Im Jahre dreiundsechzig,
ich sage euch: “Das rächt sich!”
habt ihr mich in die Welt verbannt,
in dieses karge, kalte Land,
an diesen seltsam grauen Ort,
aus welchem Grund ohne ein Wort?

Ihr hättet mich doch fragen müssen,
sag an, was willst du von uns wissen?
Warum habt ihr mir denn nicht erklärt,
weshalb mir dieses widerfährt?
Vielleicht sogar hätt´ ich `s begriffen,
doch ihr, ihr habt ja drauf gepfiffen.
Ihr schmeißt mich einfach auf die Erde,
vielleicht damit ich irre werde,
vielleicht damit ich etwas lerne,
jawoll, das tät´ ich wirklich gerne.

Vielleicht wollt ihr mich weiser machen,
vielleicht soll ich mich heiser lachen,
vielleicht auch nur weil `s euch erheitert
und euren Horizont erweitert?

Vielleicht bin ich auch nur die Ratte,
die niemals eine Chance hatte,
vielleicht lauf ich im Kreis, im Rad
und ihr, ihr habt mich lange satt,
steht höchst genervt in dem Labor
und ich, ich komm euch dämlich vor:
Schau an, der Stelzner, der Proband,
schaut nicht mal übern Käfigrand.

Doch täuscht euch nicht, seid auf der Hut,
so manche Ratte tarnt sich gut,
läuft jahrelang durchs Labyrinth
und täuscht all die, die draußen sind,
nagt hier und da mal an Stäben
und pinkelt auch schon mal daneben,
kratzt etwas hier, schabt etwas da
und keinen stört `s, noch ist sie da.

Doch irgendwann rostet der Stall
und sie springt auf jeden Fall,
mit Ungeduld und Hass ins Freie
und dann, dann hört man eure Schreie…

So, wieder fit !

TS, 20. Februar 2008, 11:01
2008
Feb 20

Der ZM
Das Gedicht

Ich kann nicht stricken,
kann nicht häkeln, kann nicht Flöte spielen,
nicht auf den Fingern pfeifen
und ich kann noch nicht ´mal schielen.

Ich kann nicht tanzen,
kann nicht malen, kann keine Saltos springen,
nicht auf dem Einrad fahren
und ich kann noch nicht mal singen.

Es gibt tatsächlich unzählbares
was ich gar nicht kann
und trotzdem bilde ich mir ein:
„ Ich bin ein Supermann!“

Ich weiss  noch immer nicht
warum  so´n riesen Flugzeug fliegt
und wo genau auf dieser Welt
Botswana liegt.

Ich kann keine fremde Sprache,
kann kein Algebra
und weiss wirklich nicht genau
wer  Ludwig Ehrhard war.

Es gibt tatsächlich unzählbares
was ich gar nicht weiss
und trotzdem bilde ich mir ein:
„ Mein Preis ist heiß!“

Jeder Floh kann höher springen
und mein Hund läuft schneller
und die Fliege klaut mir locker
meine Wurst vom Teller.

Jeder Fisch kann besser schwimmen,
jede Maus mehr Kinder zeugen
und die Affen auch viel besser
ihre Zehen beugen.

Ja, jedes Tier auf dieser Welt
ist  besser aufgestellt
und trotzdem glaube ich ganz fest:
„ Ich bin ein Superheld!“

Denn das ist das, was der ZM
am besten kann,  –
ja, wir kennen unsere Schwächen,
aber wir glauben da nicht dran…..
 

Für einen schrägen Vogel

TS, 16. Februar 2008, 06:30
2008
Feb 16

Ich bin ein schräger Vogel
mit Würde, Stolz und Ehre,
sperr´ mich in keinen Bauer
und nicht in die Volliegere.

Ich brauche meine Freiheit,
muss meine Kreise ziehen,
dann lande ich auch ab und zu
wieder auf deinen Knien.

 Dann putz´ ich mein Gefieder
und sing´ dir schöne Lieder,
die ich auf meinen Flügen fand
und fresse dir ganz zärtlich
wieder aus der Hand.

Ich bin ein schräger Vogel,
mal eitel wie ein Pfau,
mal albern wie ein Albertros
und wie die Elster schlau,
mal edel wie ein Adler
und bunt wie ´n Papagei,
doch wirklich schön
sing´ ich für dich,
fühl´ ich mich dabei frei

2008
Feb 14

Merkel, Merz und Westerwelle klonen ihre Intimpilze – Freunde wir müssen was tun !

Aus aktuellem Anlass 

VOM STORCH UND DEN FRÖSCHEN

Stolz stolziert der starre Storch
durch den feuchten Sumpf hindurch
und schnappt gierig nach den Kröten,
will sie fressen, will sie töten.

Und der spitze Schnabel klappert
und er geifert und er sabbert,
denkt ans schlemmen und ans prassen,
kann sein Glück noch gar nicht fassen.

Wehrlos, denkt er, sind die Unken,
brauch sie nur noch einzutunken,
in den Zeitgeistsumpf der Not
und schon sind sie gar und tot.

Und so keift er über den Weiher:
„Heute gibt’s `ne große Feier,
alle Frösche, Unken, Kröten,
gilt es heute abzutöten.“

Und er sieht sich selbst als Sieger,
als ein echter Überflieger,
roter Schnabel, weiße Weste,
schwarze Seele und das beste

ist sein Tanz der Arroganz

Kopf im Nacken, viel Gezeter,
große Klappe, ja so steht er,
wie an einem Rednerpult:
„Kröten sind an allem Schuld.“

Doch die Unken, Frösche, Quappen,
schreiben sich jetzt auf ihr Wappen:
Wenn wir uns zusammen tun,
rupfen wir den Storch als Huhn.

Und am dunklen Teichesgrunde
sitzen sie in großer Runde
und besiegeln ihren Plan:
Stürzen wir den Größenwahn!

Alle Unken, Kröten, Frösche
gehen ihm jetzt an die Wäsche,
springen ihm in das Genick,
packen ihn mit viel Geschick,

reißen ihm die Stelzen weg,
Adebar kracht in den Dreck.
Nass und matschig liegt er da
und weiß nicht wie ihm geschah.

Und die Kröten, Unken quaken:
„Manchmal trifft es auch den starken,
stolzen, sturen, starren Storch –
Adebar, da musst du durch.”?

So ungefähr sieht das eben aus !

TS, 13. Februar 2008, 13:01
2008
Feb 13

TOD

Deine Lunge flattert,
deine Augen sind rot
und an deinen Knochen
nagt schon der Tod.

Deine Hände zittern,
dein Magen schmerzt,
mit dem Leben
hast du ´s dir längst verscherzt.

Deine Beine sind schlapp,
die Zunge ist trocken,
hast Löcher im Hirn
und in den Socken.

Der Knochemann kommt
mit grossen Schritten
um höflichst um deine
arme Seele zu bitten.

Er weiss genau,
dies Opfer ist ihm sicher
und laut erschallt
sein teuflisch´ Gekicher.

Er schleift schon die Sense
und reibt sich die Hände
und unaufhaltsam
naht jetzt dein Ende.

Du liegst auf dem Bett
mit grauem Gesicht,
auch das letzte Gebet
rettet dich nicht.

Der Teufel ist Sieger
in deinem letzten Spiel
und deine schwache Seele
ist sein einziges Ziel.

Er kennt keine Gnade,
tritt sacht an dein Bett,
starrt lächelnd dich an
und fragt ganz kokett:

„Bist du bereit? 
Ich muss mich beeilen, 
nicht ewig 
kann ich hier verweilen.��?

Und mit langen Fingern
greift er dann zu
und befördert dich rasch
in die ewige Ruh.

INGO

Hey, Herr Maler, mal mal mir
jetzt und hier ein Tier,
denn wer kein Tier mir malen kann,
fängt `s Malen besser gar nicht an.
Ich will was konkretes,
nichts abstraktes, abgedrehtes,
ich will nicht darüber sinnen
was die Maler sich erspinnen.
Ich will alles klar erkennen
und das Bild beim Namen nennen.
Ich will wissen was ich sehe,
wenn ich vor den Bildern stehe.
Ich will klare feste Formen,
Bilder streng nach Normen,
ein bisschen grün und eine Wiese,
mitten drauf die fette Liese,
diese schwarz gescheckte Kuh
und `nen Menschen so wie Du,
mit `nem leichten irren Blick,
so was gäb´ mir schon den Kick.
Oder mal ein Rudel Schweine,
in der Stallung ganz alleine,
nur davor ein nackter Knecht,
der so guckt als wär´ ihm schlecht,
auf dem Kopf die Badekappe
und im Schoß das kleine Schlappe.
So was macht doch Sinn und Freude,
wenn ich denke wie ich leide,
vor `nem Werk abstrakt und wirr,
denke ich – der ist doch irr,
sowas malen kann doch jeder,
ziehe heftig dann vom Leder,
sowas malt mein jüngstes Kind,
dieser Maler war wohl blind.
Ganz anders geht es mir bei Dir,
denn Du Maler, Du malst mir,
hin und wieder auch ein Tier
und sei es nur ein toter Hummer,
dieses nimmt mir stets den Kummer,
den man hat, wenn man so denkt
ob dies Bild nicht falsch rum hängt.

Einfach mal Bilder gucken unter www.ingomat.de

Die Nörgler, Herr Grantel, Herr Gnatz und Herr Motz,
aus derbem Holze, geschnitzt aus einem Klotz,
haben in dieser Welt ihren Platz,
die Nörgler, Herr Grantel, Herr Motz und Herr Gnatz.

Herr Grantel am Fenster,
Herr Gnatz auf der Bank,
Herr Motz an der Theke,
den ganzen Tag lang.

Herr Grantel, der gnatzt nur,
Herr Gnatz, motzt stets rum,
Herr Motz ist am nörgeln,
so geht der Tag rum.

Die Nörgler, Herr Grantel, Herr Motz und Herr Gnatz,
sind ständig am meckern, machen selten Rabatz,
doch bergen tatsächlich auch so manchen Schatz
die Nörgler, Herr Grantel, Herr Motz und Herr Gnatz,

Hört ihnen nur zu, denn so mancher Satz,
genörgelt von Grantel, gemeckert von Gnatz,
hat seine Wahrheit, ist nicht nur Gekotz´,
gemäkelt von Grantel, von Gnatz oder Motz,
da findet man vieles,
was man selbst nicht gleich sieht,
und merkt, dass den Nörglern oft Unrecht geschieht,
und darum am Ende mein Plädoyer,
begnadigt die Nörgler, sie tun keinem weh.

Ja, die Nörgler, Grantel, Gnatz und auch Motz
sind aus grobem Holze, ungehobelter Klotz,
doch sie sind natürlich und nicht glattgeschmirgelt
und deshalb wird bitteschön weiter genörgelt.

Die Feile

TS, 3. Februar 2008, 16:53
2008
Feb 3

Das Leben is´ ´ne Feile
und die feilt so an uns rum,
den einen feilt sie kantig,
den ander´n feilt sie krumm.
Egal zu welchen du gehörst,
ob eckig, kantig, krumm,
denn wenn die Feile fertig ist,
dann ist dein Leben rum.

Die Ego-Kur

TS, 1. Februar 2008, 22:17
2008
Feb 1

Wenn ich mal wieder einsam bin
und denk´, das Leben hat keinen Sinn,
weil es grad´ keinen Menschen gibt,
der mich von ganzem Herzen liebt,
dann hilft mir meistens nur die Kur
dann gebe ich mir …………….* – pur.

Ich tret´ vor´n Spiegel und ich denk´,
was für ein himmlisches Geschenk,
nein, dieser Wuchs ,die ganze Kraft,
in jeder Zelle Leidenschaft,
die blanke Schönheit, dieser Blick,
und diese Lippen – pures Glück.

Und dann der Gang, die Eleganz,
und dieser erotische Tanz,
in jeder Geste steckt der Trieb,
dann hauch ich noch: „Ich hab mich lieb!��?
Und dann, mich selbst ganz festumschlugen,
wird noch Liebeslied gesungen.

Wenn ich mal wieder einsam bin
und denk´, das Leben hat keinen Sinn,
weil es grad´ keinen Menschen gibt,
der meine Schönheit innig liebt,
dann hilft mir meistens nur die Kur,
dann gebe ich mir………….*-pur.

Dann setz´ ich mich an mein Klavier
und texte ´rum und komponier´,
und schreibe mir ein Liebeslied,
wie es sonst keinem Mensch geschieht,
dann sing ich mich vor´m Spiegel an:
„Du bist ein unglaublicher Mann.“

„Du bist so schön so und so adrett,
komm, bitte, geh mit mir ins Bett.��?
Und dann, dann sink´ ich voller Lust,
als hätte ich es längst gewußt,
aufs Wasserbett so ganz allein:
„Oh Gott, kann Liebe himmlisch sein.“
*bitte den entsprechenden Namen einsetzen

ALLESKÖNNER

„Kennste meinen Chef??”
„Nee? – Nich´ ??”
„Dann haste was verpasst,
denn wenne meinen
Chef nicht kennst
und selber keinen hast…
dann weisste nicht,

wie Menschen sind,
die wirklich alles können,
die können alles besser,
so ein´ musste dir mal gönnen.

Die können wirklich alles,
Tennis, Golfen, Segeln,
Bowlen tun sie manchmal,
aber niemals gehen sie Kegeln.

Spass beiseite, wirklich,
mein Chef ist ein Genie,
so ein Allroundtalent,
nee, sah ich vorher nie.

Egal was ich so mache,
da kannst du sicher sein,
ihm fällt am Ende immer
noch was bess´res ein.

Das sagt er dann auch deutlich,
jaa, da isser konsequent,
muss man nur mit umgehen können
naja, wer ihn halt so kennt.

Is´ ja auch nicht schlecht so `n Chef,
der einfach alles kann,
weil man von so `m Naturtalent
`ne Menge lernen kann.

Das sagt er ja auch immer.
„Leute“, sagt er laut,
„ihr könnt noch soviel lernen hier,
wenn ihr mir vertraut.”

Manchmal sagt er auch,
dass er uns gar nicht braucht
er könnt´ das auch alleine,
wenns auch noch so schlaucht.

Nur er ist halt soo ein Kerl
und hat soo´n riesen Herz,
er fühlt sich auch verantwortlich,
nee, das ist kein Scherz,

beschäftigt uns letztendlich
aus purem Mitleid, einfach so,
damit ´s uns richtig gut geht
das macht ihn stolz und froh.

Er ist ein wahrer Wohltäter,
der weiss, was sich gehört,
natürlich muss er auch mal sagen,
wenn ihn etwas stört.

Dann wird er halt mal lauter,
dann schreit er auch mal rum:
„Ihr seid doch Vollidioten,
ihr seid zu blöd zum zum…“

Naja, was soll er machen,
wo er doch alles weiss
und wir nun mal so blöde sind,
da läuft er schon mal heiß.

Aber sonst, was sag ich,
er ist halt wie er ist,
ein wahrer Alleskönner,
ein echter Spezialist…

Nur eines, das kann er scheinbar nich´,
da kommt er dann zu mir,
jaa , da, da fragt er mich,
das kann ich auch verstehen,

das hat er nicht gelernt
und wenn ich ihm da helfen kann,

dann mach ich das auch gern.
Wie soll er das auch können ?

-Arbeiten für lau,
er hat doch auch drei Kinder
und `ne teure Frau
und die fixen Kosten,
daran sind wir doch Schuld
und dann, dann appeliert er
an unsere Geduld,
`n bisschen länger bleiben

und weniger verdienen
das kann doch nicht so schwer sein,
das tun wir gern für ihn.?”

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