Tatsächlich durch die BZ animiert im Archiv gekramt und folgenden Text gefunden :

Die Nacht vom 11. auf den 12.September

Tagebucheintrag“ 12. September 2001

3.30 Uhr

rechne mit dem Schlimmsten,

zähle auf nichts,

das Radio läuft Marathonie

das Ziel liegt irgendwo

zwischen Rache und Hass.

Der erste Mensch der mir begegnet

in dieser Nacht

fragt: „ Was meinste, sollte man jetzt Aktien kaufen?

eigentlich müsste man.“

Mir wird schlecht, es ist halb fünf.

Die Steigerung spricht

von Bombenwetter, heute.

Langsam spüre ich eine gewisse Ohnmacht,

wie wichtig ist heute der Niederschlag?

Die Erde ist rund

ein Krieg dauert 90 Minuten,

Schall und Rauch

Verlängerung? Elfmeterschießen?

Oder golden Goal,

der atomare Schuss ….

In der Werbung quatschen sie

von 1,9 % effektivem Jahreszins

und sie haben keine Ahnung

was ein Leben wirklich wert ist.

Um 10.00 Uhr sollten wir gedenken,

um 10.01 Uhr kommt einer

in meinen Laden

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2. Leseprobe : " OH MEIN GOTT – Gedichte "

TS, 20. November 2009, 15:52
2009
Nov 20

Illustration: Ingo Lehnhof DER GÖTTLICHE BESUCH     2009

Der Mensch denkt, dass Gott lenkt.

Die Geschichte ist ganz simpel
und ziemlich schnell erzählt:
Der Dichter sitzt im Keller,
reimt und wirkt gequält.

Da steht ein nackter Kerl im Raum
und baut sich auf wie ´n Eichenbaum.

Leichenblass, total erschrocken,
den Dichter haut´s fast von den Socken.
Der Kerl spricht leise, lächelt süffisant:
„Bleib locker!” Und reicht ihm die Hand.
„Tschuldige, wenn ich dich störe,
doch wenn es stimmt, was ich so höre,
dann ist es wirklich an der Zeit
und wie gesagt, es tut mir leid.”

Der Dichter ist total verwirrt
und denkt: „Der Kerl hat sich verirrt,
was steht der hier in meinem Büro,
und überhaupt, was grinst der so?”

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Lesung am 20. Jahrestag des Mauerfalls

TS, 9. November 2009, 11:26
2009
Nov 9

im Riedelsaal der Volkshochschule Hildesheim, Pfaffenstieg 4-5.  Am 9. November 2009  ab 18.00 Uhr :  Stelzner liest zu diesem Anlass seinen ersten jemals veröffentlichten Text aus dem Jahr 1989 !

TYPISCH DEUTSCHES DEUTSCHLAND

Es ist wieder so wie damals,
es ist wieder mal so weit,
40 Jahre doppelt-deutsch
war zu wenig Zeit.

In den Diskotheken, DSCF0002
in der Straßenbahn,
auf den Fußballplätzen
Deutscher Größenwahn.

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Möchtegern und Gernegroß !

TS, 25. September 2009, 12:07
2009
Sep 25

Möchtegern und Gernegroß
trifft ein wirklich schwere Los.
Beide wollen gern regieren,
keinesfalls die Wahl verlieren,
niemals nur mehr opponieren
und schon gar nicht koalieren.

Und so treten sie entschlossen
vor den Bürger, die Genossen,
vor die Unternehmerschaft,
demonstrieren ihre Kraft.

Gernegroß in Siegerpose,
eine Hand stets in der Hose.
Möchtegern wir neugestylt
und der Scheitel neugeteilt.

Gernegroß lächelt verbindlich,
leicht naiv und fast schon kindlich,
wenn er sagt : „Wir werden siegen
und die Mehrheit wieder kriegen!“

Möchtegern grinst unterdessen
überheblich: „Kannst´ vergessen,
wir werden diese Chance nutzen
und dich von der Platte putzen.“

Gernegroß gibt sich gelassen,
springt zum Kraulen in die Massen,
nutz die Medien korrekt,
demonstriert was in ihm steckt,
ein bisschen Schmidt, ein wenig Brandt
und er schüttelt jede Hand.

Möchtegern schminkt sich charmant,
bin der Neuanfang im Land,
rät uns von den Wahlplakaten
jetzt nicht länger mehr zu warten,
jetzt den Wechsel wählen – schnell,
dann strahlt Deutschland wieder hell.

Gernegroß macht ´s für die Leute,
für die Kleinen wohlgemerkt.
Möchtegern tut´s für die Wirtschaft,
weil das unser Deutschland stärkt.

Beide tun es für die Sache,
die gerechte, ist doch klar,
keiner tut es für sein Ego,
ach ich bitt sie, ist doch wahr.
Beide sind sie Idealisten
und sozial total gerecht,
beide sind sie Besserwisser,
und der andere macht es schlecht.

Beide wollen nur das Beste,
für uns Bürger ist schon klar.
gab auch nie ´nen Kanzler,
der aus Selbstzweck Kanzler war.
Geld und Macht und die Gechichte
hat noch keinen interessiert,
der als strahlend stolzer Sieger
in das Kanzleramt marschiert.

Beide geben sich gelassen,
machen auf Mensch-Anzufassen,
geben sich so Bürger nah,
fragt man sich was vorher war,
jetzt sind sie total präsent,
keiner mehr der sie nicht kennt,
jede Stadt wir angereist,
weiß man auch nicht wie sie heißt.

Jeder Marktplatz wird bedröhnt,
bis der Bürger lustlos stöhnt:
„Jau, jetzt weiß ich wen ich wähle
und auf wen ich fortan zähle.”

Und am Abend nach den Wahlen,
sieht man dann die vielen Zahlen,
rechnet hin und rechnet her,

wer hat was und wer hat mehr?

Und zum Elend dieser beiden.
konnten wir uns nicht entscheiden,
wählten so, dass es nicht reicht
und der eine langsam schleicht,
zu dem andern und fragt still,
ob er nicht mal mit ihm will?

Was so ´n Politiker doch leidet,
wenn der Wähler so entscheidet.
Möchtegern und Gernegroß
schlucken letztlich jedes Los,
denn sie wollen ja regieren
und nie wieder opponieren.

Das Sommerloch ist zugeschüttet und schon planieren wir die nächsten Projekte. “Oh, mein Gott Gedichte” Stelzner u. Lehnhof über Gott und die Welt und Tod und Teufel. Das Heft zum 20jährigen Hinterzimmer-Bühnen-Jubiläum hat seine ersten Unterstützer gefunden. Die IGM -Jugend Berlin-Brandenburg-Sachsen schlägt erbarmungsvoll zu – wie und in welcher Form bleibt geheim, aber von hier aus ein dickes Dankeschööön.

ACHTUNG LYRIK !! Dichter an der Arbeit !

TS, 5. November 2008, 11:25
2008
Nov 5

Vorsicht Lyrik! - Dichter an die ArbeitUnd noch ein Meisterwerk der Illustration und Dichtkunst erblickt am 23. 11.08 um 17.30 Uhr im Gewerkschaftshaus das Licht der Welt. “ACHTUNG LYRIK!! Dichter an der Arbeit” … Von Thorsten Stelzner und Ingo Lehnhof, präsentiert und herausgegeben vom Deutschen Gewerkschaftsbund, kommt am 21.11.08 frisch aus dem Druck, pünktlich also, …. Dreifaltigkeit im Gewerkschaftshaus Ver.di, IGMetall und DGB vereint in einem Programm “Von Stinkern und Schleimern und Dichter an der Arbeit”.  Das hat doch was! Ich hoffe wir sehen uns….

25.10.08 Ein/Der Maler feiert Geburtstag

TS, 27. Oktober 2008, 08:17
2008
Okt 27

INGO ….. für Ingo!

Hey, Herr Maler, mal mal mir
jetzt und hier ein Tier,
denn wer kein Tier mir malen kann,
fängt `s Malen besser gar nicht an.
Ich will was konkretes,
nichts abstraktes, abgedrehtes,
ich will nicht darüber sinnen
was die Maler sich erspinnen.
Ich will alles klar erkennen
und das Bild beim Namen nennen.
Ich will wissen was ich sehe,
wenn ich vor den Bildern stehe.
Ich will klare feste Formen,
Bilder streng nach Normen,
ein bisschen grün und eine Wiese,
mitten drauf die fette Liese,
diese schwarz gescheckte Kuh
und `nen Menschen so wie Du,
mit `nem leichten irren Blick,
so was gäb´ mir schon den Kick.
Oder mal ein Rudel Schweine,
in der Stallung ganz alleine,
nur davor ein nackter Knecht,
der so guckt als wär´ ihm schlecht,
auf dem Kopf die Badekappe
und im Schoß das kleine Schlappe.
So was macht doch Sinn und Freude,
wenn ich denke wie ich leide,
vor `nem Werk abstrakt und wirr,
denke ich – der ist doch irr,
sowas malen kann doch jeder,
ziehe heftig dann vom Leder,
sowas malt mein jüngstes Kind,
dieser Maler war wohl blind.
Ganz anders geht es mir bei Dir,
denn Du Maler, Du malst mir,
hin und wieder auch ein Tier
und sei es nur ein toter Hummer,
dieses nimmt mir stets den Kummer,
den man hat, wenn man so denkt
ob dies Bild nicht falsch rum hängt.

Reagenzglaskinder 1990!

TS, 21. Mai 2008, 08:43
2008
Mai 21

REAGENZGLASKINDER

Reagenzglaskinder werden geboren
mit kleinen Händen, Augen, Ohren
in finsteren Chemielaboren.

Sie können sehen, hören, tasten
im solargeheizten Brütekasten,
künstlich ernährt ohne Nabelschnur,
ärztlich bewacht rund um die Uhr,
als Versuchskanninchen der Nation,
als Bayers Tochter, Scherings Sohn.

Ein Computer zeigt ob ihr Herz noch klopft
und ständig der Hormentropf tropft,
ihre kleinen Augen sehen in grellese Neonlicht
und es ist keiner da der zu ihnen spricht,
der sie in den Arm nimmt oder küsst,
nur Dr. Hoechst der Fieber misst.
Ihre Ohren hören kein einziges Wort,
hören nur wie der Computer surrt,
ihre Hände fassen keine einzige Hand,
greifen nur an die glatte, kalte Glaskastenwand.

Sie werden steril grossgezogen,
einsam und um ihre Liebe betrogen
und wenn sie erstmal zwanzig sind,
sind ihre Ohren taub, ihre Augen blind,
ihr Mund verstummt, ihre Herzen gelähmt
und all´ ihre Gefühle auf Logik gezähmt.

Dann werden sie planmäßig eingesetzt
und auf die übrige Menschheit gehetzt,
sie kriegen `nen Posten im Staatsapparat
sind absolut brillant mit tausend Karat,
zuverlässig ohne Schwächen
werden sie die Welt zerbrechen,
skrupellos wie ihre Produzenten
wie kalte Killer, Superagenten
töten sie dann Männer, Kinder, Frauen,
weil sie nur der Technik vertrauen.

Aus ihren kleinen Händen wurden
gefährliche Waffen,
nicht zum lieben,
nein, nur zum töten geschaffen.

Die Kinder der Chemie
zwingen die Menscheit in die Knie,
machen sich Welt zum Untertan
und regieren sie in ihrem Wahn.

Sie töten uns alle irgendwann,
weil man uns alle ersetzen kann
durch ein Kind aus dem Labor,
wer behütet uns davor ?

Heute mach ich gar nichts

TS, 2. April 2008, 11:58
2008
Apr 2

Heute mach´ ich gar nichts !

Heute mach ich gar nichts,
ja, das hab´ ich mir verdient,
heute lass´ ich alles laufen
heute wird kein Trieb bedient.

Heute, is´für mich alleine,
heute, das ist mal mein Tag,
heute mach  ich wirklich nix mehr,
nicht mal sowas was ich mag.

Heute bleibe ich hier liegen,
Augen zu und Beine lang,
heute kann die Kupplung schleifen,
heute komm´ ich nicht in Gang.
 
Heute ist in meinen Leben
so ein mickrig kleiner Part,
is´ am Ende doch nicht wichtig
was ich am Zweiten/Vierten tat..

Darum tue ich heut nix mehr,
gönn´ mir einfach mal mein Loch´,
hab´ ich eben noch geträumt –
und der Wecker klingelt doch……

Tja, heute mach ich wieder alles,
hab´s mir doch noch nicht verdient.
Heute muss ich wieder strampeln
heute wird kein Trieb bedient….
.

Erste Schritte

TS, 25. März 2008, 06:36
2008
Mrz 25

Es sind die ersten Schritte,
die fallen uns allen schwer,
doch nach den ersten Schritten,
gibt es kein halten mehr,
wir latschen immer weiter,
die Richtung scheint egal,
doch plötzlich kommt zum Gehen,
das Denken und die Qual,
nach links oder nach hinten,
nach rechts oder nach vorn,
ich hab die Macht zu gehen,
doch ohne Ziel bin ich verlor´n.

Ich will mich doch bewegen,
ich spür´ doch diesen Drang,
dem Horizont engegen
zum Sonnenuntergang
oder zu den Sternen
bis hin zum schwarzen Loch,
quer durch die Sahara
oder lieber doch
segeln im Pacific
schwimmen mit der Flut,
das eigene Ziel bestimmen,
dazu braucht es Mut…

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