Die neue Kolumne – Clicclac Mai

Glück gehabt, vom Pech verfolgt …

Jetzt mal ganz ehrlich, wann hat man denn schon mal Glück im Leben?
Also, in meinen Leben ist wirklich alles, alles komplett schiefgelaufen.
Von der ersten Sekunde an, obwohl, hätte es die erste Sekunde nicht
gegeben..?
Na ja, egal, Pech ist Pech und ich hatte Pech, immer. Ich bin der Donald Duck, der dem Gustav Gans immer nur neidvoll hinterher hecheln konnte.
Wirklich, Glück hatten immer nur die anderen, alle anderen.
Im Grunde bin ich der Gegenpol, ohne mich gäbe es gar kein Glück auf dieser Welt.
Ich bin die andere Seite der Medaille, ich bin der Pechmarie, goldig war bei mir nichts. Ich bringe die Waage ins Gleichgewicht.
Acht Milliarden Menschen auf diesem Globus, jetzt und hier! Die, die schon da waren und das Glück hatten nicht als Ich geboren worden zu sein und nach einem erfüllten und glücklichen Leben längst schon wieder gegangen sind, jetzt mal nicht mitgezählt. Aber allen, tatsächlich allen, ist es besser ergangen als mir.
Alle anderen standen an der Kasse immer in der Schlange, an der es schneller ging. Alle waren im Stau immer auf der richtigen Spur, alle haben immer den letzten Parkplatz gefunden – ohne suchen zu müssen. Die gesamte Menschheit kommt nach mir ins Wartezimmer und ist vor mir wieder draußen! Alle haben immer
einen Schirm dabei, meiner liegt immer zu Hause.
In meiner Nähe sind immer alle glücklich, weil sie wissen: Der Stelzner, der absorbiert das Pech, uns kann gar nichts passieren. Mich nimmt man mit, wenn man Rubbellose kauft, ich bin das Negativmaskottchen. Willst du im Lotto
gewinnen, lass mich die anderen 43 Kästchen ankreuzen, dann klappt das schon. Mehr »

 

Mutti legt das Tablett weg, die Püppi will wippen!

Als ich das Thema für die Oktoberausgabe der Clicclac bekam, schoss mir sofort folgende Szene in das Gedächtnis: Spielplatz, der Ort bleibt geheim, weil ich schon mal mächtig Stress bekommen habe, als ich negativ über die Weststadt geschrieben habe, in der ich wirklich, wirklich  eine sehr, sehr glückliche Pubertät durchleiden durfte. Aber das spielt hier jetzt keine Rolle, weil es sich hier natürlich nicht um die Weststadt handelt.
Also noch mal: Spielplatz, Jackeline sitzt auf der Parkbank, Zigarette im Mundwinkel und scrollt, tatscht über den Taschtscreen ihres Tabletts und, so glaube ich zumindest, erfreut sich grade einiger Facebookfotos oder Youtubevideos von kleinen süßen Katzenbabys oder auch niedlichen kleinen Kleinkindern aus den Herden ihrer besten Freundinnen. Kann man machen, kein Problem. Nur, das „Cindy aus Marzahndouble“, also das Kind von Jackeline, natürlich in zartes Rosa gehüllt, sitzt alleine auf der Wippe und wippt nicht.
Als ich grade brüllen will:“ Mutti legt das Tablett weg, deine Püppi, die will wippen!“
schlappt von links, der vermutliche Vatti ins Bild – Kippe im Mundwinkel, Schmartphon am Ohr.
Ich weiß nicht ob er der Vater ist, er soll es ruhig glauben. Obwohl ja bewiesen ist, dass die meisten Kinder das erste Mal lügen, wenn sie „Papa!“ sagen.
Also, Papa schlurft durch die Sandkiste und ich denke. „ Na gut, vielleicht wippt der jetzt mit seiner Püppi.“ Aber weit gefehlt, der vermeintliche Erzeuger, grunzt in sein Handy:“Nee, Alter nich auf Arbeit, nee, mit Familie in Park, aufm Spielplatz – warte mal eben – Süße, wippen geht doch nich alleine!“
Einerseits würde ich jetzt gerne einschreiten, traue mich aber nicht, weil ich so meine Erfahrungen gemacht habe, – nicht nur mit der Weststadt. Ich weiß auch, dass Primaten ihre Widersacher gerne mal mit etwas bewerfen, das ich hier nicht beschreiben sollte.
Andererseits denke ich:„ Eigentlich ist das doch ganz okay so, der Vatti bringt der kleinen somit auch eine Menge bei, – über Schwerkraft zum Beispiel oder wie wichtig soziale Kontakte sind und wie blöd es ist ein Einzelkind zu sein! Wippen geht nun mal nicht alleine! Da hat er recht!“
Na ja, was soll es, das ist die Zukunft! Mehr »

2014
Jul 29

Clicclac-Kolumne August/September

Schrittmacher, Trennschleifer und Wegweiser!

Es sind die ersten Schritte, die fallen uns allen schwer,
doch nach den ersten Schritten gibt es kein Halten mehr,
wir latschen immer weiter, die Richtung scheint egal,
doch plötzlich kommt zu Gehen, das Denken und die Qual
nach links oder nach hinten, nach rechts oder nach vorn,
ich hab die Macht zu gehen, doch ohne Ziel bin ich verlor´n ….

Die ersten Schritte! Das erste Signal! „Seht her, ich kann das jetzt alleine. Nee, nee, deine Hand, lass mal ruhig los jetzt hier, mir passiert schon nix!“ Was waren wir stolz, als unser Erster, unser Ältester plötzlich durch den Baumarkt fegte. Und mir fielen sofort die mahnenden Worte einer meiner betagteren Stammkundinnen ein: „Genießen sie es Herr Stelzner, genießen sie es – es geht sooo schnell.“ Krächzte sie verheißungsvoll, wie die Hexe aus Zwergnase, als sie sich über den Kinderwagen beugte und unseren, grade mal drei Wochen alten, Nachwuchs begutachtete/bestaunte!! Und ich dachte nur: “Klar, es geht sooo schnell, nun lass ihn man erst mal laufen!“ Denn in den ersten Wochen ging ja nun mal gar nichts schnell, im Gegenteil, Schlafmangel und das einfädeln der Alltagsroutine, dieses langhangeln an der neu gespannten Leine aus Verantwortung und Abhängigkeit ließen die Zeit fast erstarren, man bewegte sich wie in Trance, das Leben zog sich träge dahin, wie Unterwassergymnastik in kaltem Honig. Und alles was ich wollte, alles was ich mir erhoffte war etwas Beschleunigung. Einen Schrittmacher, der dafür sorgte, dass dieses kleine hilflose, abhängige Menschenkind doch möglichst schnell, möglichst viel alleine, ohne mich und selbstständig zu erledigen in der Lage wäre. Und nun stratzte er also plötzlich durch den Baumarkt…. Mehr »

2014
Mai 8

Erzähl mir nix, es gibt immer was zu feiern!
Oder Nutella, das Wort zum Sonntag und Graf Zahl !

Also, für alle, die ohne Grund nicht feiern, nicht trinken und nicht lustig, fröhlich, glücklich sein können.
Wir haben einen, wir haben einen echten Grund: Das Clicclac-Jubiläum – die Clicclac wird 10!! 10 Jahre – Donnerwetter !! Chapeau!
10 Jahre, n…aja, nun gut, ich war nicht von Anfang an dabei, also kann ich auch nicht richtig mitfeiern, aber das ist eigentlich auch komplett egal, denn wer zählen kann, der kann auch jubilieren. Ich z.B. feiere exakt heute, dass ich zum 25. Mal den Redaktionsschluss verpennt habe.
Das ist doch auch was, oder?
Wir sind nicht zufällig mit zehn Fingern ausgestattet, das dient ganz nebenbei auch dazu, dass wir uns ordentlich im Dezimalsystem bewegen können.
Und nun zählen wir einfach alles und immer erst mal bis zehn, in jedem von uns steckt ein kleiner „Graf Zahl“.
Das gesamte menschliche, irdische Dasein hätte überhaupt keine Bedeutung, wenn es nichts zu zählen gäbe.
Nun, nicht alles was man zählen kann gibt auch Anlass zu feiern. Aber, wenn man einen Anlass sucht um mal wieder ordentlich die Sau raus zu lassen, dann habe ich hier einen „geheimen Tipp“,
es gibt extra für Leute auf Alibisuche einen Katalog, herausgegeben vom DRA (Deutsches Rundfunkarchiv), da stehen sie fast alle drin, die Jahrestage 2014. Das gesamte Werk umfasst 167 DINA4 Seiten.(Habe ich mir extra runtergeladen, da mit mir auch kein Grund entgeht)
Und nur so, für den Wonne-ClicclacJubiläums-Monat-Mai sind das mal eben 137 Einträge. 137 , das sind rund 4,5 Gründe pro Tag um sich mal wieder, freundlich formuliert, gehen zu lassen. Es muss ja nicht immer enden wie beim Karneval, oder Osterfeuer. Mehr »

Respekt, einfach nur Respekt!

TS, 30. November 2013, 20:20
2013
Nov 30

Clicclac-Kolumne Dezember

Respekt, einfach nur Respekt!
Ich habe ungeheuren Respekt vor dieser Kolumne.
Respekt, da kann man nicht einfach ein paar lustige, provokante Zeilen schreiben, jedenfalls kann ich das nicht.
Respektiert es bitte, dass das hier keine typisch koddrige „Stelzner-Kolumne“ wird.
Denn wenn mir etwas wirklich wichtig ist, dann ist eben dieser Respekt.
In vielen meiner Gedichte, bei fast jedem Auftritt fordere ich Respekt, – nicht für mich, obwohl natürlich jeder, der auf eine Bühne geht, selbstverständlich auch etwas Respekt für sich und seine Arbeit erwartet, ein respektloses Publikum ist für jeden Künstler eine Qual.
Nein, ich fordere Respekt für jeden Menschen, für jedes Lebewesen und auch einen respektvollen Umgang mit der Natur.
Ich wünsche mir eine respektvolle Gesellschaft. In der der eine für den anderen aufsteht, Platz schafft für den, der keinen hat, in der der eine sich stark mach für den der keine Kraft mehr hat.
In der die Gruppe, den einzelnen nicht erdrückt sondern schützt.
Respekt! Wie sagte Omma immer? „Was du nicht willst, was man dir tu, das füg´ auch keinem anderen zu!“ – So einfach kann das sein.
Wenn ich an der Ampel stehe und beim Anfahren die Karre abwürge, dann brauche ich niemanden der aggressiv hupend, mich darauf aufmerksam macht, dass er ganz offensichtlich der einzige ist, dem das noch nie passiert ist.
Renan Demirkan, vor der ich übrigens großen Respekt habe, hat in ihrem Buch mit dem Titel: “Respekt“ geschrieben: „Jeder hat seine zwölf Geschworenen in sich, jeder kennt aus eigener Erfahrung das Für und Wider seines Verhaltens, aber nicht jeder hat ein humanistisches Training erlebt.“
Das ist unser Problem, das humanistische Training ist uns in vielen Bereichen abhanden gekommen.
Egoismus, Profitgier, Missachtung und Not, lassen Menschen in einer Art und Weise handeln, dass mir oft schlecht wird. In Anbetracht der Taten die ich für absolut unmenschlich halte, die aber dennoch von Menschen begangen werden, fühle ich mich oft hilflos, aggressiv und ohnmächtig.
Meine Tochter hat mir vor kurzem ein Video gezeigt, indem Geflügel „geerntet“ wird wie Zuckerrüben, eine Maschine fährt quer durch die Hühner und mäht sie regelrecht nieder, saugt sie auf und rotzt sie dann auf die Schlachtbank.
Und die Frage die sich mir stellt ist:“ Wer ist der Mensch, der das zu verantworten hat, wie fühlt sich der Mensch der diese Maschine bedient? Wie groß muss die Not oder die Angst vor dem Jobverlust sein“
Was fühlt der Nestlévorstand, wenn er täglich 800.000 Liter Wasser aus dem südafrikanischen Boden pumpen lässt, aber dem Arbeiter, der keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser hat, gerade mal einen halben Liter gönnt, für sich und seine Familie.
Wie sind Menschen gestrickt, die hemmungslos jede Nische ausnutzen, die nicht nach besten Wissen und Gewissen handeln, sondern nur nach Gesetzeslage.
Wo kein Kläger ist ist auch kein Richter, kann das wirklich so einfach sein.

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Cicclac-Kolumne -November 2013

Wer hat Angst vorm schwarzen Schaf,
oder adoptiert mich, ich will an die Brust !

Es ist doch so, spätestens in der Pubertät denkt jedes normal entwickelte Trotzkind – und das nicht nur einmal: „Verdammt, ich gehöre hier nicht her, das kann doch unmöglich meine Familie sein, nichts von dem was die sind, will ich sein und nichts von dem was ich will, begreifen die. Die müssen mich im Kreißsaal vertauscht, oder mich warum auch immer adoptiert haben.“

Wenn man dann noch ein sogenanntes Sandwichkind ist, umgeben von Geschwistern, die so gaaanz anders sind, kommt man schon mal längerfristig ins Grübeln.
Das hört auch nie auf. Immer wieder stoßen einem dann so grundsätzliche Unterschiede auf.

Warum sind die so spießig, so ordentlich, so – drücken wir es mal positiv aus – normal?
Warum bin ich so chaotisch, so bekloppt, so – drücken wir es mal positiv aus – kreativ?

Da muss doch was faul sein.

Ich für meinen Teil haben den Adotionsgedanken ziemlich schnell verworfen, denn hätten mich meine Eltern tatsächlich adoptiert, hätten sie mich spätestens im Alter von 15 Jahren, auf dem Höhepunkt meiner Schulverweigerungstrotzexperimtiergrundsätzlichenwiderspruchsphase, meinen leiblichen Eltern per Einschreiben, mit Rückschein und dem Zusatz: „Wir haben unser Bestes gegeben, er hat es nicht verdient!“ zurück geschickt. So habe ich mir das damals erklärt, damit habe ich ständig gerechnet.

Aber, sie haben es nicht getan, was dreierlei bedeuten kann.

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Clicclac-Kolumne Oktober

TS, 26. September 2013, 12:39
2013
Sep 26

Homöopastis, oder Lampenfieber ist so nicht behandelbar !

Dass, ich äußerst selten krank werde und so gut wie nie zum Arzt gehe habe ich ja schon mal geschrieben. Mein letzter Arztbesuch ist auch schon ziemlich lange her und hier auch schon thematisiert worden, damals waren meine Kinder noch im Kinderarztalter und ich musste immer mit, wurde dadurch dann auch prompt stets richtig krank. Seitdem habe ich keine Arztpraxis mehr von innen gesehen. Und  ich kann mich daher auch nur recht wenig zum Thema Medikamente, ob nun schulmedizinisch oder alternativ, äußern.
Ich selbst setze tatsächlich meist auf meine unglaublichen Selbstheilungskräfte, meine Freunde nennen mich ehrfurchtsvoll Wolverine.
Man kann tatsächlich einiges für sich und seine Gesundheit tun, schwächelt mein Kreislauf, gehe ich Laufen oder fahre Fahrrad, bei Rückenschmerzen geht es an die Kraftmaschine und ziehe ich mir mal ´ne kleine Schramme zu, gebe ich meiner Haut die Chance mich zu verblüffen: „ Boah, du schaffst das ganz alleine, was für ein Wunder, das kleine Linola-Männchen kann uns mal!“
Nur, es gibt eine Krankheit gegen die ich absolut machtlos bin, wirklich da hilft nix, kein Autogenestraining, keine Thai-Massage, kein Baldriandampfbad, kein Yoga, keine Hypnose, kein   Entspannungstanz  und auch keine Globuli.
Packt mich das Lampenfieber bin ich fertig, fix und fertig.
Durch eine Reihe von Selbstversuchen mit meinem auf Anisbasis hergestellten Lieblingslikör, habe ich feststellen können, dass es jedoch ein Mittelchen gibt, das bei gezielter Anwendung wirklich so was wie eine vorübergehende Milderung, der tatsächlich ziemlich heftigen Lampenfiebersymptome ermöglicht: Pastis pur, absolut pur.
Ich habe bei der Therapie auch, wie von Hahnemann (geistiger Vater der Homöopathie) gefordert, meinen „gemüthlichen u. geistigen Charakter“ nicht unberücksichtigt gelassen.
Und siehe da, es hat prima funktioniert. Nur die Nebenwirkungen sind natürlich bei einer puren, hochprozentigen Dosierung nicht zu unterschätzen und was hilft es nun, wenn der Künstler auf der Bühne zwar völlig entspannt ist, dafür aber nicht mehr Herr seines Geistes und seines Sprachorgans?  Gelallte Lyrik oder gestammelte Satire hat nur begrenzt seinen Reiz, vor allem wenn man dann, warum  auch immer, plötzlich so klingt, wie eine Symbiose aus Udo Lindenberg und  Rüdiger Hoffmann:
„ Ja, Hallo erstmal, alles total easy, eyh ?“
Das geht nicht.

Das darf man seinem Publikum nicht antun, das hat gerade auch hier in Braunschweig einen gewissen Anspruch. (Man kann auch homöopathisch schleimen, doch, doch das geht.)
Also, was bleibt, oder blieb mir anderes übrig, als auf mein Heilmittel zu verzichten und mich wieder den Auswirkungen dieser unangenehmen Künstlerkrankheit ausgeliefert zu sehen?
Genau, Homöopastis, denn bei der Wikipediarecherche zu dieser Kolumne stieß ich auf folgende Zeilen: Zur Herstellung der Arzneimittel werden die Grundsubstanzen (in meinem Falle also Pastis)
einer sogenannten Potenzierung unterzogen, das heißt, sie werden wiederholt (meist im Verhältnis 1:10 oder 1:100) mit Wasser oder Ethanol verschüttelt. In meinem Fall wäre das Verschütteln von Pastis mit Ethanol nicht ratsam gewesen und hätte eher die Nebenwirkungen potenziert, daher habe ich meinen  Zaubertrank mit reichlich Wasser verschüttelt. Denn laut Hahnemann sollte durch dieses besondere Verfahren der Potenzierung eine im Inneren Wesen der Arznei verborgene, geistartige Kraft wirksam werden. Wurde sie nicht! Ich habe verschüttelt und verschüttelt, ich habe potenziert und potenziert – und die heilende Wirkung blieb aus, zumindest Anfangs, denn der Versuch ergab nach einer Weile der verschüttelten Einnahme, dass es auch in homöopathischen Dosen nur auf die Menge ankommt. Vermischt man die Ausgangsessenz nämlich 1:100 mit Wasser, muss man nur, um eine heilende oder lindernde Wirkung zu erzielen, bei der Einnahme die Dosis verhundertfachen und schon funktioniert das Ganze wieder.
So, und beim ersten Härtetest letzte Woche in Hannover stand nun wieder eine völlig entspannte Mischung aus Rüdeiger Lindenberg und Udo Hoffmann auf der Bühne. Hallo, es ging mir richtig gut eyh!
Wirklich, denn es war halt Hannover, da kann man das schon mal machen.
Aber auf Dauer ist das keine Lösung, denn trinkt man 1:1000 verschüttelten Pastis, in der Menge die man braucht um zu entspannen, ist es mit der Entspannung auf der Bühne spätestens dann vorbei, wenn die Flüssigkeit wieder aus dem Körper drängt.

Der Greis ist heiß, oder alt, aber bezahlt !

TS, 7. November 2012, 21:11
2012
Nov 7

 

Es gibt Tage, an denen fühle ich mich schon früh morgens unglaublich alt.
Da stehe ich so gegen 10.30 Uhr auf, schleppe mich ins Bad, blicke entsetzt in den Spiegel
und denke den Bukowski-Satz: „Warum kann ich dieses Gesicht nicht kämmen?“
Wenn ich dann noch feststellen muss, dass meine „Nano-Q10- Powerlifting-Sensitiv-Skinfresh-Lotion“
alle ist, dann ist der  Tag eigentlich gelaufen. Dann brauche ich dringend etwas oder
jemanden, der mich aufbaut und ich rufe I. Lehndorf an:
„Alter, Lust auf Hunderunde? Brauche frische Luft!“
Manchmal klappt das, und eine halbe Stunde später drehen wir,
der beste, alte Freund, ich und der Hund unsere Runde durch
den Timmerlaher-Busch. Wie ein altes Rentnerehepaar zotteln
wir durch den Wald, wir haken uns dabei noch nicht unter und wir
tragen auch noch keinen Partnerlook, obwohl, alle drei ziemlich
monochrom – nur der Hund trägt etwas Braun.
Sowas hilft nicht wirklich, wenn es darum geht, sich jünger zu
fühlen. Nur, an diesem Tag hatte ich Glück, auf meinem Zettel
stand noch: Kolumne, Senioren, irgendwie sowas.
Und ich fragte den besten Freund, nicht den Hund: „Sach mal,
fällt dir was zum Thema Senioren ein?“ Und prompt, solche
Freunde braucht man: „Klar, das sind die, die mit Hut im alten
Mercedes in der Hauptverkehrszeit mit dreißig durch die Innenstadt
jöckeln, die beim Arzt das Wartezimmer belagern, nicht
weil sie krank sind, sondern weil sie da sind, Langeweile und
Zeit haben. Das sind die, die wenn wir Feierabend haben und mal
schnell was einkaufen müssen, an der Kasse der Kassiererin ihr
berstendes Kleingeldportemonnaie unter die Nase halten und
krächzen: „Fräulein, können sie da mal eben selber … ich hab
meine Brille nicht mit.“ Oder die im Parkhaus immer knapp zwei
Parkplätze belegen, weil sie vergessen haben, wie breit ihr Auto
ist. Noch Fragen?
Nein. Keine Fragen mehr. Ich fühlte mich schlagartig jünger, Mehr »

 

 

London, Juli/August 2012 – Olympiade:

Männer in kurzen Hosen, ärmellosen Shirts, Kniestrümpfen und Turnschuhen schwitzen, kämpfen, schleppen sich stolpernd mit letzter Kraft über Ziellinien, verlangen ihrem Körper das äußerste ab, jede Sehne, jeder Muskel, ja jede Faser ihrer trainierten Körper ist aufs extremste gefordert. Mutanten die in jedem X-Men-Film Hugh Jackman aus der Hauptrolle kicken könnten.

Und wir gucken zu, wir sitzen vor der Glotze, greifen frustriert in die Chipstüte, staunen, zweifeln und streifen neidvoll über unsere Problemzonen und denken: „So kann man also aussehen, wenn man sich regelmäßig bewegt.“ Und wir blicken zu unseren Partnerinnen und können ihre Gedanken lesen, ja wir wissen ganz genau, was in ihnen vor sich geht: „ Tja, Alter, das sind Kerle, die sehen lecker aus, so einen wollte ich auch mal haben!“

Und sie haben recht, wir wollten doch nie so wabbelig, schwabbelig, schlapp und kaloriengeschwängert werden und hätten wir während der Olympiade die Zeit, die wir vor der Glotze saßen lieber im Fitnessstudio verbracht, dann sähen wir jetzt zwar immer noch nicht aus wie Usain Bolt, aber so ein bisschen was hätte es schon geholfen. Und wie sagte Kevin Spacey in American Beauty: „Ich will einfach nur nackt gut aussehen!“ Davon sind wir alle tonnenweit entfernt. Aber das ist ja auch egal, wir müssen ja nicht mehr, wir sind weg vom Markt und unsere Frauen sehen ja nun auch nicht alle aus wie Angelina Jolie. Und das ist es, das ist der Deal: deine Wampe gegen meinen Hintern, dein Doppelkinn gegen meine Speckrolle.

Das ist völlig legitim.

Aber Männer, müsst ihr euch deswegen wirklich so gehen und so sehen lassen ??

Braunschweig, Juli/August 2012 – Baumarkt:

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Clicclac-Kolumne JULI

Wann ist ein Paar ein Paar?

„Guten Tag, wir brauchen eine Jacke!“ Sie sagt es, er nickt.

„Wir? Also, zwei Jacken?“

„Nein, nein wir brauchen nur eine!“

„Das müsste dann aber eine ziemlich große Jacke sein!“

„Nein, 54, so was müsste reichen, oder Herbert, 54 müsste doch reichen?“

„Ja, ja 54 !“

„Also 54 und in blau, so was für den Übergang, nicht Herbert und in blau, so

einen Paarka!“

Er widerspricht :“ Beige, beige geht auch, wir gehen ja auch gern mal im

Paartnerlook!“

……….

„Also, ich nehme die Erdbeersahne und dann nimmst du Käse, wenn ich die

Erdbeer nehme, dann kannst du die Käse nehmen, die Käse, oder Liesbeth, …

meine Frau nimmt die Käse!“

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