Adventskalender 2010
Unter der folgenden Adresse ist der gesamte Adventskalender 2010 noch aktiv –
Dank an Hans Kottke und viel Spaß damit !!
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KRIEG, HÖR ZU!
Krieg, hör zu! Mich kriegst Du nicht !
Krieg dich wieder ein!
Krieger bin und war ich nicht
und werd´ ich niemals sein.
Nie im Leben Uniform,
niemals ein Soldat,
niemand spannt mich jemals ein,
in diesen Apparat.
Nie im Leben stumm gehorchen
oder funktionieren,
keines Falles blind vertrauen
und stramm mitmarschieren.
Niemals einen Menschen töten,
auch nicht auf Befehl,
niemals folge ich Regenten,
auch nicht wenn ich sie wähl´.
Krieg hör zu! Dich gäb´ es nicht,
wenn es sie nicht gäbe,
keiner würde sterben wollen,
nur damit ich lebe.
Niemand hier verteidigt uns
nur aus Nächstenliebe,
alle diese kämpfen auch
für das Machtgeschiebe.
Frieden ist zu kriegen,
nur ohne jeden Krieg,
Krieger sind zufrieden,
wenn sie kriegen ihren Sieg.
Sieg am Ende eines Krieges
heißt, wir haben was verloren,
Menschen sind gestorben,
die nicht dafür geboren.
Also Krieger kriegt die Kurve,
Krieg kriegt keine Macht,
wenn kein Krieger dieser Erde
Kriege möglich macht.
KRIEG, HÖR ZU! 1999
80
IRGENDWELT
Irgendwer schuf irgendwann irgendwie die Welt,
irgendwo hat irgendwer die dann hingestellt.
Vielleicht in ein Terrarium, vielleicht in ein Regal,
vielleicht schmiss er sie auch ins Klo
und dachte mach`s nochmal.
Vielleicht war es ein Prototyp – ein kläglicher Versuch,
vielleicht geschah´s aus Rache und war ein böser Fluch.
Vielleicht war es ein Unfall, ein zufälliges Produkt,
vielleicht ist es ´ne Raubkopie, geklaut und abgeguckt.
Vielleicht, vielleicht, vielleicht auch nicht,
wer wird das je erfahren?
Wir grübeln doch schon lange hier,
nicht erst seit ein-, zweitausend Jahren.
Irgendwo fing irgendwer irgendwas mal an zu zählen
und nur weil ´s nun 2000 sind, soll mich das etwa quälen.
Irgendwie ist ´s irgendwo irgendwem egal,
ob eins, ob zwei, ob endlos viel, es ist doch bloß ´ne Zahl.
Irgendwer, wenn es ihn gibt, hat nicht mal mitgezählt,
der hat für uns mit Sicherheit ´nen anderen Plan gewählt,
der wird vielleicht mal irgendwann beim Aufräumen oder so,
in seiner alten Kammer oder in seinem Büro,
mit Staunen oder Entsetzen, Erschrecken oder Stolz,
bemerken was wir treiben und denken: „Ach was soll´s,
der alte Kram, der kann jetzt weg, das ist doch längst veraltet,
dann gehen hier die Lichter aus, weil er sie uns abschaltet.
SCHLUSSVERKAUF
Was ist mit den Leuten los,
warum gucken die so,
was hetzen die so durch die Stadt
die hasten sich k.o..
Was ist denn hier so wichtig,
dass man so rasen muss,
steht das Ende vor der Tür,
ist morgen hier schon Schluss?
Hab´ ich was verpasst,
ist hier irgendwas passiert,
die Hektik macht mich fertig,
ich bin völlig irritiert.
Die müssen doch erklären können,
was sie hier so treibt,
warum um Himmelswillen
keiner zu Hause bleibt.
Haben die Angst
vor ´ner Sturmflut oder `nem Orkan
kommt die große Sintflut,
was lenkt die für ein Wahn?
Sind Aliens im Anmarsch
oder nur ´n Komet,
ist das der Weltuntergang
kommt jede Rettung zu spät?
Nähert sich das Ende
oder droht uns gar ein Gau?
Warum sagt mir keiner was?
Ich werd´ daraus nicht schlau…
Es muss was ziemlich ernstes sein,
sonst wär´n die nicht so aktiv
hier geht was in die Hose,
hier läuft irgendetwas schief!
So kenne ich die gar nicht,
sie sind sonst niemals so,
es muss dafür doch Gründe geben,
weshalb, warum, wieso….
Ich glaub´ ich frag mal einen
warum der sich so stresst,
den nächsten der vorbeirast,
den halt´ ich einfach fest.
Jetzt hab´ ich einen erwischt,
gebremst im vollen Lauf:
Eyh, sag mal wassen los hier,
ist Krieg, gehen wir bald drauf?“
Da grinst der mich nur blöde an
und sagt: „Nee, Alter, Schlussverkauf!“
Bei der Buchhandlung Graff GmbH –
Sack 15 – 38100 Braunschweig
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So, Freunde der Satire, sie ist da – Die LIVE-CD, der Brunsvigamitschnitt 2011![]()
15 Texte ohne Netz und doppelten Boden :
1. Fußball frisst unsere Leber
2. Männerbewegung contra Frauentag
3. Vertragsverlängerung mit Generationsvertrag
4. Bild und meine Meinung
5. Bild – Gedicht
6. Wer die Wahl hat, hat die Valium
7. 100 Sekunden Hass – Werbung
8. Arsch für Anfänger
9. Hobbythek für Ärzte
10. Wenn ich Gott wäre
11. Vollständige Sätze
12. Fressen auf Rädern
13. Kinder machen Eltern dick
14. Sport ist Mord – Kevin ….
80 Minuten bitterböse Realsatire … vielen Dank an Heinrich Ameln (Ton,Technik), Ingo Lehnhof ( Layout, Gemälde), Andreas Greiner-Napp (Fotos) und die Truppe von Interdisc ..
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DER MIETVERTRAG
Heute Abend
bekamen alle Regierungen dieser Welt,
per Einschreiben und mit Rückschein,
folgende Nachricht zugestellt:
Sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren,
Sie wissen nicht wer wir sind,
doch Sie werden uns kennenlernen.
Unsere Firma ist die Planeten Holding GmbH,
uns hat es schon gegeben,
da war von Ihnen noch keiner da.
Wir kauften den Planeten,
der für Sie die Welt darstellt,
und stellten ihn zur Verfügung,
aus reiner Neugier, nicht für Geld.
Die ersten beiden Mieter hießen
Adam und Eva oder Adam und Eve,
zwei wirklich nette Leute,
sehr ruhig, doch ein wenig primitiv.
Sie begannen sich zu vermehren,
wo gegen niemand etwas hat,
doch dann bauten sie sich Hütten,
später Häuser, dann `ne Stadt.
Wir ließen sie gewähren,
denn es war sehr interessant,
doch dann ging `s immer schneller,
und wurd´ schon bald brisant.
Naja, die Entwicklung kennen Sie selber,
das führt jetzt auch zu weit,
und außerdem, dazu kommen wir noch,
haben Sie auch nicht viel Zeit.
Es ist nun mal beschlossen,
daran ist nichts mehr zu drehen,
bei objektiver Betrachtung
werden Sie `s sicherlich verstehen,
unsere Immobilie ist von Ihnen
nicht sonderlich gepflegt,
Sie haben nicht nur das Meer verseucht,
und fast jeden Baum zersägt,
Sie haben auch die Luft versaut,
die Tiere dezimiert,
die Landschaft plattgemacht
und zubetoniert,
das reicht um Ihnen zu kündigen,
wir fordern Sie nun auf,
den Planeten zu verlassen,
Klagen nehmen wir in Kauf.
Doch sollten Sie beachten,
dass das nichts nützen wird,
Sie zahlten keine Miete,
haben das Objekt zerstört,
dennoch räumen wir natürlich ein,
Sie brauchen etwas Zeit,
wir dachten an zehn Jahre,
aber dann ist es soweit.
Eines noch zum Abschluss,
es steht auch im Vertrag,
der Planet ist zu verlassen,
wie am allerersten Tag.
D.h. ursprünglich, ordentlich
und natürlich, natürlich renoviert.
Der Vertrag liegt diesem Schreiben bei,
beglaubigt und kopiert.
PS. Suchen Sie nicht erst eine Bleibe,
in diesem, unserem All,
Ihr Ruf als Mieter ist beschissen,
und das tatsächlich ÜberALL.
Mit freundlichen Grüßen
Planeten Holding GmbH
G. Öttlich und Sohn
LIEBESKILLER
Es ist schon ganz schön spät im Jahr,
schon kalt und grau und trübe,
die Vögel sind schon nicht mehr da
und was ist mit der Liebe?
Im Frühjahr sind sie alle bunt,
verliebt, verknallt, verschossen,
dann geht es immer richtig rund,
viel Leben wird vergossen.
Doch wird es erstmal richtig kalt
und sie werden etwas blasser,
dann fällt nicht nur das Laub im Wald
und es gefriert nicht nur das Wasser.
Dann fällt die Stimmung überall,
das Leben wird viel stiller,
der Winter bringt das Glück zu Fall
und wird zum Liebeskiller.
Der Gute Vorsatz
Mein Vorsatz für das nächste Jahr
heißt:„Nichts mehr kritisieren!“
Ich werde mich bemühen
alles zu tolerieren,
die Fehler im System
werd´ ich einfach ignorieren
und jeden Arsch,
der mich aufregt,
als Medium akzeptieren.
Auch werde ich
auf jeden Fall
mich völlig integrieren,
mich mit der ganzen Welt
und ihrem Irrsinn arrangieren.
Ich werde nicht mehr ruhen
bis sie mich etablieren
und werde nun auch endlich
meine Zweifel ausradieren.
Ich werde auch
ganz sicherlich
nun endlich mitmarschieren
und als Spätentwickler
den Wehrdienst absolvieren.
Ich werde mich von nun an
jeden morgen glattrasieren,
nie mehr meine Meinung sagen
und mich damit blamieren.
Auch werde ich
verdammt nochmal
nie wieder lamentieren,
schon gar nicht werde ich bewusst
noch einmal provozieren.
Ich will nun garantiert
auch nichts mehr diskutieren,
immer schön den Schnabel halten
und mich völlig isolieren.
Auch will ich kein Vergnügen mehr,
nur noch still vegetieren,
bestenfalls systemgetreu
möglichst heftig konsumieren.
Als Krönung lass´ ich mich
nächste Woche gleich kastrieren,
mir `nen schönen Strichcode
auf den Hintern tätowieren
und mir `nen Minisender
in den Schädel implantieren.
Mein Vorsatz für das nächste Jahr
heißt: „ Nicht mehr existieren!“
1992/2011
1992 alles läuft im Bogen,
egal in welches Loch man sieht,
es wird überall gelogen.
Die Ratten fressen alles an
wofür es lohnt zu streiten.
Der Teufel scheint der Held zu sein
und will sie alle reiten.
1994 alles schreit nach Stärke,
egal wo man was trapsen hört
sind Aasgeier am Werke.
Die Dummheit tötet alles ab
was Freiheit uns bedeutet.
Der Wolf im Schafspelz grinst uns an
und wird zu spät gehäutet.
1996 alles scheint am Ende,
man gratuliert zu so viel Nichts
und schüttelt Fürsten Hände.
Die Macht macht nur noch alle blind,
die einst noch soviel sahen,
die Wenigen die noch was sehen,
die sehen was braunes nahen.
1998 es sterben Idealisten,
auf Gräbern der Verzweifelten
tanzen bald Faschisten.
Die Frechheit siegt, der Skrupel krankt,
der Geist ist zu sensibel,
die Lüge macht die Augen zu
und schwört noch auf die Bibel.
2000 alles kann geschehen,
kommen wir aus unseren Höhlen raus
und lernen wieder gehen
und gehen gegen alle an,
die unseren Traum zerstören.
Wir müssen handeln, müssen schreien,
sie müssen fühlen und hören.
1992 oder 33…….
Ich will nicht ein Schweiger sein,
denn das eine weiß ich,
mich soll keiner fragen können
wie ist das geschehen?
Falls ich auch nichts verändern kann
so soll doch jeder sehen:
Ich bin absolut dafür,
dass sie untergehen
und werde stets mit aller Kraft
ihnen widerstehen.
Falls sie noch mal die Macht ergreifen
ist ihnen eines hier gewiss,
dass der Schreiber dieses Textes
stets ihr Gegner ist.
DIE STEIGERUNG VON
WIDERSTEHEN
IST
GEGENGEHEN!
http://www.adticket.de/index.php?option=com_adevent&view=ticket&id=132947
Thorsten Stelzner – Tagesthemen
Sonntag, den
11. März 2012
17:30 Uhr
Preis: ab 13,10 €
Status: verfügbar
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Kulturzentrum Brunsviga
Karlstraße 35
38106 Braunschweig