Guter Vorsatz

TS, 1. Januar 2008, 20:16
2008
Jan 1

So, nachdem ich euch meine email geschickt habe und in den meisten Fällen eine Abwesenheitsmeldung bekommen habe, habe ich mir gedacht: ” Ich bin doch nicht bescheuert, es kann doch nicht sein, dass ich als Künstler der einzige bin, der hier arbeitet.” Deswegen einen Text aus der Konserve: DER GUTE VORSATZ!! – Wenn ihr alle wieder arbeitet, fange ich auch wieder an:

Mein Vorsatz für das nächste Jahr
heisst:„Nichts mehr kritisieren!“
Ich werde mich bemühen
alles zu tolerieren,
die Fehler im System
werd´ ich einfach ingnorieren
und jeden Arsch,
der mich aufregt,
als Medium akzeptieren.

Auch werde ich
auf jeden Fall
mich völlig integrieren,
mich mit der ganzen Welt
und ihrem Irrsinn arrangieren.
Ich werde nicht mehr ruhen
bis sie mich etablieren
und werde nun auch endlich
meine Zweifel ausradieren.

Ich werde auch
ganz sicherlich
nun endlich mitmarschieren
und als Spätentwickler
den Wehrdienst absolvieren.
Ich werde mich von nun an
jeden morgen glattrasieren,
nie mehr meine Menung sagen
und mich damit blamieren.

Auch werde ich
verdammt nochmal
nie wieder lamentieren,
schon gar nicht werde ich bewusst
noch einmal provozieren.
Ich will nun garantiert
auch nichts mehr diskutieren,
immer schön den Schnabel halten
und mich völlig isolieren.

Auch will ich kein Vergnügen mehr,
nur noch still vegetieren,
bestenfalls systemgetreu
möglichts heftig konsumieren.
Als Krönung lass´ ich mich
nächste Woche gleich kastrieren,
mir `nen schönen Strichcode
auf den Hintern tätoowieren
und mir `nen Minisender
in den Schädel implantieren.

Mein Vorsatz für das nächste Jahr
heisst: „ Nicht mehr existieren!“

Andere Welt !

Du willst `ne Welt ,

ganz klar und simpel strukturiert,

mit einem Führer, der dir sagt

in welche Richtung man marschiert.

Du brauchst ein Feindbild,

am besten eines,

das viel schwächer ist als du,

damit du weisst,

wenn es  mal ernst wird, der Sieger, der bist du.

Du willst ein Leben

im schlichten Braun

und schön uniformiert,

damit man nicht bei all den Farben

den Überblick verliert.

Du willst Respekt und Achtung,

für den kleinsten Grund der Welt

und du willst stolz sein,

weil du dich für auserkoren hälst.

Du bist hier geboren, zufällig

und kannst selbst gar nichts dafür

und nun stehst du auf der Strasse

und brüllst: ” Dieses Land nur mir!”

Ich will ´ne Welt

ganz frei von Hass und Ignoranz

mit einem großen Nenner

absolute Toleranz.

Ich brauche Freunde,

am besten einen

aus jeder einzelnen Nation

und dabei juckt mich

überhaupt nicht, des anderen Religion.

Ich will ein Leben

in allen Farben

und ohne Uniform,

denn Freiheit ist am größten

ohne jede Norm.

Ich will Achtung und Respekt

für jeden Menschen

und darum steh´ ich hier

und sag´ es laut und deutlich:

” Dieses Land, nie wieder dir!”

Texte zum Antikriegstag

TS, 13. September 2007, 10:37
2007
Sep 13

Krieg hör zu !!

Krieg, hör zu! Mich kriegst Du nicht !
Krieg dich wieder ein!
Krieger bin und war ich nicht
und werd´ ich niemals sein.

Nie im Leben Uniform,
niemals ein Soldat,
niemand spannt mich jemals ein,
in diesen Apparat.

Nie im Leben stumm gehorchen
oder funktionieren,
keines Falles blind vertrauen
und stramm mitmarschieren.

Niemals einen Menschen töten,
auch nicht auf Befehl,
niemals folge ich Regenten,
auch nicht wenn ich sie wähl´.

Krieg hör zu! Dich gäb´ es nicht,
wenn es sie nicht gäbe,
keiner würde sterben wollen,
nur damit ich lebe.

Niemand hier verteidigt uns
nur aus Nächstenliebe,
alle diese kämpfen auch
für das Machtgeschiebe.

Frieden ist zu kriegen,
nur ohne jeden Krieg,
Krieger sind zufrieden,
wenn sie kriegen ihren Sieg.

Sieg am Ende eines Krieges
heißt, wir haben was verloren,
Menschen sind gestorben,
die nicht dafür geboren.

Also Krieger kriegt die Kurve,
Krieg kriegt keine Macht,
wenn kein Krieger dieser Erde
Kriege möglich macht.

Das war vor 20 Jahren

TS, 12. September 2007, 18:24
2007
Sep 12

1987

 1987 – Unruhen überall

Bürgerkrieg in  Deutschland

bundesweit  Krawall

Hamburg – Hafenstrasse

Frankfurt – Startbahnwest

Kreuzberg – die Randale

Wackersdorf – das Fest

Autonome  – Bullenschweine

Gummiknüppel – Pflastersteine

beide Seiten schießen schärfer

Stahlgeschosse – Wasserwerfer

im Schutz der Masse die Gewalt

Todesschuss aus Hinterhalt

1987 Affären überall

Filz zieht durch die Länder

es kommt zum großen Knall

es bröckelt die Verfassung

es observiert der Schutz

Gesetze werden geändert

es entsteht viel Schmutz

Agenten Spitzel und Spione

Wanzen Kameras Mikrophone

belauscht beschattet und betrogen

kräftig durch den Dreck gezogen

bis am Ende nichts mehr stimmt

und einer in der Wanne schwimmt

1987 –  Zweifel überall

und es macht sich deutlich

was folgt ist der Verfall

Demokratie führt in das Chaos

und das dann leider nur

als letzter Schritt nach hinten

in die braune Diktatur

Texte zum Antikriegstag

TS, 29. August 2007, 12:05
2007
Aug 29

Für Gott, für Öl, für Geld

Während wir hier stehen und friedlich demonstrieren,

dass wir nicht die Hoffnung und die Zuversicht verlieren,

werden irgendwo,

das heißt, auf dieser Welt

Menschen geschlagen, gefoltert, vor Gericht gestellt,

erniedrigt und getreten,

mit vorgehaltener Waffe

zum Verhör gebeten,

abgeführt, an die Wand gestellt,

immer für Gott, für Öl und für Geld.

Während wir hier stehen und deutlich machen –

wir lassen uns nicht zu Mittätern machen –

werden irgendwo,

das heißt, auf dieser Welt,

Mittel bewilligt, Gelder bereitgestellt,

Waffen entwickelt, Pläne gemacht,

für mehr Effizienz

in der nächsten Schlacht,

werden Menschen verplant, auf`s Schachbrett gestellt,

immer für Gott, für Öl und für Geld.

Während wir hier stehen und den Opfern gedenken,

der Rache, dem Hass, keinen Gedanken schenken.

sitzen irgendwo,

das heißt auf dieser Welt,

Menschen, die nur eines am Leben hält,

von Hass getrieben, von Rache beseelt,

für die nur ein einziger Gedanke zählt,

schrauben Bomben zusammen,

wollen sterben als Held.

Immer für Gott, für Öl und für Geld.

Während wir hier stehen und andächtig schweigen,

um so dieser Welt unseren Willen zu zeigen,

werden irgendwo,

dass heißt, auf dieser Welt,

Menschen vor die wirkliche Wahl gestellt,

schieß oder stirb, Leben durch Tod,

beende dein Elend durch des anderen Not,

find´ dich mit ab.

Darum dreht sich die Welt –

immer um Gott, ums Öl und ums Geld.

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