Irren !

TS, 29. Januar 2008, 19:50
2008
Jan 29

Irren ist menschlich
und wir irren uns oft.
Irren ist menschlich,
wer hat da gehofft,
auf ein Leben in Frieden,
auf ein Leben mit Lust.
Irren ist menschlich
und irren bringt Frust.
Irren ist menschlich,
doch wir drehen es um
Menschlichkeit – Irrtum,
historisch und dumm,
der Gott schuf den Menschen
nach seinen Abbild,
das heisst, dass für ihn
der gleiche Text gilt.
Irren ist menschlich
und Gott ist wie wir
das unterscheidet uns
von Pflanze und Tier.
Die Irren sind menschlich,
menschlicher als wir
und Gott ist ein Irrer
und sehr selten hier.
Wir Irren sind göttlich
und menschlich wie Gott,
darum geht auch durch uns
der Globus bankrott.
Gott war zu menschlich
und irrte sich oft
und hat auch deshalb
auf ein Wunder gehofft,
gehofft auf ein Leben
in Frieden und Lust,
Gott war ein Irrer,
er hat ´s nicht besser gewusst.

Bis dann

TS, 22. Januar 2008, 20:46
2008
Jan 22

Dich zu riechen, dich zu fühlen,
dich lachen zu hören,
mit dir zu reden,
zu schweigen
und Zweifel zerstören,
sich fallen zu lassen,
sich die Hände zu reichen,
den Harten zu spielen
um dann aufzuweichen,
süffisant lächelnd
mit kleinen Pupillen
Bedürfnisse wecken
und sie dann nicht stillen.
Hoffnungen haben
ohne sie festzumachen,
träumen davon
mit dir aufzuwachen,
alles passiert
in acht kurzen Wochen,
vieles gespürt,
doch gar nichts versprochen.
Schön sei es, dass es mich
für dich gibt.
Ich habe dich lieb,
doch bin nicht verliebt.
Alles nur eine Frage
der eignen Chemie,
die plötzlich erschöpft ist
und ich weiß nicht wie.
Vorbei ist ´s – zu Ende,
was gar nicht begann,
wir werden uns sehen,
zufällig, – bis dann.

Es endet im Wahnsinn

TS, 20. Januar 2008, 00:12
2008
Jan 20

Es endet im Wahnsinn,
es gipfelt im Tod,
der denkende Mensch,
der stirbt als Idiot.

Der Dumme wird siegen,
die Dummheit regiert,
weil der Kluge stets nachgibt
und deshalb verliert.

Gewalt wird beherrschen,
die Gewalt ist die Macht,
der Zahme geht unter,
der sich daraus nichts macht.

In der Zelle aus Gummi,
von der Welt isoliert,
da sitzt der Gedanke
grinst und erfriert.

Und draußen, da stehen sie
und lachen ihn aus,
doch er blickt zufrieden,
er will gar nicht raus.

Er kann sie belächeln,
er wollte sie retten,
er kämpfte für Freiheit,
doch sie wollten Ketten.

Ja, so endet der Wahnsinn,
es lacht der Idiot,
der normale Mensch,
der wollte den Tod.

Noch ein aktueller Anlass!

TS, 16. Januar 2008, 21:08
2008
Jan 16

ANKUNFT

Ich kannte Deinen Namen
und wusste Du wirst kommen,
den Termin, den kannt´ ich ca.
und ganz genau genommen,
hatt´ ich keine Ahnung
von Deinem Wesen, Deinem Gesicht,
ich kannte Dich vom Foto,
schwarzweiss, im schlechten Licht.

Ich wusste, dass Du lebst
und wusste auch schon wo,
ich wusste auch wir beide
gehören zusammen – sowieso.
Ich ahnte es wird spannend,
das Leben dann mit Dir,
ich saß oft wartend da
und wünschte Du wärst hier.

Und trotzdem – ganz klar – wußte ich.
Du brauchst noch etwas Zeit
und wenn ich ungeduldig war,
dann tut`s mir heute Leid.
Der Zeitpunkt Deiner Ankunft,
der gehört ganz sicher Dir,
wenn Du so weit sein würdest,
wusste ich Du kämest zu mir.

Und als der Tag dann näher rückte,
wuchsen mir die Sorgen,
was wird wenn Du dann da bist,
was bringt für Dich das Morgen,
meinetwegen nie gezweifelt,
dass dies Leben funktioniert,
doch Deinetwegen plötzlich
ängstlich und irritiert.

Und als sie mir dann sagten:
„Heute Abend ist er da.“
Da kam es doch so plötzlich
und schien so wunderbar,
wie sollte das denn gehen,
wo kommt er denn jetzt her?

Solang auf ihn gewartet
und jetzt keine Chance mehr,
sich auf ihn einzustellen,
zu handeln und zu planen,
dass das dann doch so plötzlich kommt,
wer konnte das denn ahnen?

Und dann die riesen Spannung,
als Euer Kampf begann,
dazu dann die Gewissheit,
dass ich nicht helfen kann.

Und als sie Dich dann zaghaft
in meine Arme legten,
ich kann es kaum beschreiben,
welche Gefühle sich da regten:

Angst, Hoffnung, Liebe, Glück
Zuversicht und Mut,
und dann nur diese Frage,
geht es Euch auch gut?

Und dann fällt diese Spannung ab,
ich glaubte fast zu schweben –
„Mutter wohlauf, das Kind ist fit,
Glückwunsch, zum neuen Leben.“

Flaschenpost

TS, 14. Januar 2008, 21:15
2008
Jan 14

Ich sitze hier auf meiner Insel
und schreibe einen kurzen Brief,
stecke ihn in eine Flasche
drin steht: Hier läuft etwas schief!
Werfe sie im hohen Bogen,
wenn die Flut kommt in das Meer
und hoffe diese Botschaft
landet irgendwann bei dir.

Einsam und verloren,
abgenabelt und getrennt,
ein Gefühl wie eingefroren,
nur die kranke Seele brennt.
Habe nachts die größten Schmerzen,
wenn du bei mir liegst und träumst,
denn ich spür´ aus deinem Leben
werd´ ich langsam ausgeräumt.

Und so sitz´ ich auf der Insel,
schreibe Fragen in den Sand,
möchte eigentlich davon schwimmen,
doch ich klebe fest am Land,
komm´ nicht los von deinem Ufer,
krieg´ den Anker nicht an Bord,
warte weiter auf ein Zeichen,
oder auf ein offenes Wort.

Die Feile

TS, 13. Januar 2008, 18:57
2008
Jan 13

Das Leben is´ ´ne Feile
und die feilt so an uns rum,
den einen feilt sie kantig,
den ander´n feilt sie krumm.
Egal zu welchen du gehörst,
ob eckig, kantig, krumm,
denn wenn die Feile fertig ist,
dann ist dein Leben rum.

Aus aktuellem Anlass !

TS, 11. Januar 2008, 19:34
2008
Jan 11

DURCH DICH

Durch dich hab ich mir völlig
das Schlafen abgewöhnt,
bin ich mit dir zusammen
fühl´ ich mich wie bedröhnt,
dann geh´ ich wie auf Watte
und die Knie geben nach,
dann rede ich zuviel
und fühl´ mich sogar schwach,
dann ist die Nacht zu kurz
und ein Meter ist zu weit,
dann suche ich die Nähe
und dein Bett ist viel zu breit.

Durch dich hab ich mir wieder
das Leben angewöhnt,
seh´ ich in deine Augen,
fühl´ ich mich wie verwöhnt,
dann spür´ ich deine Wärme
und merk du tust mir gut,
dann möcht´ ich mit dir planen
und hab dazu den Mut,
dann will ich mit dir leben,
so lange es nur geht,
dann ist es nie zu früh dafür
und nie für uns zu spät.

Is´ Wahlkampf

TS, 7. Januar 2008, 21:35
2008
Jan 7

HAPPY HOUR

Komm´ sie rein, komm´ sie ran,
gucken sie sich die mal an,
komm´ sie mit, komm´ sie mal
gehen sie rein ins Wahllokal.

Sein´ sie nich´ so verdrossen
von den Bossen und Genossen,
hier wird kein Blut vergossen
und kein Gegner wird erschossen.

Heute hier in der Bar,
machen wir die Cocktails klar,
heute hier zur happy-hour
gibt’s nur bitter, scharf und sauer.

Wir haben alles auf der Karte
auch für wirklich ganz, ganz harte,
sein´ sie nicht so verblüfft
nehm´ sie sich mal `nen Stift.

Schauen sie sich doch mal an,
was man hier wählen kann:

Nepper, Schlepper, Bauernfänger,
Tagediebe, Hafensänger,
Eierdiebe, Hütchenspieler,
Halsbaschneider, Dröge-Dealer,

Teppichhändler, Scharlatane,
kleinkarrierte Größenwahne,
Fettabscheider, Pfennigfuchser,
Kartenleger, Geldabluchser,

Rummelboxer, Glücksritter,
Gottanbeter und Abbitter,
Fingerkreutzer, Giftmischer,
Quasseltaschen, Augenwischer,

Zahlendreher, Tippfehler,

Quacksalber, Wortumdreher,
Versprechenbrecher, Alzheimer,
Stuhlansäger, Hochschleimer,

Phrasendrescher, Spesentrinker,
Gossengaukler, Kartenzinker,
Postenschieber, Nichtwegtreter,
Diätenfresser, Wertverräter,

Nobelgrinser, Steuerräuber,
Machtmißbraucher, Lustzerstäuber,
Arschkriecher, Speichellecker,
und viel zu große Brötchen Bäcker.

Alles das für einen Preis,
dessen Höhe keiner weiß.
Komm´ sie rein, komm´ sie mal,
heute haben sie die Wahl.

Stoppuhr

TS, 6. Januar 2008, 20:32
2008
Jan 6

Wenn du wieder einmal denkst,
dass du ständig mit dem Leben am Sekundenzeiger hängst,
immer das Gefühl im Bauch – ich muss dringend noch was tun
und ich hab´ wieder keine Zeit mich einfach auszuruhen.

Dann nimm die Akkus aus dem Uhrwerk
und lad´ deine damit auf,
bring die Uhren so zum Stilstand,
gib den Dingen deinen Lauf.
Lass das Leben einfach fließen
in dem Rhythmus deiner Lust
und tu´ endlich was du willst
und nicht nur was du musst.

Wenn du wieder einmal spürst,
dass du ein Dasein im Takt der Stechuhr führst,
immer diesen Druck im Kopf, ich schaff´ das alles nicht,
keine Zeit mehr für die Kür, es bleibt mir nur die Pflicht.

Dann dreh´ die Zeiger dreist zurück
und bring´ dich dadurch nach vorn,
die Zeit die du dir nimmst,
die geht hier nicht verloren.
Lass das Leben einfach schlendern
im Takt von Wert und Sinn.
Sag´ nicht immer nur: “Ich muss!?”
Sag´ auch einfach mal: “Ich bin!?”

Alles richtig gemacht

TS, 2. Januar 2008, 21:43
2008
Jan 2

Nichts riskiert
und nichts vergessen,
freitags immer Fisch gegessen,
Preise intensiv verglichen,
Gartenzaun jährlich gestrichen.

Auto monatlich gewaschen,
nie die Hände in den Taschen,
sonntags immer zum Gebet,
Wasserhahn stets zugedreht.

Rasen ordentlich gemäht,
und kein Unkraut in dem Beet,
nie die Tagesschau versäumt,
Schreibtisch immer aufgeräumt.

Haustür immer abgeschlossen,
Pflanzen stets nach Plan gegossen,
nie unpünktlich im Büro,
in den Pausen nur aufs Klo.

Jeden Morgen glattrasiert,
mit Krawatte stranguliert,
Schuhe immer imprigniert,
nie im Freien uriniert.

Hausrat ausreichend versichert,
Autofahrt mit Gurt gesichert,
Rauchmelder in jedem Zimmer,
alle Lampen nur mit Dimmer.

Nie im Parkverbot geparkt,
immer fleißig Laub geharkt,
Schnee gefegt bei ersten Flocken,
Zuhause immer Stoppersocken.

Abfall ordentlich getrennt,
keinen Arzttermin verpennt,
Zähne planmäßig geputzt,
immer Haftcreme benutzt.

Ab September Winterreifen,
immer übern Zebrastreifen,
keine Ampel je bei rot,
täglich pünktlich Abendbrot.

niemals übers Ziel geschossen,
alles immer abgeschlossen,
zum Termin wie´s sich gehört,
nie beschwerd und nie geknörrt.

Kommt plötzlich vor dem Termin
nun der Sensemann zu ihm
sagt: „Ich weiss, tut mir auch leid
is´ noch gar nicht deine Zeit,

war auch erst schon nebenan,
denn dein Nachbar wär´ jetzt dran,
aber der ist grad´ nicht da,
dachte ich mir, ach naja,

komm ich eben erst zu dir,
du bist abends immer hier,
das weiss ich ja ganz genau,
pünktlich nach der Tagesschau….

sag mal Tschüss zu deiner Frau !

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