online zu buchen über unseren Ticketpartner www.adticket.de . Auf dessen Seite im blauen Feld links oben einfach bei "PLZ, Stadt oder Location" den Namen "Brunsviga" eingeben.
TAGESTHEMA: Treuerabatt !!
Die neue CD (12,—€) und
Eintrittskarte Satirefest Brunsviga 11.03.2011 (11,—€)
zusammen für 20,— € ts@thorsten-stelzner.de
Bei Graff schon vergriffen !! Graff hat nachgelegt !!!!
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Heute in der Braunschweiger Zeitung !
GEGEN BANKEN MACHT!
24. Türchen
DER WEIHNACHTSMANN – IN RENTE 2010
Der Weihnachtsmann, der Weihnachtsmann,
der ruft am Heiligmorgen an:
“Ich kann nicht mehr, ich fühl’ mich schlapp,
ich krieg’ die Viecher nicht auf Trab.
Der Schlitten morsch, die Kufen rostig,
der Wind zu steif und viel zu frostig,
es reicht jetzt hin, ich hab’ genug,
ich annulliere jetzt den Flug.
Denn überhaupt, auch der Verkehr,
es ist verdammt schon lange her,
da hatt´ den Himmel ich für mich.
Doch jetzt, oh Mensch, ich bitte dich:
Nun sieh es ein, es geht nicht mehr,
ihr fliegt jetzt selber kreuz und quer,
stresst mir die Tiere, macht sie scheu,
die fressen nicht mal mehr ihr Heu.
Weil sie wissen: “Wir sind out!”
Es ist für sie auch viel zu laut.
Raketen, Düsenjets mit Überschall
Airbus, Boing – habt ihr ´nen Knall?!
Wie soll man da den Schlitten lenken?
Ihr solltet auch mal an uns denken.
Doch ihr, ihr denkt schon lang nicht mehr,
ihr jammert ständig hinterher.
Ich hab es satt, die Schnauze voll,
ich weiß auch gar nicht, was das soll:
September in der Innenstadt,
macht ihr die Weihnachtsstimmung platt.
In jedem Center, jeder Butze
steht schon einer mit Kaputze,
mit Glatze oder Wattebart,
in Vollmilch oder bitterzart,
Milka, Sprengel, Kinder, Lindt
was glaubt ihr eigentlich, was wir sind?!
Staffage für die Zuckerbäcker,
innen hohl, aber sooo lecker?
Wisst ihr wie sehr das schmerzt,
wenn ihr in eurer Werbung scherzt,
dass Weihnacht ist, wenn Cola kommt?
Die kommen dann tatsächlich prompt
mit einem ries´gen Ami-Truck.
Da schleppt nicht einer mehr den Sack.
Warum denn auch, es geht so schnell,
mit UPS und DHL .
Was waren das für schöne Zeiten,
auf Kufen über Wolken gleiten,
den Sack geschultert, von Kind zu Kind,
wobei das jetzt auch vielmehr sind.
Milliarden wurden aus Millionen,
die auf dem ganzen Globus wohnen.
Nehmt´s mir nicht krumm, für mich ist klar,
dass das hier meine Kündigung war.
Ich wünsch` euch allen nur das Beste,
viel Geschenke , frohe Feste,
Gänsebraten oder Ente…”
Der Weihnachtsmann,
ab jetzt in Rente!
23. Türchen
DAS TESTAMENT 2009
Jedes Leben hat sein Happy End –
das Testament.
Und darum denk´ ich drüber nach,
wen ich am Ende glücklich mach:
Mein letzter Wille – nach der Pille,
die ich sicher schlucken muss,
denn ich mache selber Schluss.
Lieber Gott und Teufel und Tod,
macht euch keine Not,
ich mache das dann schon allein,
ich werde nicht das Opfer sein.
Ich bin der Täter bis zum Schluss,
ich gebe mir den Todeskuss,
selbstverliebt und selbstbestimmt
bin ich´s, der mir das Leben nimmt.
Und dann, dann bitt´ ich euch,
verteilt mein Zeug:
Wenn es Geld ist – wie banal,
nehmt es, gebt es, mir egal.
Meine Bücher – gebt sie Lesern,
den Pastis mit allen Gläsern -
schenkt ihn den Trebern
oder trinkt ihn bei den Gräbern.
Macht mir nicht auf Trauer,
das macht mich nur sauer.
Ich hab gelebt, geliebt, gelacht,
und so wird dann auch Schluss gemacht.
Meine Platten, Videos, die Musik
schenkt sie irgendeinem Freak,
der wie ich die Worte hört,
den gesung´ner Schwachsinn stört.
Meine Comics – nicht ins Altpapier –
ich lasse sie sehr ungern hier.
Doch ich wäre gerne sicher,
dass ich manchmal ein Gekicher
von euch bis ins Jenseits höre,
mitlache und die Toten störe.
Meine Jacken, Stiefel, Hosen,
verteilt sie an die Obdachlosen.
Meine Werte, Ideale und Philosophie,
nehmt sie nicht ernst – ich tat es nie.
Legt sie mir bitte mit ins Grab,
weil ich nicht den Anspruch hab,
dass da irgendwas von bleibt
und vielleicht mal Knospen treibt.
Außer der Birne, die hätt ich gerne,
oder nur ´ne Hand voll Kerne.
Denn ich schätze Ribbeck sehr.
Und vielleicht auch hinterher
aus meinem stillen Haus,
sprießt ein kleiner Spross heraus …
So, das soll´s gewesen sein –
ach so, zuletzt der Stein:
Macht euch keinen Stress damit,
ob Marmor, Gips oder Granit –
ich werde ihn bestimmt nicht sehen,
und die paar, die vorüber gehen,
oder am Todestag mal vor ihm stehen,
die kommen nicht wegen der Steine,
na ja, ihr wisst schon, was ich meine.
Also macht`s gut – ich bin mir sicher.
Und immer dran denken – Gekicher!
22. Türchen
ANDERE WELT 2007
Du willst `ne Welt,
ganz klar und simpel strukturiert,
mit einem Führer, der dir sagt
in welche Richtung man marschiert.
Du brauchst ein Feindbild, am besten eines,
das viel schwächer ist als du,
damit du weißt,
wenn es mal ernst wird, der Sieger, der bist du.
Du willst ein Leben
im schlichten Braun
und schön uniformiert,
damit man nicht bei all den Farben
den Überblick verliert.
Du willst Respekt und Achtung,
für den kleinsten Grund der Welt
und du willst stolz sein,
weil du dich für auserkoren hältst.
Du bist hier geboren, zufällig
und kannst selbst gar nichts dafür
und nun stehst du auf der Strasse
und brüllst: „Dieses Land nur mir!”
Ich will ´ne Welt
ganz frei von Hass und Ignoranz
mit einem großen Nenner
- Toleranz.
Ich brauche Freunde,
am besten einen
aus jeder einzelnen Nation
und dabei juckt mich
überhaupt nicht, des anderen Religion.
Ich will ein Leben
in allen Farben
und ohne Uniform,
denn Freiheit ist am größten
ohne jede Norm.
Ich will Achtung und Respekt
für jeden Menschen
und deshalb steh´ ich hier
und sag´ es laut und deutlich:
“Dieses Land, nie wieder dir!”
21. Türchen 2006
UNSTERBLICH 2006
Auch wenn ich mich grau verfärbe,
weiß ich doch, dass ich nicht sterbe,
weil ich doch unsterblich bin,
Sterben hat für mich keinen Sinn.
Kommt dereinst der Sensenmann,
grins´ ich ihn verwegen an:
„Was willst du denn jetzt schon hier,
du vertust deine Zeit mit mir.
Alles was jetzt kommen könnt´,
hab ich mir doch längst gegönnt.“
Ob nun Himmel oder Hölle,
Fegefeuer, Paradies,
nichts von dem war je zu teuer,
nichts, was sich nicht machen lies.
Hab´ die Engel längst beflügelt,
bin mit Teufeln abgestürzt,
hab´ die Höllensuppe selber
mit ´ner Prise Schweiß gewürzt.
Hab´ Madonnen angebetet,
bösen Geistern abgeschworen,
hab´ die Seele längst verschachert
und mein Herz im Spiel verloren.
Bin in Flammen aufgegangen
und in Asche aufgewacht,
war der Gott, den sie besangen,
und verflucht in einer Nacht.
Saß doch schon auf Wolke sieben,
kenne alle Höllenqualen,
hab´ das größte Glück gewonnen,
musste es mit Schmerz bezahlen.
Lag schon totgesagt am Boden,
regungslos und völlig still,
Bin dann wieder aufgestanden,
weil ich noch nicht sterben will.
Auch wenn ich mich grau verfärbe,
weiß ich doch, dass ich nicht sterbe…
