Fies und böse (NB v. 13.Juni 2010)

TS, 15. Juni 2010, 10:20
2010
Jun 15

“ Der Mensch braucht Bitterböses, Fieses, Mieses, Mysteriöses “ das meint zumindest Thorsten Stelzner, Satiriker und Poet aus Braunschweig. In seinem neuen Versband. “Oh mein Gott ”  rechnet er mit unterwürfigem Gottesglauben, Klerus, Papst, ja sogar mit Gott persönlich ab. Der Maler Ingo Lehnhof hat den bissigen Texten das passende Gesicht gegeben  –  komisch und grotesk zugleich. … (Na, immerhin )014

Dass es nur so kracht.

TS, 18. März 2010, 11:18
2010
Mrz 18

IMG_3129 Satirefest 2010 in der Brunsviga: Oberstinker Stelzner lästert richtig ab.

Braunschweig (eb). Stellen Sie sich vor, Sie stehen morgens um halb fünf vor sechs beinahe überlebensgroßen Polizisten in schwarzer Kluft, die durchaus das Zeug zur Hauptrolle in einem „Hulk Hogan Streifen“ hätten und bedrohlich mit einer „Mega-Stabtaschenlampe“ herumfuchteln. Diese Polizisten, nennen wir sie mal so, wollen Sie kontrollieren. Der Haken: Sie haben weder Papiere dabei, noch irgendeinen Beweis, dass Sie exakt in diesem Moment wirklich einer von den Guten sind. Wie bitte? Tja, so was passiert Ihnen wohlmöglich nicht. Dem Stelzner aber schon. Morgens, in Braunschweig, am Schill-Denkmahl, am Tag der Demo gegen Rechts. Ja, da sollte der Asphaltlyriker, wie ihn jene der Mitte an den äußerst rechten Rand entrückte Personenkreise mal genannt haben, auftreten und schweres Geschütz gegen Rechts auffahren. Und weil es der berüchtigte Mann mit sehr wenig Haaren auf dem Kopf nicht lassen kann, fährt er mit seinem Variant voller Tomaten und anderem Gemüse aber ohne Tüv zum Denkmal, in aller Frühe, vor dem Aufstehen sozusagen, um sich den Tatort des Nachmittags anzusehen. Alarm für die Staatsmacht. Drei dunkle Limousinen stoppen den Mann, den nicht nur die wenigen Haare irgendwie verdächtig machen. Seine Jacke, seine Schnürstiefel und dann der Name. Wie war der noch? Thor(sten) Ste(lz)iner. Hand aufs Herz: Sie hätten sich vor Muffensausen vermutlich in …, na gut. Also, der Stelzner, so heißt der tatsächlich, ist da anders. Der hat Spaß dabei und einen würdigen Gegner. Anstelle eines Ausweises oder irgendeiner anderen Legitimation zieht er ein Buch

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Der leidvolle Weg zur Bundesrepublik

TS, 18. März 2010, 11:17
2010
Mrz 18

04-03-2010-07 Eine Zeitreise mit Karikaturen, Liedern und Lyrik

Braunschweig (cs). So könnte Geschichtsunterricht in Schulen aussehen – lebendig, mitreißend, berührend. Es geht um die Jahre 1909, 1919, 1929 und 1939. Jahre und Jahrzehnte, die Deutschland geprägt haben. Gundolf Algermissen, Erik-Jan Beyen und Thorsten Stelzner präsentierten sie im Institut für Regionalgeschichte in Braunschweig auf eine ungewöhnliche Art: mit Karikaturen, Liedern und Gedichten.
Warum gerade diese Jahre? Ganz einfach: Im vergangenen Jahr feierte Deutschland 60 Jahre Grundgesetz. Mit ihrer Zeitreise zeichnen die drei Herren den Weg nach, der im Mai 1949 zur Unterzeichnung der Verfassung geführt hat.

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2010
Feb 15

Presseinformation 02/ 2010-01
Oberkellner Stelzner und die Geschichte vom notorischen Aufesser

Braunschweig (eb). Schon wieder der Stelzner. Es gibt wohl kaum ein Thema, das er nicht bedienen könnte, keine Ausrede oder Begründung, um die dieser Mann verlegen wäre. Auch nicht beim DEHOGA, Deutscher Hotel- und Gaststätten-Verband. Der hatte den Oberkellner der Lyrik und Satire geladen, um dem Bundeswettstreit der Jungkellner und –köche in Braunschweig eine besondere Note zu verleihen. Nun mag man von Thorsten Stelzner halten, was man will, aber er ist sich nicht zu schade, aus den Tiefen seiner in Zügen traumatisch wirkenden Kindheitserfahrungen zu schreiben. Man braucht schließlich eine Begründung für das Hier und Jetzt. Warum also, so fragt er sich in aller Öffentlichkeit, ist er so dick? Erklärung gefällig? Bitteschön: Er musste als kleiner Junge immer alles aufessen, egal, was sich da auf dem Teller herumgedrückt hat. Das will man ihm glauben. Aber dann kommt es richtig dick für den kleinen Thorsten: Er hatte nämlich einen Motivteller mit Rotkäppchen und dem bösen Wolf. Das schädigt einen Jungen durchaus fürs Leben. Also, der Stelzner als Bube hat immer gegessen, bis er diesen fiesen Wolf gesehen hat,

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2010
Feb 1

28-01-2010-04 Presseinformation 01/ 2010-01
Lesung mit Thorsten Stelzner beim Überbetrieblichen Verbund Frau und Beruf:

Braunschweig (eb). Die alte Waage hat was. Keine Frage. Ganz besonders das Dachgeschoss strahlt Erhabenheit über die Zeit aus. Ein ideales Fleckchen Geschichte, um genüsslich süffisant und zeitvergessen über die Rolle des Hausmannes  in der modernen Gesellschaft zu parlieren. Der Anlass war auch kein schlechter: Geladen hatte der Überbetriebliche Verbund Frau und Beruf als Teil der Volkshochschule. Neujahrsempfang Ende Januar. Gastredner: Thorsten Stelzner. Wer ihn nicht kennt, bitteschön: Hausmann sei sein Beruf, erklärt er und gibt dem Abend sogleich das Motto: „Der wahre Sieger des Geschlechterkampfes ist der Hausmann.“  Ach ja. Die Situation vor Ort: 50 Frauen, drei Männer, Saft, Sekt, andere Leckereien, große Erwartungen und ein Stelzner. Und weil der nämlich nicht nur Hausmann ist, sondern auch Lyriker, beschreibt er seine Rolle als eben dieser andere Mann im Haus in Gedichtform. Und irgendwie hat man das Gefühl, als wollten ihm die weiblichen Gäste beipflichten, so vertraut klingt der Applaus. Dann wird es persönlich,

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Himmlische Verse mit teuflischem Inhalt

TS, 28. November 2009, 16:27
2009
Nov 28

Presseinformation vom 27. November 2009
Neues Buch von Thorsten Stelzner: Oh mein Gott, Gedichte!  014

Totensonntag 2009. Mein Gott, ist das düster hier! Tatort: Tapbar. Täter: Thorsten Stelzner. Schon wieder. Er hat ein Buch geschrieben. Schon wieder. Sein siebtes in 20 Jahren. Himmlische Verse hat er formuliert; mit teuflischem Inhalt. Nicht ganz neu, aber endlich vollständig. Jetzt will er sein Werk präsentieren, bei Kerzenschein und einer winzigen Leselampe – zunächst. Sein Publikum sind die üblichen Verdächtigen, Stelznerfans, denen die Gier nach donnernder Lyrik aus den Gesichtern springt. Stelzner überzieht, fängt nicht an. – Ein Ritual. Dann endlich kommt er, nicht Stelzner, sondern Tapbar-Besitzer Andreas. In knappen Worten stellt er seinen Freund, den Lyriker vor. Als wenn den hier einer noch nicht kennen würde. Doch der Dichter und Denker ist nicht da. „Auch so ein Ritual“, meint Andreas und deutet auf den stillen Ort. Aha. Nach 20 Jahren immer noch nervös. Der Zustand ändert sich schnell, als Stelzner seine ersten Zeilen liest: „Der Mensch braucht Bitterböses, Fieses, Mieses, Mysteriöses. Der Mensch braucht Nervenreiz und feuchte Hände und die stete Angst vorm Ende …“ – Ein finsteres gar drohendes Intro für ein Buch, das unter Christen durchaus als Gotteslästerung eingestuft werden könnte. Auf 32 Seiten rechnet der Mann, dessen Stimme einem Reibeisen ähnelt, mit unterwürfigem Gottglauben, dem Klerus, dem Papst mit seinem Hofstaate und Gott persönlich ab. Die Strafe folgt auf dem Fuße: Seine Lampe versagt den Dienst. Das Publikum aber scheint noch einen Draht zu dem zu haben, der da so vernichtend in Frage gestellt wird. Eine Taschenlampe hilft weiter, und Stelzner donnert seinen Zuhörern seine ganz persönlichen Zweifel um die Ohren: „Hat hier jemand Gott gesehen … Ich glaub nicht dran, mir fehlt die Phantasie, für mich ist glauben, ich denke nicht, und das konnt’ ich noch nie …“

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Presse aus Bodenwerder

TS, 15. November 2009, 20:10
2009
Nov 15

auftakt_7_20091009_1227709085 …… Als „völlig unmusikalischer Pausenclown“ übernimmt der Lyriker und Satiriker Thorsten Stelzner. Der Mann hat den „umsonstesten Job der Welt“, ist Hausmann und umsorgt eine Frau, vier Kinder und einen Hund. Klar, dass so jemand viel zu erzählen hat – und auch selbst nicht zu kurz kommen darf. Neue Kraft schöpft der Vielbeschäftigte aus seiner „Ego-Kur“ („Dieser Wuchs, diese Kraft, jede Zelle voller Leidenschaft“).
Während diese selbstverliebte Nummer eher zum Schmunzeln lockt, ist das Kündigungsschreiben der „Planeten Holding GmbH“ an die Menschheit schon von anderem Kaliber. Da will das Lachen gar nicht mehr ganz so unbedarft gelingen, wenn „Firma Göttlich & Sohn“ ihren langjährigen Mietern kündigt, weil sie „wie die Vandalen“ auf der Erde gehaust und ihre einst paradiesische Behausung zur Kloake haben verkommen lassen… Schön anzuhören, weil scharfsinnig beobachtet und treffsicher formuliert, sind auch Stelzners Charakterstudien über den „ZM“, den zivilisierten Menschen. Ob beim Arzt, als „Ampel-Spanner“ oder im Diätwahn – in jedem von uns steckt ein bisschen vom „ZM“……

http://www.dewezet.de/portal/lokales/aktuell-vor-ort/bodenwerder_Da-perlen-die-Toene-nur-so-in-den-Saal-_arid,192751.html

Saures für zivilisierte Menschen

TS, 8. Januar 2009, 10:29
2009
Jan 8

Braunschweiger Zeitung – 08.01.09 –

Florian Arnold – über:  Die CD “Von Stinkern und Schleimern” des Braunschweigers Thorsten Stelzner

Den früheren Obsthändler Thorsten Stelzner kennt man in der Region seit Jahren als politisch-satirischen Dichter.Vor einiger Zeit ist der Braunschweiger nun dazu übergegangen, mit seiner grantelnden Weltsicht aus dem Reimkorsett auszubrechen und auch in Prosa lustvoll draufloszuätzen. Auszüge aus seinen Programmen “Auch Weicheier müssen eiskalt abgeschreckt werden” , “Von Stinkern und Schleimern”, “Der zivilisierte Mensch” hat er unlängst nicht etwa als Buch gedruckt, sondern als CD veröffentlicht. Und das ist gut so. Denn akkurat in Reih und Glied gesetzte Sätze auf weißem Papier passen nicht recht zu der derben Suada Stelzners. So lästert er etwas über verzückte Tanten, die meinen, Kleinkinder in Babysprache anreden zu müssen. “Anstatt der verwöhnten Brut zu verklickern, wer hier den fertig sortierten Brägen im Schädel trägt, lassen sie sich auf die Stufe des debil sabbernden Kleinkindes fallen und fangen plötzlich an sich in einer Art zu artikulieren, dass das Blag doch unweigerlich denken muss: Die Alten haben einen an der Waffel”. Gedruckt wirkt das so abstoßend wie das Protokoll eines Stammtisch-Palavers. Aber wenn man Stelzners, rauer, kerniger Stimme beim Granteln zuhört, kommen seine Texte so lebendig herüber wie eben aus dem Bauch heraus drauflosgepoltert. Das verleiht der satirischen Überdehnung Kraft. So macht es streckenweise richtig Spaß zu lauschen, wie einer sich scheinbar spontan in Rage redet – durchaus wortgewaltig.  Urig ist etwa, wie Stelzner über probiotische Joghurts und andere Erfindungen hezieht, die die Lebensmittelindustrie dem ZM aufschwatzen will. ZM – das ist Stelzners Kürzel für den zivilisierten Menschen. Der die Versprechungen der Werbeindustrie zugleich durchschaut und ihnen doch erliegt. Und sich dann auch noch schuldig fühlt. “Wo waren denn beim Frühstück die Cerealien, was soll denn bitteschön seine Prostata von ihm denken, wenn er ihr nicht mal so´n Löffelchen Granufink gönnt. Gibt´s doch alles kann man doch kaufen”, poltert Stelzner. Überigens sind es zum großen Teil dieselben Unternehmen, die uns die chemischen Keulen aufschwatzen wollen, mit denen wir unseren Alltag desinfizieren sollen, damit wir unsere Abwehrkräfte dann mit ihren Laborbazillen wieder auf Trab bringen müssen – einfach genial.” Allerdings beackert der 45-jährige Familienvater Themenfelder, die schon zahllose kabarettisten vor ihm umgepflügt haben. es gibt nichts wirklich überraschendes auf  dieser Satire-CD. Und die giftig unterhaltsame Abkanzelung des ZM bricht nach einiger Zeit abrupt ab. Es folgen aneinandergereiht kurze Satiren und gegen Ende noch ein paar Gedichte. Das wirkt etwas zusammengeschustert. Klasse wiederum die Aufmachung des Albums, das gekonnt große Porträtstudien des Braunschweiger Malers und Grafikers Ingo Lehnhof veredeln, sehr prägnant in ihrer Hässlichkeit. Zu kaufen ist die CD über www.thorsten-stelzner.de oder im lokalen Buchhandel.

2008
Dez 31

Schmissig und bissig !

” Von Stinkern und Schleimern” heißt die neue CD von Thorsten Stelzner. Aus drei Programmen hat der Braunschweiger Satiriker das Beste zusammengestellt. Im Mittelpunkt der witzigen Texte steht der sogenannte “ZM”, der “zivilisierte Mensch”. Und dieser verhält sich manchmal gar nicht zivilisiert; er kauft überflüssige Produkte, lässt sich beeinflussen anstatt selbst zu denken, macht eine Diät nach der anderen und anderen Unsinn. In der IG Metall ist Stelzner bereits bekannt für sein Nörgeln über politische und soziale Schieflagen. Wer ihn noch nicht kennt: Hört mal rein!

Eine handsignierte CD kostet für IG Metall-Mitglieder 10 Euro.thusi.stelzner@t-online.de Telefon: o176 -64 28 4440  

“Das Lied vom Anstreicher Hitler”

TS, 17. Mai 2008, 18:21
2008
Mai 17

75. Jahrestag der Bücherverbrennung: Thorsten Stelzner und Monte Jaffe zu Gast

Von Bettina Jaeschke / Wolfsburger Nachrichten

Am 10. Mai 1933 brannten die Scheiterhaufen mit der von den Nazis verfemten Literatur. Dem 75 Jahrestag der Bücherverbrennung wurde Donnerstagabend in der Stadtbibliothek im Alvar-Aalto-Kulturhaus gedacht. Etwa 40 Gäste kamen. “Verbrannte Dichter – verfemte Komponisten” lautete das Motto des Abends. Da der 10. Mai auf einen Pfingstfeiertag fiel, fand die Veranstaltung erst am 15. Mai statt. Zu Gast waren der Braunschweiger Lyriker Thorsten Stelzner und der amerikanische Bass Monte Jaffe. Auf Einladung der veranstaltenden Bibliotheksgesellschaft Wolfsburg stellten beide Texte und Lieder “Wider das Vergessen vor” vor. Mit zwei Gesangseinlagen stimmte Monte Jaffe die Besucher auf die Veranstaltung ein. Mit einem Stück aus George Gershwins “Porgy and Bess” begann er. Mit den Fingern schnippend, stellte er sich in den Raum und zeigte sein großes Können. “Impossible Dream” lautete der Titel seines zweiten Songs. “Jetzt erzähle ich von einem Traum, von einem Mann, der Don Quichotte heißt”, kündigte er das Stück an.

Dichter wie Kurt Tuckolsky, Erich Kästner und Joachim Ringelnatz, wieder ins Gedächtnis der Zuhörer zu rufen, hatte sich der politische Lyriker Thorsten Stelzner als Ziel gesetzt. Er las unter anderem Tucholskys “Deutsche Pleite”´, Franz Werfels “Lied vom Gezeichneten” und Bertolt Brechts ” Das Lied vom Anstreicher Hitler” vor. Die lyrischen Werke erinnerten an vergangene Zeiten, regten zum nachdenken an und ließen die Besucher gespannt lauschen. Stelzners Beiträge wechselten sich mit denen von Jaffe ab. Der Künstler, der auch schon als Opernsänger in Tel Aviv, Warschau und London auftrat, unterhielt die Besucher jedoch nicht nur mit Gesang. Zwischen seinen Stücken erzählte er auch immer wieder und nahm Bezug auf die Geschichte des Nazionalsozialismus und der Bücherverbrennung. ” Unser Feind ist der Hass”, erklärte er : ” Doch der Hass hat in Deutschland ein politisches Zuhause. Die Faschisten haben neun Millionen Menschen ermordet. Trotzdem ist Faschismus in Deutschland immer noch akzeptiert.”

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