14. Türchen 2001

TS, 14. Dezember 2011, 06:04
2011
Dez 14

SAG: “NEIN!” 2001

Sag´ `s noch mal mein Freund,
sag´ es wieder !
Ich habe es so oft gesagt,
ich schrieb darüber Lieder.
– Ist egal mein Freund,
sag `s noch mal mein Freund,
sag es immer, immer wieder!
– Ich kann mich nicht mehr hören mein Freund,
ich bin mir selbst zuwider,
ich sagte es zu oft, ich sang,
ich schrie und brüllte sie schon nieder.
– Ist egal mein Freund, bitte tu es wieder,
sag´ `s noch mal,
du hast keine Wahl,
leg nicht deine Waffe nieder.
Sag´ es immer, sag es immer, immer, immer wieder…
Sag´: „NEIN“, mein Freund, wenn sie Menschen brechen.
Sag´: „NEIN“, wenn sie von Kriegen sprechen.
Sag´: „NEIN“, wenn sie die Freiheit knebeln.
Sag´: „NEIN“, wenn sie an ihren Hebeln
immer noch mit Macht und Kraft
das zerstören, was Frieden schafft…
SAG´: „NEIN !!“ … mein FREUND!

13. Türchen 2001

TS, 14. Dezember 2011, 05:29
2011
Dez 14

ICHE UNDS DUSEN 2001

 

Im Stamm der Iche,
die da leben in Egoistien,
ist jeder sich das Wichtigste,
hat jeder Ich nur sich im Sinn,
bevor die Ichs was machen,
was allen Ichen nützt,
sieht jeder Ich erst einmal zu,
dass er sein Ich beschützt.

Beim Volk der Dusen,
die da leben im Tududastal,
ist jedem Du das eigene Tun
die allergrößte Qual,
bevor der Du was tut,
was allen Dusen dient,
sieht jeder Du erst einmal nach,
ob ein andrer Du beginnt.

Und zwischen Egoistien
und dem Tududastal,
da lebten stolz
die Wirs und Uns,
denen waren die Ichs und Dus egal,
die hatten stets nur eins im Sinn –
das Wohl des Staates Wirunsien.

Ich wünschte mir
so manches Mal,
in Egoistien und im Tududastal,
ein bisschen Uns, ein wenig Wir,
ohne dass ich mein Ich verlier´,
und weil die Ichs und Dus so sind,
fängt das erst an wenn ‘s ICH beginnt.

Adventskalender 2010

TS, 12. Dezember 2011, 12:47
2011
Dez 12

Unter der folgenden Adresse ist der gesamte Adventskalender 2010 noch aktiv –

Dank an Hans Kottke und viel Spaß damit !!

http://www.hanskottke.de/wordpress/?p=1442

12. Türchen 1999

TS, 12. Dezember 2011, 03:50
2011
Dez 12

KRIEG, HÖR ZU!

Krieg, hör zu! Mich kriegst Du nicht !
Krieg dich wieder ein!
Krieger bin und war ich nicht
und werd´ ich niemals sein.

Nie im Leben Uniform,
niemals ein Soldat,
niemand spannt mich jemals ein,
in diesen Apparat.

Nie im Leben stumm gehorchen
oder funktionieren,
keines Falles blind vertrauen
und stramm mitmarschieren.

Niemals einen Menschen töten,
auch nicht auf Befehl,
niemals folge ich Regenten,
auch nicht wenn ich sie wähl´.

Krieg hör zu! Dich gäb´ es nicht,
wenn es sie nicht gäbe,
keiner würde sterben wollen,
nur damit ich lebe.

Niemand hier verteidigt uns
nur aus Nächstenliebe,
alle diese kämpfen auch
für das Machtgeschiebe.

Frieden ist zu kriegen,
nur ohne jeden Krieg,
Krieger sind zufrieden,
wenn sie kriegen ihren Sieg.

Sieg am Ende eines Krieges
heißt, wir haben was verloren,
Menschen sind gestorben,
die nicht dafür geboren.

Also Krieger kriegt die Kurve,
Krieg kriegt keine Macht,
wenn kein Krieger dieser Erde
Kriege möglich macht.

KRIEG, HÖR ZU! 1999
80

11. Türchen 1999

TS, 11. Dezember 2011, 13:27
2011
Dez 11

IRGENDWELT

Irgendwer schuf irgendwann irgendwie die Welt,
irgendwo hat irgendwer die dann hingestellt.
Vielleicht in ein Terrarium, vielleicht in ein Regal,
vielleicht schmiss er sie auch ins Klo
und dachte mach`s nochmal.
Vielleicht war es ein Prototyp – ein kläglicher Versuch,
vielleicht geschah´s aus Rache und war ein böser Fluch.
Vielleicht war es ein Unfall, ein zufälliges Produkt,
vielleicht ist es ´ne Raubkopie, geklaut und abgeguckt.
Vielleicht, vielleicht, vielleicht auch nicht,
wer wird das je erfahren?
Wir grübeln doch schon lange hier,
nicht erst seit ein-, zweitausend Jahren.

Irgendwo fing irgendwer irgendwas mal an zu zählen
und nur weil ´s nun 2000 sind, soll mich das etwa quälen.
Irgendwie ist ´s irgendwo irgendwem egal,
ob eins, ob zwei, ob endlos viel, es ist doch bloß ´ne Zahl.
Irgendwer, wenn es ihn gibt, hat nicht mal mitgezählt,
der hat für uns mit Sicherheit ´nen anderen Plan gewählt,
der wird vielleicht mal irgendwann beim Aufräumen oder so,
in seiner alten Kammer oder in seinem Büro,
mit Staunen oder Entsetzen, Erschrecken oder Stolz,
bemerken was wir treiben und denken: „Ach was soll´s,
der alte Kram, der kann jetzt weg, das ist doch längst veraltet,
dann gehen hier die Lichter aus, weil er sie uns abschaltet.

10. Türchen 1994

TS, 10. Dezember 2011, 14:11
2011
Dez 10

SCHLUSSVERKAUF

Was ist mit den Leuten los,
warum gucken die so,
was hetzen die so durch die Stadt
die hasten sich k.o..

Was ist denn hier so wichtig,
dass man so rasen muss,
steht das Ende vor der Tür,
ist morgen hier schon Schluss?

Hab´ ich was verpasst,
ist hier irgendwas passiert,
die Hektik macht mich fertig,
ich bin völlig irritiert.

Die müssen doch erklären können,
was sie hier so treibt,
warum um Himmelswillen
keiner zu Hause bleibt.

Haben die Angst
vor ´ner Sturmflut oder `nem Orkan
kommt die große Sintflut,
was lenkt die für ein Wahn?

Sind Aliens im Anmarsch
oder nur ´n Komet,
ist das der Weltuntergang
kommt jede Rettung zu spät?

Nähert sich das Ende
oder droht uns gar ein Gau?
Warum sagt mir keiner was?
Ich werd´ daraus nicht schlau…

Es muss was ziemlich ernstes sein,
sonst wär´n die nicht so aktiv
hier geht was in die Hose,
hier läuft irgendetwas schief!

So kenne ich die gar nicht,
sie sind sonst niemals so,
es muss dafür doch Gründe geben,
weshalb, warum, wieso….

Ich glaub´ ich frag mal einen
warum der sich so stresst,
den nächsten der vorbeirast,
den halt´ ich einfach fest.

Jetzt hab´ ich einen erwischt,
gebremst im vollen Lauf:
Eyh, sag mal wassen los hier,
ist Krieg, gehen wir bald drauf?“

Da grinst der mich nur blöde an
und sagt: „Nee, Alter, Schlussverkauf!“

9. Türchen 1998

TS, 9. Dezember 2011, 05:17
2011
Dez 9

DER MIETVERTRAG

Heute Abend
bekamen alle Regierungen dieser Welt,
per Einschreiben und mit Rückschein,
folgende Nachricht zugestellt:

Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren,

Sie wissen nicht wer wir sind,
doch Sie werden uns kennenlernen.
Unsere Firma ist die Planeten Holding GmbH,
uns hat es schon gegeben,
da war von Ihnen noch keiner da.

Wir kauften den Planeten,
der für Sie die Welt darstellt,
und stellten ihn zur Verfügung,
aus reiner Neugier, nicht für Geld.

Die ersten beiden Mieter hießen
Adam und Eva oder Adam und Eve,
zwei wirklich nette Leute,
sehr ruhig, doch ein wenig primitiv.

Sie begannen sich zu vermehren,
wo gegen niemand etwas hat,
doch dann bauten sie sich Hütten,
später Häuser, dann `ne Stadt.

Wir ließen sie gewähren,
denn es war sehr interessant,
doch dann ging `s immer schneller,
und wurd´ schon bald brisant.

Naja, die Entwicklung kennen Sie selber,
das führt jetzt auch zu weit,
und außerdem, dazu kommen wir noch,
haben Sie auch nicht viel Zeit.

Es ist nun mal beschlossen,
daran ist nichts mehr zu drehen,
bei objektiver Betrachtung
werden Sie `s sicherlich verstehen,

unsere Immobilie ist von Ihnen
nicht sonderlich gepflegt,
Sie haben nicht nur das Meer verseucht,
und fast jeden Baum zersägt,

Sie haben auch die Luft versaut,
die Tiere dezimiert,
die Landschaft plattgemacht
und zubetoniert,

das reicht um Ihnen zu kündigen,
wir fordern Sie nun auf,
den Planeten zu verlassen,
Klagen nehmen wir in Kauf.

Doch sollten Sie beachten,
dass das nichts nützen wird,
Sie zahlten keine Miete,
haben das Objekt zerstört,

dennoch räumen wir natürlich ein,
Sie brauchen etwas Zeit,
wir dachten an zehn Jahre,
aber dann ist es soweit.

Eines noch zum Abschluss,
es steht auch im Vertrag,
der Planet ist zu verlassen,
wie am allerersten Tag.

D.h. ursprünglich, ordentlich
und natürlich, natürlich renoviert.
Der Vertrag liegt diesem Schreiben bei,
beglaubigt und kopiert.

PS. Suchen Sie nicht erst eine Bleibe,
in diesem, unserem All,
Ihr Ruf als Mieter ist beschissen,
und das tatsächlich ÜberALL.
Mit freundlichen Grüßen

Planeten Holding GmbH
G. Öttlich und Sohn

8. Türchen 1994

TS, 8. Dezember 2011, 05:58
2011
Dez 8

LIEBESKILLER

Es ist schon ganz schön spät im Jahr,
schon kalt und grau und trübe,
die Vögel sind schon nicht mehr da
und was ist mit der Liebe?

Im Frühjahr sind sie alle bunt,
verliebt, verknallt, verschossen,
dann geht es immer richtig rund,
viel Leben wird vergossen.

Doch wird es erstmal richtig kalt
und sie werden etwas blasser,
dann fällt nicht nur das Laub im Wald
und es gefriert nicht nur das Wasser.

Dann fällt die Stimmung überall,
das Leben wird viel stiller,
der Winter bringt das Glück zu Fall
und wird zum Liebeskiller.

7. Türchen 1993

TS, 7. Dezember 2011, 12:59
2011
Dez 7

Der Gute Vorsatz

Mein Vorsatz für das nächste Jahr
heißt:„Nichts mehr kritisieren!“
Ich werde mich bemühen
alles zu tolerieren,
die Fehler im System
werd´ ich einfach ignorieren
und jeden Arsch,
der mich aufregt,
als Medium akzeptieren.

Auch werde ich
auf jeden Fall
mich völlig integrieren,
mich mit der ganzen Welt
und ihrem Irrsinn arrangieren.
Ich werde nicht mehr ruhen
bis sie mich etablieren
und werde nun auch endlich
meine Zweifel ausradieren.

Ich werde auch
ganz sicherlich
nun endlich mitmarschieren
und als Spätentwickler
den Wehrdienst absolvieren.
Ich werde mich von nun an
jeden morgen glattrasieren,
nie mehr meine Meinung sagen
und mich damit blamieren.

Auch werde ich
verdammt nochmal
nie wieder lamentieren,
schon gar nicht werde ich bewusst
noch einmal provozieren.
Ich will nun garantiert
auch nichts mehr diskutieren,
immer schön den Schnabel halten
und mich völlig isolieren.

Auch will ich kein Vergnügen mehr,
nur noch still vegetieren,
bestenfalls systemgetreu
möglichst heftig konsumieren.
Als Krönung lass´ ich mich
nächste Woche gleich kastrieren,
mir `nen schönen Strichcode
auf den Hintern tätowieren
und mir `nen Minisender
in den Schädel implantieren.

Mein Vorsatz für das nächste Jahr
heißt: „ Nicht mehr existieren!“

6. Türchen 1992

TS, 7. Dezember 2011, 12:55
2011
Dez 7

1992/2011

1992 alles läuft im Bogen,
egal in welches Loch man sieht,
es wird überall gelogen.
Die Ratten fressen alles an
wofür es lohnt zu streiten.
Der Teufel scheint der Held zu sein
und will sie alle reiten.

1994 alles schreit nach Stärke,
egal wo man was trapsen hört
sind Aasgeier am Werke.
Die Dummheit tötet alles ab
was Freiheit uns bedeutet.
Der Wolf im Schafspelz grinst uns an
und wird zu spät gehäutet.

1996 alles scheint am Ende,
man gratuliert zu so viel Nichts
und schüttelt Fürsten Hände.
Die Macht macht nur noch alle blind,
die einst noch soviel sahen,
die Wenigen die noch was sehen,
die sehen was braunes nahen.

1998 es sterben Idealisten,
auf Gräbern der Verzweifelten
tanzen bald Faschisten.
Die Frechheit siegt, der Skrupel krankt,
der Geist ist zu sensibel,
die Lüge macht die Augen zu
und schwört noch auf die Bibel.

2000 alles kann geschehen,
kommen wir aus unseren Höhlen raus
und lernen wieder gehen
und gehen gegen alle an,
die unseren Traum zerstören.
Wir müssen handeln, müssen schreien,
sie müssen fühlen und hören.

1992 oder 33…….
Ich will nicht ein Schweiger sein,
denn das eine weiß ich,
mich soll keiner fragen können
wie ist das geschehen?
Falls ich auch nichts verändern kann
so soll doch jeder sehen:
Ich bin absolut dafür,
dass sie untergehen
und werde stets mit aller Kraft
ihnen widerstehen.
Falls sie noch mal die Macht ergreifen
ist ihnen eines hier gewiss,
dass der Schreiber dieses Textes
stets ihr Gegner ist.

DIE STEIGERUNG VON
WIDERSTEHEN
IST
GEGENGEHEN!

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